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Mannheim immer älter: In diesen Stadtteilen gibt‘s die wenigsten Kinder

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Von: Marten Kopf

Kinder
Eine Frau liest einem Kind vor. © Sebastian Gollnow/dpa/Illustration

Mannheim - Die Stadt stellt ihren Sozialatlas 2021 vor – der lässt erahnen, vor welchen Herausforderungen der demografische Wandel unsere Gesellschaft zukünftig stellen wird.

Über den demografischen Wandel und seine Folgen wird nicht erst seit gestern diskutiert. Seit Jahren gehen die Geburtenraten bundesweit zurück, die Gesellschaft wird im Schnitt zunehmend älter. Im März 2019 verabschiedet Mannheims Gemeinderat das Leitbild „Mannheim 2030“, in dem auch Selbstbestimmung und gute Versorgung im Alter als strategische Ziele ausgegeben werden. Am Dienstag (5. Oktober) stellen Sozialbürgermeister Michael Grötsch (CDU) und Mitarbeiter des Fachbereichs Arbeit und Soziales den neuen Mannheimer Sozialatlas für 2021 vor. Und der dokumentiert, wie sehr die Alterung der Gesellschaft auch die Stadt vor neue Herausforderungen stellt.

StadtMannheim (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl320.010 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche144,96 km²
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Denn zum Ende des Jahres 2020 leben in Mannheim rund 60.000 Personen, die über 65 Jahre alt sind. Davon sind knapp 20.000 sogar jenseits der 80. Mehr als jede/r Dritte dieser 60.000 lebt alleine. Der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung in Mannheim beträgt damit 18,7 Prozent. In den einzelnen Stadtteilen zeigen sich dabei aber deutliche Unterschiede: Die „älteste“ Bevölkerung in Mannheim hat der Stadtteil Vogelstang (27,2 Prozent). Hohe Anteile älterer Menschen weisen auch die Stadtteile Sonnenschein (27,1 Prozent), Niederfeld (26,4 Prozent), Feudenheim und Wallstadt (beide 25,3 Prozent) auf.

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Sehr gering sind die Anteile älterer Menschen dagegen in Franklin (4,5 Prozent), im Jungbusch (7,5 Prozent), Luzenberg (9,9 Prozent) und Hochstätt (10,8 Prozent). Im Gegenteil sind gerade Franklin, Luzenberg und Hochstätt von einem überdurchschnittlich hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen geprägt.

Sozialatlas Mannheim: Zahl Pflegebedürftiger steigt überproportional

Beinahe 30 Prozent der über 65-Jährigen weisen einen Migrationshintergrund auf und rund 3.400 Personen sind auf Grundsicherung im Alter nach dem SGB XII angewiesen. Und die Alterung der Gesellschaft wird sich fortsetzen, weil die geburtenstarken Jahrgänge der Baby-Boomer (1955–1964) gerade das Rentenalter erreicht haben oder in den nächsten Jahren erreichen werden. Bereits jetzt ist in einzelnen Stadtteilen mehr als jede/r Vierte über 65 Jahre alt (z. B. in der Vogelstang mit 27,2 Prozent) oder es werden stark steigende Zahlen älterer Menschen prognostiziert (wie etwa für die Rheinau), die zu einem noch höheren Anteil führen werden.

Perspektivisch wird sich mit der zunehmenden Zahl der Älteren auch die Zahl pflegebedürftiger Personen erhöhen. Zwischen den Jahren 2001 und 2019 ist die Zahl der Pflegebedürftigen in Mannheim um 104 Prozent gestiegen. Ausgehend von knapp 6.800 auf rund 14.000. Derzeit werden bereits mehr als drei Viertel der Pflegebedürftigen in Mannheim zu Hause betreut (60,5 Prozent davon durch Angehörige und 19,6 Prozent durch ambulante Pflegedienste) und lediglich 19,9 Prozent stationär in einem Pflegeheim.

Damit steigt die Zahl der Pflegebedürftigen, die Zuhause betreut werden, in Mannheim in den vergangenen Jahren im Vergleich zum übrigen Baden-Württemberg überproportional. Der Anstieg der in Pflegeheimen Versorgten fällt im Landesvergleich deutlich geringer aus. Die Anzahl der ambulanten Pflegedienste steigt auf inzwischen über 100, die der Tagespflegeeinrichtungen auf derzeit 16.

Senioren in Mannheim: Immer mehr Rentner arbeiten

Gleichzeitig ist auch in Mannheim eine Zunahme der Zahl der Berufstätigen über 65 Jahre zu beobachten. Deren Einkommen stellt zwar im Wesentlichen einen Zuverdienst zur Rente dar. Ein geringer Anteil bestreitet damit aber durchaus seinen Lebensunterhalt. Eine Entwicklung übrigens, die einem bundesweiten Trend folgt: Laut Statistischem Bundesamt war im Jahr 2019 für rund 38 Prozent der Erwerbs­tätigen ab 65 Jahren die ausgeübte Tätigkeit zwar nicht alleinige, aber eben doch vor­wiegende Quelle des Lebens­unterhalts.

Präsentation Sozialatlas Mannheim 2021 mit Sozialbürgermeister Michael Grötsch (2. v. l.)
Vorstellung Mannheimer Sozialatlas 2021 © Thomas Tröster/Stadt Mannheim

Ein Grund für den Anstieg der Zahl der Erwerbs­tätigen ab 65 Jahren ist, dass sich die gesetzlichen Rahmen­bedingungen für den Renten­eintritt geändert haben. Seit 2012 wird das gesetzliche Renten­eintrittsalter in Deutschland stufenweise auf 67 Jahre angehoben. So ist auch zukünftig mit einer weiteren Zunahme der Erwerbs­tätigkeit älterer Menschen zu rechnen. (mko)

 

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