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Mannheim: Verkehrsversuch wegen Fahrlachtunnel verschoben – „Bittere Enttäuschung“

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Von: Klaudia Kendi-Prill

Die Fressgasse in Mannheim
Die Durchfahrt durch die Mannheimer Fressgasse sollte ab dem 25. August 2021 unterbrochen werden. Dieses Vorhaben wird jetzt verschoben. (Archivbild) © MANNHEIM24/Klaudia Kendi-Prill

Mannheim – Zur Belebung der Fußgängerzone und zur Stärkung des Handels soll der Durchgangsverkehr aus den Quadraten raus. Doch die Fahrlachtunnel-Sperrung ändert die Pläne:

Update vom 10. August, 18 Uhr: „Für uns GRÜNE ist die erneute Verschiebung mehr als enttäuschend. Die Verkehrsberuhigung der Innenstadt ist schon seit vielen Jahren unser Ziel. Bereits 2012 haben wir die Sperrung der Fressgasse gefordert. Der Verkehrsversuch ist für uns nur ein erster Schritt zur dringend nötigen Verkehrsberuhigung der Quadrate“, erklärt Gerhard Fontagnier, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Gemeinderatsfraktion. Eine Beruhigung des Verkehrs sei wichtig, um die Innenstadt wieder lebenswerter zu machen.

„Wer jetzt einknickt, weil der Fahrlachtunnel auf unbestimmte Zeit gesperrt ist, der wird auch später weitere Anlässe finden. Schon die einspurige Sperrung des Fahrlachtunnels, schon Corona, schon das Weihnachtsgeschäft waren in der Vergangenheit Gründe für die Verschiebung des ersten Schrittes zu einer lebenswerteren Innenstadt. Warum nicht einmal die Sperrung der Markstraße infrage kommt, und was diese mit der Sperrung des Fahrlachtunnels zu tun hat, bleibt zudem ein Rätsel“, schreibt Fontagnier weiter. Der Grünen-Politiker spricht zudem von einer „bitteren Enttäuschung“ für die Bewohner der Innenstadt.

Mannheim: Verkehrsversuch in City – Gesperrter Fahrlachtunnel ändert alles

Update vom 10. August, 13:57 Uhr: Neue Wege. Mehr erleben in der City: Unter diesem Leitsatz soll die Mannheimer Innenstadt für Besucher*innen sowie für Anwohner*innen attraktiver werden, indem der Durchgangsverkehr - also diejenigen, die nicht in Mannheim verweilen, sondern nur vorbeifahren wollen - aus den Quadraten herausgenommen wird. Aufgrund der Vollsperrung des Fahrlachtunnels seit 3. August beginnt der Verkehrsversuch nun jedoch in abgewandelter Form.
 
Im Sinne einer lebenswerten Innenstadt schaffen wir wie geplant ab Ende August am Rande von Fressgasse und Kunststraße zusätzliche Aufenthaltsbereiche für Anwohnerinnen und Anwohner sowie für Passanten. Hierzu werden die aktuell vorhandenen Kurzzeitparkplätze in sogenannte Parklets umgewandelt, sodass Raum für Fahrradparkplätze, Sitzgelegenheiten und mehr Grün in der Stadt entsteht. Händler werden künftig die neue Lieferzonen nutzen können“, erläutert der für Mobilität zuständige Bürgermeister Ralf Eisenhauer (SPD). Derzeit wird noch geprüft, ob die Marktstraße in Höhe E1/E2 wie vorgesehen bereits im Herbst in eine Fahrradstraße umgewandelt werden kann.

Mannheim: Stadt verschiebt Maßnahme in Fressgasse und Kunststraße auf Frühjahr 2022

Zum Schutz der Anwohner*innen der Innenstadt vor zusätzlichem Verkehr und Abgase bedingt durch die Fahrlachtunnel-Sperrung wird die Stadt die Verkehrssituation zunächst genau beobachten und gegebenenfalls Maßnahmen in Betracht ziehen, die Durchfahrt der Innenstadt zu erschweren.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl310.658 (Stand: 31. Dez. 2019)
Fläche144,96 km²
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Erst wenn Klarheit über die Auswirkungen der Fahrlachtunnel-Sperrung herrscht und die vollständige Anpassung des Parkraums in der Innenstadt abgeschlossen ist, soll die Unterbrechung der Fressgasse und Kunststraße umgesetzt werden. „Es ist wichtig, die vorgesehenen Projekte evaluieren zu können. Durch die Sperrung des Fahrlachtunnels ist dies zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr möglich. Aktuell planen wir die Unterbrechung von Fressgasse und Kunststraße ab dem Frühjahr 2022“, ergänzt Eisenhauer. Die Eröffnungsfeier am 28. August wird ebenso verschoben.

Mannheim: Ab 25. August – Stadt sperrt Fressgasse für neue Verkehrsführung

Erstmeldung vom 20. Juli: Die Stadt Mannheim wagt einen Verkehrsversuch, der mehr Platz zum Flanieren, zum Verweilen und für Begegnungen in der Innenstadt schaffen soll. Start ist am 25. August, wie Bürgermeister Ralf Eisenhauer (SPD) am Dienstag (20. Juli) in einer Pressekonferenz bekannt gibt: „Indem wir den Durchgangsverkehr aus der Fressgasse und Kunststraße heraushalten und neue öffentliche Begegnungsräume schaffen, geben wir Menschen wieder den Vorrang vor Autos. Wir testen für ein Jahr, wie wir unsere Stadt zu einem attraktiven Aufenthaltsort mit viel Grün entwickeln können. Von dem Konzept für eine neue lebenswerte Innenstadt profitieren die Besucherinnen und Besucher, der Handel und die Anwohnerinnen und Anwohner gleichermaßen“, zeigt sich Eisenhauer überzeugt.

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Mannheim: Fressgasse ab dem 25. August gesperrt

Die geänderte Verkehrsführung gilt an drei Stellen und wird innerhalb von sechs Wochen beginnend ab dem 25. August sukzessiv eingerichtet. Start ist in der Fressgasse: Dort wird die Durchfahrt über die Breite Straße mit einer Schranke unterbunden. Die Stadt hatte die Fressgasse bereits einige Monate lang jedes Wochenende abgesperrt, um Lärmstörungen durch Poser zu vermeiden. Anfang Juli wurde das Durchfahrtsverbot wieder aufgehoben.

Die neue Schranke in der Mannheimer Innenstadt sollte Auto-Poser von der Fressgasse fernhalten.
Die neue Schranke in der Mannheimer Innenstadt sollte Auto-Poser von der Fressgasse fernhalten. © MANNHEIM24/Sina Koch

In der neuen Fußgängerzone, die dadurch im Bereich E1 / F1 und P1 / Q1 entsteht, werden auf einer Länge von 140 Metern Picknicktische und -bänke und jeweils ein Holzdeck zum längeren Verweilen aufgestellt. Pflanzkübel und neue Radbügel sollen das Angebot abrunden.

Mannheim: Marktstraße zwischen E1 und E2 wird zur Fahrradstraße – Parkplätze fallen weg

Die Marktstraße zwischen E1 und E2 wird im Laufe des Septembers zur Fahrradstraße umgewandelt. In einem letzten Schritt wird die Durchfahrt in der Kunststraße in Höhe der Breiten Straße im Oktober mittels sogenannter Leitboys unterbrochen.

Der Übersichtsplan „Lebenswerte Innenstadt“ für Mannheim.
Der Übersichtsplan „Lebenswerte Innenstadt“ für Mannheim. © Stadt Mannheim

Zusätzlich weichen die Kurzzeitparkplätze in der Kunststraße und Fressgasse: Dort, wo aktuell Autos abgestellt sind, entsteht Raum für Fahrradparkplätze, Sitzgelegenheiten und mehr Grün in der Stadt.

Für Menschen, die mit dem Auto in die Innenstadt kommen wollen, bedeutet die geänderte Verkehrsführung laut dem Bürgermeister eine Verbesserung. „Alle Parkhäuser sind erreichbar und bieten ausreichend Parkmöglichkeiten. Die Anlieferung von Geschäften ist über zusätzliche 18 Lieferzonen mit insgesamt etwa 280 laufenden Meter Länge gesichert. Zugleich gestalten wir knapp 1,7 Kilometer Straßenraum für Fußgänger attraktiver und grüner“, betonte Eisenhauer.

Mannheim: Start der geänderten Verkehrsführung soll musikalisch untermalt werden

Karmen Strahonja, Geschäftsführerin der Stadtmarketing Mannheim GmbH, erklärt: „Mit der Bespielung der neuen Freiflächen sollen ein neues Raumgefühl und eine andere Atmosphäre in der Innenstadt entstehen. Gemeinsam mit dem Fachbereich Geoinformation und Stadtplanung sowie dem Eigenbetrieb Stadtraumservice zeigen wir als Stadtmarketing die Möglichkeiten visueller und räumlicher Veränderung auf den bisherigen Straßenflächen auf: Dazu zählen neues Stadtmobiliar und mehr Begrünung mit Pflanzen. Zusätzlich setzen wir Highlights mit Sommerdeko und 3D Street Art.“

In der Fressgasse wird auf rund 140 Metern eine neue Fußgängerzone entstehen.  Daruf freuen sich (v. li.): Stefanie Reischmann, Stadtmarketing Mannheim GmbH, Ulrike Kleemann, Fachbereich Geoinformation und Stadtplanung, Alex Stork, Eigenbetrieb Stadtraumservice und Bürgermeister Ralf Eisenhauer.
In der Fressgasse wird auf rund 140 Metern eine neue Fußgängerzone entstehen. © Stadt Mannheim/Thomas Tröster

Soweit es die pandemische Situation zulässt sollen diese Maßnahmen insbesondere zum Start der geänderten Verkehrsführung auch mit einem musikalischen Programm untermalt werden. „Mit den über das Jahr verteilten Aktionen werten wir den öffentlichen Raum auf und machen Mannheim zu einer Stadt, in der man sich gerne länger aufhalten möchte“, so Strahonja.
 
Begleitet wird der Verkehrsversuch mit weiteren Werbemaßnahmen, wie die Gestaltung eines Aktionslogos, ein Infoflyer sowie einer Anzeigenschaltung und Plakataktionen in der Region. Auch die städtische Verkehrsplanung begleitet die Maßnahme in den kommenden Monaten intensiv. Hierzu zählen Befragungen verschiedener Nutzergruppen, Verkehrszählungen und die Kontrolle möglicher Störungen. (pm/kp)

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