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Mannheim: US-Army behält Coleman Barracks doch – Kritik von Grünen

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Von: Daniel Hagen

Coleman Barracks
Die US-Army wird die Coleman Barracks in Mannheim weiterhin nutzen. © Uwe Anspach/dpa

Mannheim - Bereits 2015 hätten die Coleman Barracks an den Bund zurückgegeben werden sollen. Das US-Militär hat sich jetzt aber entschieden, das Areal als Stützpunkt zu behalten.

Die Coleman Barracks im Norden Mannheims sind die letzten Baracken, die von der US-Army noch in der Stadt genutzt werden. Dabei hätten diese eigentlich im Februar 2015 an das Land zurückgegeben werden sollen, nachdem das Militär bereits 2010 angekündigt hatte, alle Truppen aus dem Rhein-Neckar-Gebiet abzuziehen. Infolgedessen sind bereits Überlegungen für die Nachnutzung des etwa 220 Hektar großen Gebiets gemacht worden. Doch es kam anders als erwartet. Mitte Januar 2015 – also einen Monat vor der Übergabe – kündigt die US-Army an, das Areal für weitere Jahre zu benötigen.

Vier Monate später werden die Coleman Barracks wieder bezogen. Zu diesem Zeitpunkt sollen sich 1.200 Fahrzeuge und Gerätschaften, darunter 250 Panzer, auf dem Areal befunden haben. Der wiederbelebte Stützpunkt soll laut Pentagonquellen für die schnelle Eingreifgruppe in Osteuropa genutzt werden. Die bis dahin gemachten Konversionsplanungen des Landes sind damit obsolet. Als der ehemalige US-Präsident Donald Trump im Sommer 2020 den Abzug von 12.000 der rund 35.000
US-Soldaten in Deutschland befiehlt, ist die Zukunft der Barracken erneut unklar.

NameMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Bevölkerung310.658 (Stand: 31. Dez. 2019)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Mannheim: US-Army gibt Coleman Barracks doch nicht zurück

Trumps Nachfolger Joe Biden hat den Beschluss mittlerweile aber wieder gestoppt. Im April wird zudem bekannt, dass die USA ihre Truppen in Deutschland stattdessen um 500 Soldaten aufstocken wollen. Die Männer und Frauen sollen im Herbst im Raum Wiesbaden stationiert werden. Aus dem europäischen Hauptquartier kommen am Montag (9. August) plötzlich weitere Befehle, die alles auf den Kopf stellen. Die US-Army plant, mehrere Standorte in Deutschland behalten zu wollen. Grund dafür sei der wachsende Bedarf an Einrichtungen auf dem europäischen Kontinent.

US Panzer in den Coleman Barracks
Auf dem Areal der Coleman Barracks stehen 1.200 Fahrzeuge und Gerätschaften. © Uwe Anspach/dpa

Betroffen seien das Amelia Earhart Center in Wiesbaden, die Pulaski Barracks in Kaiserslautern, die Barton Barracks im bayerischen Ansbach, die Coleman Barracks in Mannheim sowie Weilimdorf Warehouse in Stuttgart. Außerdem soll die Husterhohe Kaserne in Pirmasens von der US-Army zur US-Air Force wechseln. Damit liegen jetzt alle Pläne für das Areal auf dem Eis.

Mannheim: Landtagsabegordnete beklagt sich über Entscheidung der US-Army

Die Landtagsabgeordnete der GRÜNEN, Dr. Susanne Aschhoff, findet die Entscheidung der US-Army bedauerlich. „Es ist bitter, dass das 220 ha große Gelände weiterhin als Lager für militärische Gerätschaften genutzt werden soll. Schon 2010 wurde der Abzug der US-Army angekündigt und 2015 dann leider doch die Verlängerung zur weiteren militärischen Nutzung gemeldet. Mit der aktuellen Meldung, das ökologisch wertvolle Gelände im Mannheimer Norden weiterhin militärisch nutzen zu wollen, rückt die Öffnung des Geländes für die Bevölkerung wiederum in die Ferne“, sagt die Politikerin, die bei der letzten Wahl für den Mannheimer Norden in den Landtag gewählt worden ist.

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Dr. Susanne Aschhoff erwarte zudem die Fortführung des Naturschutzverfahrens zum Schutz der seltenen und schützenswerten Tier- und Pflanzenarten auf dem Areal. Im Rahmen der Planung als Konversionsfläche hat das Regierungspräsidium Karlsruhe eine Biotopkartierung durchgeführt. Dabei sind über 160 gefährdete Tierarten gefunden worden. Aus diesem Grund hat es sogar die Überlegung gegeben, rund 80 Hektar als Naturschutzgebiet auszuweisen.

Mannheim: Aschhoff hofft auf positive Entwicklung

„Die internationale Völkerverständigung und die Befriedung von Konflikten müssen auch für die US-Regierung oberste Priorität haben. Hier hoffe ich mittelfristig auf den US-Präsidenten Joe Biden und den US-Außenminister Antony Blinken. Damit könnten, nicht nur im Mannheimer Norden, Zäune abgebaut sowie neue Perspektiven und Räume eröffnet werden“, sagt Dr. Susanne Aschhoff und betont, dass die Kooperation mit der US-Army bislang gut verlaufen sei. (pm/dpa/dh)

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