Markus Paul im Einsatz niedergestochen

20 Jahre nach Polizistenmord in Mannheim: „Werde diesen Tag niemals vergessen!“ 

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Trauermarsch am 17. Dezember 1998 für den ermordeten Polizisten Markus Paul. (Archivbild) 

Mannheim - Am 11. Dezember 1998 tötet der damals 16-jährigen Sascha K. heimtückisch Polizeiobermeister Markus Paul. So erinnert sich GdP-Chef Mohr an diesen schrecklichen Tag:  

20 Jahre nach dem gewaltsamen Tod des Mannheimer Polizeiobermeisters, gedenkt die Gewerkschaft der Polizei Mannheim ihrem geschätzten Kollegen. „Damals wie heute ist uns, der Gewerkschaft der Polizei (GdP), wie auch den Kolleginnen und Kollegen der Polizei, dieser schreckliche Verlust allgegenwärtig.“, so GbP-Chef Thomas Mohr.

Die verhängnisvolle Nacht des 11. Dezember 1998 

Weil Sascha K. seiner Freundin unbedingt eine Schlange schenken will, bricht er in der Nacht des 11. Dezembers 1998 in das Zoogeschäft des damaligen Real-Marktes in Mannheim-Sandhofen ein. Der Alarm ruft die Polizei auf den Plan, die mit einem Diensthund nach dem Einbrecher sucht.

Was die Beamten jedoch noch nicht wissen: K. hat sich in der Zwischenzeit im Markt ein Messer besorgt und lauert bei den Kassen. 

Als ihn der Diensthund aufspürt, sticht der Einbrecher sofort auf ihn ein. Schwerstverletzt rennt er daraufhin zu seinem Hundeführer (Streifenpartner von Polizeiobermeister Paul), der ebenfalls von K. angegriffen wird. Glücklicherweise trägt er jedoch eine Schutzweste, die ihm womöglich das Leben rettet. 

Als Paul sich im Dunkeln den Kassen nähert, sticht K. heimtückisch auf ihn ein. Trotz schwerer Verletzung schießt Paul auf K. und verletzt ihn im Bauchbereich. Danach bricht er zusammen.

K. wird in einem Mannheimer Krankenhaus notoperiert und überlebte. Paul hat jedoch nicht so viel Glück. Noch vor Ort wird er mehrfach reanimiert, erliegt jedoch seinen schweren Verletzungen.

So erlebt der Kollege und GdP-Vorsitzender Thomas Mohr diese Nacht

Polizist und Mannheimer GdP-Vorsitzender Thomas Mohr, kann sich noch genau an diese Nacht erinnern: „Ich selbst hatte Dienst und hörte über Funk, dass ein Kollege von uns schwer durch Messerstich verletzt wurde. Nach Rücksprache mit dem Führungs- und Lagezentrum fuhr ich dann ins Mannheimer Klinikum in die Notaufnahme, da ich die Familie wie auch den Markus gut kannte. Ich gehörte damals auch dem Team des Polizeipräsidiums Mannheim an, die sich bei solchen Fällen um die Kollegen nach solchen Ereignissen kümmern. Ich sah uniformierte Kollegen im Flur der Notaufnahme, mit gesenktem Kopf auf dem Boden sitzend. Meine Frage, wo Markus sei, konnten sie mir nicht beantworten. Als ich dann zur Notaufnahme weiter vorging, kam mir bereits Markus Vater entgegen, der mir unter Tränen mitteilte, dass Markus verstorben ist. Das war wie ein Schlag in mein Gesicht und ich war fassungslos! Danach begleitete ich die Eltern in den Behandlungsraum, wo Markus regungslos auf dem Behandlungstisch lag! Ich werde diesen Tag nie vergessen!“, so Mohr. 

Trauermarsch und Gründung der „Markus-Paul-Stiftung“

Die Anteilnahme der Bevölkerung an dem Fall ist überwältigend – über 3.000 Menschen nehmen an einem Trauermarsch durch die Mannheimer Innenstadt teil.

Rund 3.000 Polizeibeamte aus mehreren Bundeslaendern nehmen am 17. Dezember 1998 an einem Trauermarsch für Polizeiobermeister Markus Paul teil. (Archivbild) 

Da auch die Spendenbereitschaft der Bevölkerung sehr groß ist, gründen die Hinterbliebenen die „Markus-Paul-Stiftung“, die Opfer von jugendlichen Straftätern helfen soll.

Auch im Bereich der Ausrüstung ist in der Zwischenzeit viel passiert. Volker Paul, Vater des Verstorbenen und selbst Polizist, ist es zu verdanken, dass die Polizei in Baden-Württemberg eine Mann-Ausstattung von schusssicheren Westen einführte. 

Bis heute ist er und sein zweiter Sohn der Hauptmotor der Markus-Paul-Stiftung und unterstützt Opfer und Hinterbliebene. 

Sascha K. seit 2009 wieder auf freiem Fuß 

K. wird damals zu einer Jugendhöchststrafe von 10 Jahren verurteilt und ist seit 2009 wieder auf freiem Fuß. Pauls Angehörige beschreiben ihre Situation nach der Urteilsverkündung so: „Der Mörder unseres Sohnes bekommt 10 Jahre. Wir jedoch lebenslang!“ 

Die Mutter des erstochenen Polizisten Markus Paul, Christel Paul (l) weist der Witwe Peggy Paul (r) mit ihrer Tochter Fabienne am Dienstag (30.11.1999) den Weg zum Mannheimer Landgericht. (Archivbild) 

„Wir denken an diesem traurigen Tag an Markus und an seine Angehörigen.“, so Mohr.

pm/kp

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