1. Mannheim24
  2. Mannheim

Mannheim: Stadtparks benötigen Finanzspritze – Es geht um Millionen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Daniel Hagen

Kommentare

Luisenpark – die grüne Lunge Mannheims.
Der Luisenpark wird Teil der BUGA 2023 (Archivbild). © MANNHEIM24/Klaudia Prill

Mannheim - Die Stadtpark Mannheim gGmbH steht vor einem gewaltigen Problem. Der Luisenpark und der Herzogenriedpark machen massive Verluste – eine Besserung ist nicht in Sicht.

Die beiden Mannheimer Parks Luisenpark und Herzogenriedpark erfreuen schon seit Jahrzehnten ihre Besucher. Neben wunderschöner Natur und vielen Tieren werden dort auch Spielplätze, Kioske, Tierparks und sogar eine Bühne geboten. Für die BUGA23 könnten sogar noch mehr Menschen aus der ganzen Republik anreisen. Was schön klingt, hat einen negativen Nebeneffekt, der die aktuelle finanzielle Situation der beiden Grünflächen noch verschärfen wird. Denn die Parks in Mannheim machen schon seit Jahren massive Verluste und brauchen eine Finanzspritze der Stadt. Der Gemeinderat berät daher über weitere finanzielle Mittel.

Die Corona-Pandemie hat zahlreiche Betriebe und Geschäfte schwer getroffen. Lockdowns, Ausgangssperren Regeln wie 2G sorgen dafür, dass wenige bis gar keine Kunden kommen, um das Angebot zu nutzen. Das muss auch die Stadtpark Mannheim gGmbH schmerzhaft feststellen. Diese 100 Prozentige Tochtergesellschaft der Stadt ist für den Betrieb des Luisenparks, des Herzogenriedparks und des Fernmeldeturms zuständig. Seit ein paar Jahren läuft es aber finanziell eher verhalten und die gemeinnützige GmbH schreibt rote Zahlen. Die Gründe dafür sind vielfältig und haben nicht nur mit dem Coronavirus zu tun.

StadtMannheim (Baden-Württemberg)
Fläche144,96 km²
Bevölkerung310.658 (Stand: 31. Dez. 2019)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Mannheim: Gemeinderat soll Finanzspritze für Stadtpark gGmbH zustimmen

„Aufgrund von konjunkturellen Einflüssen – Kostensteigerungen im laufenden Betrieb als auch bei den aktuellen Bauprojekten, geringere Fundraising-Erträge, deutlicher Rückgang bei den Umsätzen aus Saisonkartenverkäufen (u. a. auch baustellenbedingt) – hat sich die wirtschaftliche Situation des Unternehmens nochmals verschlechtert“, heißt es in der Beschlussvorlage des Mannheimer Gemeinderats. Dort soll am Dienstag (8. Februar) eine weitere Finanzspritze beschlossen werden. Insgesamt geht es hierbei um einen Betrag von 1,057 Millionen Euro, die vom negativen Jahresergebnis 2020 ausgeglichen werden müssen. Zudem soll die Stadtpark gGmbH durch eine „einmalige Eigenkapitalerhöhung“ von 2,2 Millionen Euro als Sofortmaßnahme unterstützt werden.

Der Haupteingang des Mannheimer Luisenparks.
Der Haupteingang des Mannheimer Luisenparks. © MANNHEIM24/Peter Kiefer

Eigentlich wären die Verluste des Jahres 2020 sogar noch höher – schließlich sind aufgrund der Pandemie alle Parks mehrere Wochen lang geschlossen gewesen. Deshalb ist ein Nachtragshaushalt beschlossen worden, in dem die Stadtpark gGmbH einen Zuschuss in Höhe von 5,4 Millionen Euro bereitgestellt bekommt, von dem bislang über 3,1 Millionen Euro bewilligt und ausbezahlt worden sind. Nun kommt noch der Restverlust von 1,057 Millionen Euro dazu.

Mannheim: Höhere Kosten schon vor Beginn der Corona-Pandemie

Die finanziellen Probleme sind allerdings nicht plötzlich wegen der Pandemie aufgekommen, sondern bestehen bereits seit Jahren. So zeigt ein Vergleich der Einnahmen und Ausgaben, dass die gGmbH gegen Ende 2016 noch Erlöse von über 4.6 Millionen Euro gemacht hat. In den Jahren darauf steigt der Umsatz bis 2019 auf über 5.7 Millionen an, bevor es 2020 auf knapp 3.5 Millionen gefallen ist. In diesem Zeitraum sind zudem Personal - und Materialkosten jeweils um über eine Million Euro gestiegen. Ein Grund für die höheren Kosten des Personals besteht aufgrund der immer wieder steigenden Löhne. Zudem hat es auch schon vor der Pandemie einen Rückgang der Besucherzahlen gegen. Aktuell besteht zudem das Problem, dass die Vogelgrippe im Luisenpark ausgebrochen ist.

Die negative Entwicklung rund um den Luisenpark und den Herzogendriedpark wird wohl auch in den nächsten Jahren nicht abnehmen – vor allem im Rahmen der Bundesgartenschau 2023. Während der BUGA – die zum Teil im Luisenpark stattfinden wird – wird es nämlich keine Erlöse durch Eintrittskarten geben. Aus diesem Grund nimmt der Gemeinderat am Dienstag (8. Februar) auch zur Kenntnis, dass 2023 wohl Verluste von 4,4 Millionen entstehen werden. Diese sollen nach der Durchführung des Events in der Gesamtabrechnung berücksichtigt und gegebenenfalls auch ausgeglichen werden.

Mannheim: Stadtpark gGmbH rechnen mit weiteren Verlusten – auch wegen BUGA

Hinzu kommen weitere Verluste, die die Stadtpark gGmbH für die nächsten Jahre prognostiziert:

Die steigenden Verlustzahlen können unter anderem auf höher werdende Zinszahlungen, weniger Fundraisung-Einnahmen sowie Einschränkungen durch laufende Baumaßnahmen zurückgeführt werden. Zudem besteht die Gefahr, dass die Verluste das Eigenkapital der Gesellschaft reduziert, was zu einer Verschlechterung der Bilanzstruktur führen und in der Beeinträchtigung der Kreditwürdigkeit enden könnte. Bleibt abzuwarten, wie es in Zukunft mit dem Luisenpark und dem Herzogendriedpark weitergehen wird. (dh)

Auch interessant

Kommentare