Nach Hunde-Attacke in Mannheim

Jedes Herrchen MUSS ihn machen! PETA fordert Hundeführerschein

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PETA fordert den Hundeführerschein (Symbolfoto)

Mannheim/Stuttgart - Nach einer Beiß-Attacke schaltet sich Tierschutzorganisation PETA ein. Sie fordert einen verpflichtenden Hundeführerschein für das gesamte Land:

Muss ein Hundeführerschein her?

Die Diskussion um einen verpflichtenden Hundeführerschein ist noch lange nicht zu Ende! Nun schaltet sich auch die Tierschutzorganisation PETA ein. 

Grund: Eine Beißattacke in Mannheim!

Freilaufender Hund greift Fußgänger an!

Am Dienstag (31. Juli) klingelt ein 58-Jähriger an der Tür eines Hofladen im Alten Frankfurter Weg, weil er sich etwas zu Essen kaufen will. Ihm wird um 11:30 Uhr mitgeteilt, dass der Laden bereits geschlossen hat. 

Kurz darauf rennt ein Hund aus dem Keller und beißt in den Unterarm des Mannes. Wie die Polizei mitteilt, kann sich das Opfer von dem Vierbeiner befreien. Allerdings setzt dieser erneut zum Angriff an. Die Hofeigentümerin eilt herbei und kann dem 58-Jährigen zur Flucht verhelfen. 

Der Verletzte geht daraufhin ins Krankenhaus. Die Polizei ermittelt nun gegen den Hundehalter, der sich wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten muss.

PETA schaltet sich ein.

Angesichts dieses Vorfalls fordert die Tierrechtsorganisation PETA die Einführung eines sogenannten Hundeführerscheins in Baden-Württemberg“, so die Organisation am Donnerstag (2. August) in einer Mitteilung.

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Mit dieser Forderung steht PETA nicht alleine da. Immerhin stimmen laut einer Umfrage von MANNHEIM24 82 Prozent ebenfalls für die Einführung eines solchen ‚Führerscheins‘. 

Immer mehr Menschen fordern einen Hundeführerschein (Symbolfoto)

Meist liegt das Problem nicht beim Hund, sondern am anderen Ende der Leine. Viele Halter können ihre Vierbeiner nicht richtig einschätzen. Somit ist die wahre Ursache für Beißattacken bei ihnen zu suchen – nicht beim Tier. Den Hund auf dem Hof frei herumlaufen zu lassen, war fahrlässig und verantwortungslos“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Jeder Hund, der falsch gehalten oder behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden – unabhängig davon, ob er einer ‚Rasse‘ angehört oder ein ‚Mischling’ ist.“ 

Damit spricht Hoger vor allem das Problem mit den sogenannten ,Listenhunden‘ an, die oftmals als besonders gefährlich eingestuft werden.

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Gibt es schon einen Hundeführerschein?

Bereits seit 2013 gibt es in Niedersachsen den verpflichtenden Hundeführerschein. In Mannheim ist der Führerschein keine Pflicht. Man darf ihn machen und sich dadurch zwei Jahre von der Hundesteuer befreien lassen. 

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Allerdings: Das gilt nicht für Herrchen von ,Listenhunde‘!

Was kann der Hundeführerschein?

Bereits vor der Anschaffung eines besten Freundes müssen Halter einen Theoriekurs absolvieren. Er behandelt vor allem das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden

Anschließend erfolgt ein Praxisseminar in einer Hundeschule. „Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern“, so PETA. 

Weniger Hunde im Tierheim?

Die Tierschutzorganisation geht zudem davon aus, dass Menschen sich dadurch ausführlicher mit dem Thema Hundehaltung auseinandersetzten. Impulskäufe können so möglicherweise gestoppt werden. Laut PETA landen jährlich 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ werden.

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pm/jol

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