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Mannheim: Evangelische Kirche nimmt Schutzsuchende aus Ukraine in Pfarrhaus auf

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Von: Daniel Hagen

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Mannheim - Der Ukraine-Krieg betrifft uns auch in Deutschland. Flüchtlinge kommen in die Region und brauchen Hilfe. Die evangelische Kirche und Gemeinde bietet daher Wohnraum an.

„Nach dem 24. Februar befinden wir uns alle in einer anderen Welt.“ Mit diesen dramatischen Worten beginnt Kirsten de Vos, Pressereferentin der Evangelischen Kirche Mannheim, eine Pressekonferenz am Mittwoch (16. März). Dieses Datum markiert den Ausbruch des Krieges in der Ukraine, der bis heute die Welt in Atem hält.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Fläche145 km²
Bevölkerung309.721 (31. Dez. 2020)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz

Mannheim: Evangelische Kirche gibt 20 Ukraine-Flüchtlingen ein zu Hause

Da die Menschen in Scharen aus dem Land fliehen, um den russischen Soldaten zu entfliehen, sieht sich die Kirche in der Verantwortung, das Gebot der Nächstenliebe zu zeigen. „Sowas darf man einfach niemandem zumuten, da müssen wir helfen“, sagt Martina Egenlauf-Linner, Pfarrerin der MarkusLukasGemeinde. Auch die Stadt Mannheim hat sich schon vor Wochen auf die Ankunft von Flüchtlingen vorbereitet.

Aus diesem Grund sollen bald rund 20 Flüchtlinge aus der Ukraine – überwiegend Frauen und Kinder – im „Lukashaus“ untergebracht werden, das direkt gegenüber der Lukaskirche im Almenhof zu finden ist. Eingerichtet wird das Pfarrhaus mit Spenden aus der Gemeinde.

Flüchtlinge aus der Ukraine kommen im Lukashaus unter – Spenden werden benötigt

Kirsten de Vos dankt den Spendern dafür und betont, dass man auch weiterhin Gegenstände bräuchte. Diese solle man aber nicht einfach vor der Kirche abstellen, sondern sich zuerst unter der E-Mail matthaeusgemeinde@ekma.de melden. Die Kirche habe für diese akute Hilfe alle Strukturen und Netzwerke in Bewegung gesetzt.

Neben dem Wohnraum, den sich die rund 20 Ukraine-Flüchtlinge teilen werden, liegt ein Hauptaugenmerk zudem auf einem Cafe, das zweimal die Woche – Dienstag und Donnerstag jeweils um 15 Uhr – in der Lukaskirche angeboten wird. Hier können alle teilnehmen, die helfen möchten oder selbst aus der Ukraine sind. Somit sollen die Geflüchteten Mitglieder des Stadtteils werden.

Helfer holen Frauen und Kinder aus polnischer Partnerstadt

Die Frauen und Kinder stammen alle aus der Ukraine, konnten dem Krieg aber ins Nachbarland Polen entfliehen. Mit-Initiator und ehrenamtlicher Helfer Kai Michelbach ist extra mit anderen Personen in die polnische Stadt Bielsko-Biala im Süden des Landes gefahren, um ein paar der Flüchtlinge dort abzuholen. Andere seien nach gewaltigen Strapazen am Bahnhof Katowice zugestiegen.

Die polnische Gemeinde Bielsko-Biala und die Matthäusgemeinde in Neckarau pflegen bereits seit Jahrzehnten eine Partnerschaft, die sich in der aktuellen Situation ausgezahlt hat. Michelbach beschreibt zudem die Lage in Polen und ruft dazu auf, mit allen Mitteln zu helfen. Er selbst ist vor zwei Wochen mit Hilfsmitteln nach Polen gefahren – was im Endeffekt der Startschuss für das jetzige Unterfangen gewesen ist.

Pfarrhaus der evangelischen Gemeinde wird zum Zufluchtsort

Aktuell befinden sich die Frauen und Kinder aus der Ukraine noch in Familien in der Gemeinde, bevor sie bald ihr neues zu Hause beziehen dürfen. Derzeit ist dort noch alles im Aufbau. Praktischerweise ist der Vormieter – Pfarrer Günther Welker – erst vor kurzem in den Ruhestand eingetreten und aus dem Pfarrhaus ausgezogen. So stehen die acht Schlafräume, drei Küchen und drei großen Gemeinschaftsräume bald den Frauen und Kindern zur Verfügung. (dh)

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