Im Bedarfsfall

Ehrenamtliche: Stadt bittet Arbeitgeber um Freistellung

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Helfer fühlen sich oft zwischen Job und Ehrenamt hin- und hergerissen.

Mannheim – In der derzeitigen Flüchtlingssituation wird jede helfende Hand gebraucht. Mit einer Bitte richtet sich die Stadt nun an die Arbeitgeber der Ehrenamtlichen: 

Genauer gesagt an die Arbeitgeber, die ehrenamtliche Einsatzkräfte aus Feuerwehr, Sanitäts- und  Hilfsorganisationen oder den Technischen Hilfswerken beschäftigen. 

Diese sind für die hauptberuflichen Kräfte eine große Hilfe, wenn es um die Unterbringung, Versorgung und Betreuung ankommender Flüchtlinge geht. 

Sie leisten professionelle, qualitativ hochwertige Arbeit, übernehmen Verantwortung für Leben und Gesundheit. Kurz: Sie setzen sich mit großem Engagement für ihre Mitmenschen und das Gemeinwohl ein.

„Ich bin mir bewusst, dass wir Sie um ein großes Entgegenkommen bitten und kann Ihnen versichern, dass wir nur dann auf die ehrenamtlichen Kräfte zurückgreifen, wenn es dringend notwendig ist“, richtet sich der Erste Bürgermeister und Sicherheitsdezernent Christian Specht an die Arbeitgeber.

Das Schreiben

Hierzu hat die Stadt einen Brief aufgesetzt. Mit diesem können sich die Hilfsorganisationen im Bedarfsfall mit der Bitte um Freistellung des entsprechenden Mitarbeiters an den jeweiligen Arbeitgeber wenden.

 „Ich versichere Ihnen, dass dieser wertvolle Beitrag, den Sie als Arbeitgeber hiermit leisten, wahrgenommen und entsprechend gewürdigt wird und danke Ihnen für Ihre Bereitschaft“, so Specht.

Das Schreiben der Stadt ist so gestaltet, dass von den Hilfsorganisationen der jeweilige Helfer und der Arbeitgeber eingetragen werden kann.

Rechtlicher Hintergrund

Wollen Arbeitnehmer sich während der Arbeitszeit ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren, müssen sie sich meist freinehmen. Einen Anspruch auf Freistellung gibt es in der Regel nicht, sagt Michael Eckert, Arbeitsrechtexperte aus Heidelberg. Etwas anderes kann für Helfer des Technischen Hilfswerks, des Roten Kreuzes oder der Feuerwehr gelten. Diese können unter Umständen einen Anspruch auf Freistellung haben. Die Voraussetzungen sind aber hoch.

Die Kommune muss in dem Fall einen Noteinsatz angeordnet haben, und die Organisationen, in denen der Mitarbeiter Mitglied ist, müssen gefragt sein. Außerdem müssen Arbeitnehmer zu der Einsatztruppe gehören, die nun gebraucht wird. Das wird nur selten der Fall sein, sagt Eckert. In diesem Fall haben Arbeitnehmer trotz Freistellung Anspruch auf den vollen Lohn. Der Arbeitgeber kann sich das Geld anschließend unter Umständen vom Staat erstatten lassen.

Wer zu dieser Gruppe nicht zählt, aber trotzdem gerne helfen möchte, kann beim Arbeitgeber Urlaub einreichen. Eine andere Möglichkeit ist, den Arbeitgeber darauf anzusprechen, ob eine unbezahlte Freistellung möglich ist. Einigen Arbeitgeber und -nehmer sich darauf, sollten sie jedoch klären, wie der Versicherungsschutz geregelt ist. Sonst steht der Beschäftigte im schlimmsten Fall unter anderem ohne ausreichenden Krankenversicherungsschutz da.

>>> In eigener Sache: HEADLINE24 spendet eine Stunde Arbeitszeit

Stadt Mannheim/kp

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