Corona nur indirekt Schuld

Enttäuschung bei Kunden, Ärger bei Händlern: Verkaufsoffener Sonntag in Mannheim ersatzlos gestrichen

Mehrere Männer mit Einkaufstüten nach dem Shopping.
+
In Mannheim fällt der verkaufsoffene Sonntag am ersten Oktoberwochenende ins Wasser. (Symbolfoto)

Mannheim - Für gewöhnlich findet am ersten Oktoberwochenende ein verkaufsoffener Sonntag in der Quadratestadt statt. Dieses Jahr wird daraus nichts. Der Grund: natürlich Corona – doch ganz so einfach ist es nicht.

Normalerweise steht der erste Sonntag im Oktober in Mannheim ganz im Zeichen von kauffreudigen Kunden und ausgelassener Stimmung: Im Rahmen der Marktmeile - bestehend aus dem Kunsthandwerkermarkt auf dem Paradeplatz und dem Stoffmarkt auf dem Marktplatz - durften Läden in den vergangenen Jahren fünf Stunden lang ihre Tore öffnen. Doch normal ist in diesem Jahr nichts und folglich fällt aufgrund der Corona-Pandemie der verkaufsoffene Sonntag am ersten Oktoberwochenende ins Wasser.

Zu unserem Leidwesen mussten wir den verkaufsoffenen Sonntag absagen. Das ist ein massiver Verlust“, so Lutz Pauels, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Mannheim City, gegenüber dem Mannheimer Morgen. Doch viele enttäuschte Shopping-Fans dürften sich fragen, inwiefern das beliebte Event von den Corona-Beschränkungen betroffen ist – schließlich pilgern doch auch jede Woche aufs Neue von Montag bis Samstag Zehntausende Menschen in die Boutiquen, Läden und Kaufhäuser in den Quadraten. Wo ist also der Unterschied?

Mannheim: Kein verkaufsoffener Sonntag am 4. Oktober – Corona nur indirekt Schuld

In Baden-Württemberg müssen verkaufsoffene Sonntage per Ladenöffnungsgesetz an ein besonderes Ereignis gebunden sein. In der Vergangenheit war das am ersten Sonntag im Oktober stets die traditionelle Marktmeile, die an die Verleihung der Marktrechte im Jahr 1613 erinnert. Wegen des Corona-bedingten Verbots von Großveranstaltungen mit mehr als 500 Personen darf diese jedoch nicht stattfinden. Dem verkaufsoffenen Sonntag wird somit die Grundlage entzogen. Doppelt bitter also für den durch den Lockdown ohnehin stark gebeutelten Handel.

Und auch ein möglicher Ersatztermin später im Jahr ist ausgeschlossen, da es keine Gelegenheit mehr für einen geeigneten Termin gibt, denn Adventssonntage scheiden dafür - übrigens ebenso wie Ostersonntag, Fasnachtssonntag oder die Sonntage während der Sommerferien - per Gesetz aus, zumal sich auch keiner der noch ausstehenden Sonntage mit einem besonderen Ereignis verbinden lässt. Und selbst wenn es dieses gäbe, gibt es da ja immer noch die Corona-Verordnung des Landes, die dem Ganzen bei Verlängerung nach Oktober ohnehin einen Strich durch die Rechnung machen würde.

Mannheim: Kein verkaufsoffener Sonntag – Ärger über unterschiedliche Regelungen

Als ob die Situation für hiesige Händler nicht schon schwierig und ärgerlich genug wäre, sieht es die Thematik beispielsweise in Rheinland-Pfalz anders aus, denn dort sind verkaufsoffene Sonntage ohne besonderen Anlass umsetzbar. Für Lutz Pauels von der Werbegemeinschaft Mannheim City ist der Anlassbezug für offene Sonntage anachronistisch und müsse deswegen auch für den Handel in Baden-Württemberg wegfallen. (rob)

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare