15.000 Dollar für Schleuser

Gericht muss über Schicksal afghanischer Familie entscheiden

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Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim vertagt das Asyl-Berufungsverfahren.

Mannheim – Eine Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan kann am Donnerstag (9. November) nach der Anhörung am Verwaltungsgerichtshof weiterhin auf ein Bleiberecht in Deutschland hoffen: 

Der Richter Michael Funke-Kaiser will vor einer endgültigen Entscheidung noch die Meinung eines Arztes einholen und vertagt die Verhandlung ohne einen neuen Termin.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hatte zuvor den Asylantrag der Familie abgelehnt. Da alle bisherigen Klagen erfolglos blieben, landet der Fall schließlich vor dem Verwaltungsgerichtshof Mannheim.

Ihre Geschichte 

Der 33-jährige Vater schildert bei der Anhörung in eindringlichen Worten das Schicksal der jungen Familie mit zwei kleinen Kindern. Er sei mehrmals von den ra­di­kalis­la­misch Taliban bedroht worden, so der gelernte Krankenpfleger.

Die Familie habe daraufhin ihr gesamtes Hab und Gut in der afghanischen Heimat verkauft und Schleusern etwa 15.000 Dollar gezahlt, um über den Iran und die Türkei nach Deutschland zu gelangen. 

Seine 22-jährige Frau habe durch die Flucht gesundheitliche Probleme davongetragen und ist seither in medizinischer Behandlung. 

Auch der Vater und Bruder des 33-Jährigen sind nach Deutschland geflüchtet und haben Asylanträge gestellt. In ihrem Gebiet hätten die Taliban einen Arzt getötet sowie Mädchen aus der Schule geholt und Lehrerinnen verschleppt. „Viele aus meinem Dorf sind geflüchtet“, so der Familienvater. 

Im Fall einer anderen Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan hatte der Verwaltungsgerichtshof vor kurzem die Abschiebung untersagt. Es begründete dies nicht mit der allgemeinen Lage im Konfliktgebiet, sondern dass die Familie wegen ihrer langen Flucht keine Aussicht auf Arbeit in Kabul habe. Zuvor hatte das Gericht auch einem ehemaligen Soldaten der afghanischen Armee den Flüchtlingsstatus zuerkannt.

>>> Afghanischer Ex-Soldat (24) darf in Deutschland bleiben

dpa/hew

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