„Nichts geht mehr“

Aufnahmestopp! Tierheim Mannheim restlos überfüllt 

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Das Tierheim Mannheim ist restlos überfüllt. (Symbolfoto)

Mannheim - 42 Hunde, 45 Katzen, etliche Kleintiere, Reptilien und Vögel – das Tierheim Mannheim ist aktuell restlos überfüllt! 

  • Tierheim Mannheim völlig überfüllt
  • Privatpersonen können keine Tiere mehr abgeben
  • Tag der offenen Tür könnte Situation verbessern

Wer in diesen Tagen seinen Vierbeiner abgeben will, hat Pech gehabt – denn das Tierheim ist restlos überfüllt„‚Nichts geht mehr‘, müssen wir im Moment allen Privatleuten sagen, die ein Tier bei uns unterbringen wollen“, erklärt Herbert Rückert, 1. Vorsitzender des Tierschutzvereins Mannheim. 42 Hunde, 45 Katzen, 25 verschiedene Schlangen sowie viele Reptilien, Nager und Ziervögel hätten die Aufnahmekapazität des Tierheims völlig erschöpft. Dass das Tierheim Mannheim an seine Kapazitäten stößt, ist keine Seltenheit. „Leider sind wir immer wieder in solchen Situationen - insbesondere bei Hunden“, erklärt Rückert. 

Mannheim: Tierheim überfüllt - viele Hunde schwer vermittelbar

Dass Hunde im Tierheim landen, weil ihre Besitzer nicht mit ihnen klar kommen, kommt laut Herbert Rückert immer häufiger vor. Manche Tiere sind zu aggressiv, um sie gefahrlos vermitteln zu können. Aber es gibt noch ein weiteres Problem: So leben im Tierheim Mannheim beispielsweise vier Kangals, die eigentlich vermittelbar wären. Doch dafür bräuchten die neuen Besitzer viel Platz, denn diese große Hunderasse kann auf keinen Fall in der Wohnung gehalten werden. Laut Rückert würden im Tierheim Mannheim bei normaler Auslastung zwischen 25 und 30 Hunde leben. Aktuell sind es 42 Tiere. „Wir halten noch vier bis fünf Reserveplätze für die Stadt Mannheim frei, im Falle von Beschlagnahmungen. Doch dann sind wir endgültig an der Grenze angelangt.“

Mannheim: Aufnahmestopp im Tierheim – 

Bei vielen Tierheim-Bewohnern handelt es sich um sichergestellte oder beschlagnahmte Tiere für die noch keine neue Bleibe gesucht werden kann. Immer wieder müssen Tierrettung von Grundstücken oder aus Wohnungen Tiere befreien, die teilweise massenhaft und unter schlechten Umständen gehalten werden – wie in einem Fall in Heidelberg, wo von einem verwahrlosten Grundstück rund 100 Gänse, Tauben und Enten gerettet werden mussten. Auch die Zahl der Reptilien im Tierheim ist laut Herbert Rückert in den letzten Jahren gestiegen. Viele der Tiere werden ihren Besitzern zu groß und schließlich abgegeben. So leben aktuell rund 25 Schlangen im Tierheim Mannheim.

In Heidelberg wird im November Hund Balu verzweifelt gesucht. Er ist in Panik geraten und weggerannt. Für die Besitzer beginnt ein Albtraum.

Mannheim: Tierheim kann keine Tiere mehr annehmen - was jetzt?

Was macht das Tierheim Mannheim, wenn es die Haustiere von Privatpersonen nicht mehr annehmen kann? An andere Tierheime verweisen können die Tierschützer in Mannheim nicht. „Die haben ähnliche Probleme“, erklärt Herbert Rückert. „In Notlagen versuchen wir natürlich zu tun, was möglich ist.“ Man biete den Haltern an, ihr Tier über die Pinnwand der Tierheim-Webseite kostenlos zu inserieren. „Das klappt auch in den meisten Fällen.“ Es gebe außerdem eine Warteliste zur Aufnahme von Tieren. Hier würden laut Rückert aber Notfälle immer vorgezogen - zum Beispiel wenn ein Tierbesitzer im Krankenhaus liegt und sich nicht mehr um seinen Vierbeiner kümmern kann.

Mannheim: Tag der offenen Tür könnte Abhilfe schaffen 

Obwohl einige Tiere im Tierheim Mannheim gerade schwer oder gar nicht zu vermitteln sind - mehr als die Hälfte der tierischen Bewohner warten auf ein neues Zuhause. Abhilfe könnte nun der Tag der offenen Tür am Sonntag (6. Oktober, 11 bis 18 Uhr) schaffen. Zwar werden an diesem Tag keine Tiere an neue Besitzer abgegeben – man kann sich aber für einen Vierbeiner vormerken lassen. Alle Einnahmen aus dem Tag der offenen Tür beim Tierheim Mannheim kommen außerdem den Tieren im Tierheim Mannheim zu Gute. 

kab

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