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Mannheim als „zweithässlichste Stadt Deutschlands“?

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Mannheim als zweithässlichste Stadt Deutschlands zu bezeichnen, geht doch ein bisschen zu weit...

Mannheim – In einem amerikanischen Studenten-Blog wird ein Beitrag über Mannheim als zweithässlichste Stadt Deutschlands gepostet. Warum er trotzdem tausendfach geteilt wird:

Die Universität von Massachussetts Amherst hat ein Studenten-Blog „Amherst Wire“, in dem sich ihre Studenten journalistisch austoben können.

Auch die Austauschstudentin Shannon Broderick schrieb einen Artikel für diese Seite. Besonders in Mannheim hat sich dieser verbreitet wie ein Lauffeuer.  

Und das obwohl der Titel lautet: „Mannheim - das Leben in der zweithässlichsten Stadt Deutschlands“.

Doch findet die Austauschstudentin aus den USA Mannheim wirklich so grauenhaft? (Uns ist übrigens schleierhaft, wo sie diese Information her hat.)

Sie träumte von „gewundenen kleinen Gässchen“ und von „ornamentverzierten Fassaden“. Stattdessen erwarteten sie „Baukräne, die hoch in die Lüfte ragen“ und „chemische Fabriken, die um Platz am Rheinufer konkurrieren“.

Mannheim hätte auch zu viele Konkurrenzstädte in der Nähe. Denn: „Überschattet von den Schlossruinen in Heidelberg, der Frankfurter Skyline und der Kathedrale in Speyer, ist Mannheim geradezu touristenfrei.“ 

Aber ist das wirklich so schlecht? Es gäbe in Mannheim „keine Souvenir-Läden und keine Kellner in Lederhosen, die ihr authentisches bayrisches Restaurant anpreisen.“

Stattdessen haben Shannon und ihre Freunde in Discount-Läden geshoppt, im Vienna billige Currywurst gegessen, sich darüber geärgert, das in den Banken niemand Englisch spricht, und sind mit Bahnen und Bussen kreuz und quer durch die Stadt gefahren.

Wie sieht sie Mannheim jetzt?

„Auch auf die Gefahr hin, dass es furchtbar klischeehaft klingt, fühlte ich, dass mir Mannheim erlaubt hat, den „wahren“ deutschen Lebensstil zu erfahren. Ohne die Horden von super-glücklichen Besuchern, die die Hauptstraßen überfluten, sind die kleinen schönen Momente des täglichen Lebens hängen geblieben – auch noch Monate später.“

„Wenn ich an Mannheim denke, ...

... denke ich an dunkle Straßen, die nur von einem Fenster erleuchtet sind, in denen Paare in ihrem Wohnzimmer langsamen Walzer tanzen. Ich denke an eineabgehärmte Frau in einer Putzkluft, die sich an einem Mop lehnt und tiefe Züge aus ihrer Zigarette nimmt. Analte Männer, die nachts in Dönerbuden falsch singen und an Schulkinder, die in den Straßenbahnen auf dem Weg nach Hause auf Deutsch glucksen.   

Jedes Mal, wenn ich weg war, seufzte ich erleichtert, als mein Bus wieder in den Bahnhof einbog.Ich war so glücklich diese gleichen, trostlosen Häuserreihen und abgebrannten Waggons zu sehen, die mich zuerst daran zweifeln ließen, die richtige Wahl für mein Auslandssemester getroffen zu haben.“ 

Unser Fazit

Er scheint so, dass wenn Amerikaner an deutsche Städte denken, Heidelberg vor Augen haben. Warum wird der Bericht so oft geteilt?

Weil er wohl vielen aus dem Herzen spricht, die in Mannheim ankamen und sich erst einmal dachten: „Oh Gott, wo bin ich denn hier gelandet?“ Erst nach einer Weile wollen sie gar nicht mehr weg, weil die Stadt sie so bezaubert hat. 

Aber wir sind auch froh, dass die wahre Schönheit Mannheims erst auf den zweiten Blick offenbar wird. Und jetzt wird das Wort auch noch in die Welt herausgetragen – von einer Studentin aus Massachussetts, die ihren Bericht mit den Worten schließt:

„Prag, Berlin, Madrid ... können Mannheim nicht das Wasser reichen. Mannheim ist Zuhause.“ 

Danke Shannon für diese Liebeserklärung!

>>>>Hier geht‘s zum vollständigen Bericht auf englisch.

kp

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