Mitarbeiter und Landwirte demonstrieren vor Zentrale 

Kundgebung vor Südzucker-Zentrale: Über 200 Arbeitsplätze in Gefahr!

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Mitarbeiter protestieren vor Südzucker-Zentrale in Mannheim

Mannheim - Weil Südzucker zwei Werke dicht machen will, gehen Arbeiter und Landwirte vor der Zentrale auf die Barrikaden. Mehr dazu:

Update vom 12.März um 13:45: In Mannheim haben sich vor der Südzuckerzentrale rund 200 Demonstranten getroffen. Sie alle sprechen sich gegen die Schließungen der zwei Zuckerwerke in Cagny und Eppeville aus. Dabei würden etwa 2.500 Rübenanbauer circa 40 Prozent ihres Einkommens verlieren, zudem noch 250 Arbeitsstellen in den Werken wegfallen.

Es ist ungerecht, dass vor allem Frankreich die Last tragen soll. Wir werden nicht zulassen, dass die französische Zucker-und Rübenindustrie abgebaut wird“, erklärt Franck Sander, Präsident des Verbandes der Rübenbauer. Er will der Südzucker-Geschäftsführung einen Kompromiss vorschlagen, bei dem die Bauern die beiden bedrohten Fabriken übernehmen. 

Wir haben die feste Absicht, diese Fabriken zu schließen“, betont Dominik Risser, Sprecher von Südzucker. Durch den Abbau der Überkapazitäten könne sich der Konzern mehr auf den europäischen Markt konzentrieren. Vom Weltmarkt werde sich das Unternehmen aber zurückziehen. 

Spontane Kundgebung an der Zentrale

Update vom 12. März um 7:30 Uhr: Aufgrund der geplanten Schließungen findet heute eine Kundgebung vor der Mannheimer Südzuckerzentrale statt. Das bestätigt Elwis Capece, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, auf Anfrage. 

Dazu hätten sich etwa 250 Beschäftigte und Landwirte aus Cagny, Epville und Marseille in Frankreich spontan entschlossen. Die Kundgebung soll zwischen 9 Uhr und 17 Uhr stattfinden. Die Gewerkschaft versuche diese zu unterstützen, obwohl die Vorbereitungszeit sehr kurz sei. 

Auch in Frankreich bedeutet die beschlossene Schließung der Zuckerfabriken ein massiver wirtschaftsstruktureller Einschnitt in einer von Landwirtschaft geprägten Region“, sagt Capece. 

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Fünf Werke sollen geschlossen werden – auch zwei in Deutschland

Update 25. Februar, 19:40 Uhr: Der unter starkem Preisverfall leidende Südzucker-Konzern will fünf Werke schließen, zwei davon in Deutschland. Die Standorte im südbrandenburgischen Brottewitz und in Warburg in Nordrhein-Westfalen sowie zwei Werke in Frankreich und eine Fabrik in Polen würden geschlossen, teilte das Unternehmen am Montag nach einer Sondersitzung des Aufsichtsrates in Mannheim mit. 

Man wolle die Auswirkungen der starken Preisschwankungen an den globalen Märkten und in der EU auf das Segment Zucker verringern und das Unternehmen so sichern, begründete Europas größter Zuckerproduzent die Entscheidung. 

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Seit Ende der EU-Zuckermarktordnung 2017 muss der Konzern auf sinkende Zuckerpreise reagieren. Wegen eines drastischen Preisrückgangs rechnet der Zuckerproduzent im Geschäftsjahr 2018/19 mit einem Umsatzrückgang von 100 Millionen bis 200 Millionen Euro. 

350 Südzucker-Mitarbeiter und Landwirte demonstrieren gegen Schließungen 

Vor der Zentrale fanden sich etwa 350 Mitarbeiter und Landwirte ein, um gegen die drohende Schließung der Werke zu protestieren. Beschäftigte der bedrohten Zuckerfabriken werfen dem Südzucker-Vorstand vor, das Unternehmen handle voreilig und nehme sich nicht ausreichend Zeit zur Erarbeitung anderer Konzepte. 

Die Mitarbeiter zeigten sich mit gelben Westen, Trillerpfeifen und Transparenten. Auf einem dieser Plakate hieß es etwa, „Werkschließungen sind die letzte, nicht die erste Alternative“. Nach Angaben von Südzucker sind am Standort Brottewitz 90 Mitarbeiter beschäftigt. 

Im Südzucker-Werk Warburg arbeiten demnach 60 Beschäftigte. Franz-Josef Möllenberg, Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Südzucker, mahnte die Konzernspitze zur Loyalität.„Die Agrarpolitik darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten und der Regionen ausgetragen werden", sagte er. 

Möllenberg, der früher Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) war, forderte die Einberufung eines Gremiums nach Vorbild der Kohlekommission. Eine solche Kommission könne Möglichkeiten prüfen, mit denen sich der Strukturwandel bewerkstelligen lasse. Mit Blick auf die geplante Schließung der beiden Werke sagte der frühere Gewerkschafter, dieser Schritt komme zu früh. „Wir brauchen mehr Zeit um alternative Konzepte zu entwickeln.“

Südzucker beruft am Montag Sondersitzung ein

Am Montag (25. Februar) kommt der Aufsichtsrat des Südzucker-Konzerns zu einer Sondersitzung zusammen. Es soll über die Zukunft der Werke in Brottewitz und Warburg entschieden werden. 

Während der Aufsichtsrat in den Geschäftsräumen tagt, finden sich vor der Südzucker-Zentral etwa 350 Mitarbeiter und Landwirte ein, um gegen die drohende Schließung der Werke in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen zu protestieren.

Beschäftigte der bedrohten Zuckerfabriken werfen dem Südzucker-Vorstand vor, das Unternehmen handle voreilig und nehme sich nicht ausreichend Zeit zur Erarbeitung anderer Konzepte. 

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Zuckerpreise zu niedrig: Südzucker will Werke schließen!

Seit Ende der EU-Zuckermarktordnung 2017 muss der Mannheimer Konzern Südzucker auf sinkende Zuckerpreise reagieren. Wegen eines drastischen Abfalls der Preise rechnet Europas größter Zuckerproduzent im Geschäftsjahr 2018/19 mit einem Umsatzrückgang von 100 bis 200 Millionen Euro. Daher sollen die Werke Warburg und Brottewitz geschlossen werden.

„Keine Zeit für Emotionen“: Scharfe Worte von Südzucker-Vorstandschef

Franz-Josef Möllenberg, Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Südzucker, mahnt in Mannheim die Konzernspitze zur Loyalität. „Die Agrarpolitik darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten und der Regionen ausgetragen werden", sagt er. 

Vorstandschef Wolfgang Heer tritt ebenfalls vor die Südzucker-Mitarbeiter und sagt, der Vorstand müsse auf die drohenden Verluste mit rationalen Entscheidungen reagieren. „Es ist nicht die Zeit für Emotionalität", fügt er hinzu. Die Demonstranten reagieren mit einem Pfeifkonzert. Ob die Entscheidung zu möglichen Werkschließungen am Montag fällt, ist noch unklar.

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