Pflegemutter bestreitet Misshandlung

Haben Pflegeeltern Kind (3) gequält? Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen

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Die angeklagten Pflegeeltern bei Prozessbeginn im Gerichtssaal

Mannheim - Am Amtsgericht wird ab Dienstag (12. Februar) ein furchtbarer Fall verhandelt: Ein Ehepaar soll seinen kleinen Pflegesohn gequält und misshandelt haben! Alle Entwicklungen im Prozess:

  • Am 12 Februar beginnt am Amtsgericht Mannheim der Prozess gegen Pflegeeltern, die ein Kind misshandelt haben sollen.
  • Dem Ehepaar aus Brühl wird vorgeworfen, den Jungen wochenlang gequält zu haben.
  • Die 44-Jährige und ihr Mann sind wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung mit Misshandlung von Schutzbefohlenen angeklagt.
  • Ihnen droht bis zu 10 Jahre Haft.

Update, 12 Uhr: Staatsanwalt Tobias Lutz verliest am ersten Prozesstag gegen die Pflegeeltern eine ganze Liste von Misshandlungen: von Schlüsselbeinbruch bis Nahrungsentzug, die vor allem der Mutter vorgeworfen werden. Der Vater habe den Jungen mindestens einmal geschlagen und außerdem unterlassen, das Kind vor den Attacken seiner Frau zu schützen.

Nach dem Verlesen der Anklage wird die Öffentlichkeit bis zur Urteilsverkündung ausgeschlossen. Das wird voraussichtlich am 28. Februar fallen. 

Update vom 12. Februar: Am Dienstag (12. Februar) um 9 Uhr startet am Landgericht Mannheim der Prozess gegen die Pflegeeltern aus Brühl. Die 44-jährige Frau und ihr gleichaltriger Mann sind wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung mit Misshandlung von Schutzbefohlenen angeklagt. Der damals drei Jahre alte Junge war mit offenen Wunden, ausgerissenen Haaren, gebrochenen Knochen, einer Leberprellung sowie völlig unterernährt 2017 aus der Pflegefamilie herausgeholt worden. 

Die angeklagten Pflegeeltern bei Prozessbeginn im Gerichtssaal

Pflegemutter bestreitet die Tat 

Das Mannheimer Jugendamt war auf die Misshandlung aufmerksam geworden und brachte den Bub in eine Klinik, wo er zehn Tage behandelt wurde. Die 44-jährige Pflegemutter hat laut Anklage eine Misshandlung des Kindes bestritten. Dieses sei gestürzt und habe zu wenig gegessen, um die anderen Familienmitglieder zu „bestrafen". Die Haare habe der Junge sich selbst herausgerissen. Der gleichaltrige Vater hatte zunächst geschwiegen und dann einen Brief ans Gericht geschrieben, dessen Inhalt nicht öffentlich bekannt wurde. Die leibliche Mutter des Opfers tritt in der Verhandlung als Nebenklägerin auf. 

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Strafrahmen zwischen 6 Monaten und 10 Jahren Gefängnis 

Der Strafrahmen für die gefährliche Körperverletzung und die Misshandlung von Schutzbefohlenen liegt bei sechs Monaten bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe. Nach Angaben des zuständigen Mannheimer Jugendamtes wurde das Kind regelmäßig dem Kinderarzt vorgestellt und besuchte kontinuierlich den Kindergarten - ohne dass es Hinweise auf häusliche Probleme gegeben habe. 

Bürgermeisterin zeigt sich betroffen 

Der am 13. September 2017 beim Jugendamt eingegangene Hinweis auf eine konkrete Kindeswohlgefährdung wurde sofort geprüft. Innerhalb von zwei Stunden sei der Junge in Obhut gekommen. Die zuständige Mannheimer Bürgermeisterin für Bildung, Kinder, Jugend und Gesundheit, Ulrike Freundlieb, zeigte sich betroffen angesichts des Falls und der Tatsache, dass die Gewalt nicht früher habe verhindert werden können. „Es ist sehr bedauerlich, dass durch Fälle wie dem aktuellen, dem Ruf und der Leistung von Pflegeeltern ein schlimmer Schaden zugefügt wird.“

Hätte die Kindesmisshandlung verhindert werden können?

Die Pflegeeltern in Mannheim und in der Rhein-Neckar-Region leisteten eine sehr wichtige und pädagogisch anerkannte Aufgabe. Hätte das Leid des Jungen früher entdeckt oder verhindert werden können? Freundlieb sagte, die Beurteilung einer familiären Situation sei letztlich immer eine Prognose in die Zukunft, die stets nur aufgrund der aktuellen Situation bewertet werden könne. „In der Nachbetrachtung kann sich die Situation dann jedoch als anders herauskristallisieren, als sie sich zum Beurteilungszeitpunkt dargestellt hat.“

Jugendamt betreut 203 Pflegefamilien 

Das Jugendamt Mannheim betreut derzeit 203 Pflegefamilien, in denen 235 Pflegekinder leben. Der Pflegekinderdienst vermittelt im Jahr durchschnittlich 25 bis 40 Kinder in Familien in Mannheim.

Zeitgleich zu diesem Prozess geht in Frankenthal der Babymordprozess weiter. 

Leibliche Mutter ist Nebenklägerin

Update vom 6. Februar: Nun sind weitere Infos zu dem grausamen Fall, bei dem Pflegeeltern ein 3-jähriges Kind misshandelt haben, bekannt: Die Pflegefamilie hat in Brühl gewohnt, wo der 3-Jährige ursprünglich gelebt hat, ist unklar. Neben ihrem Pflegesohn haben die Angeklagten auch zwei eigene Kinder: Eine 11-jährige Tochter und einen 13-jährigen Jungen. 

Die Pflegeeltern können eine Haftstrafe von 6 Monaten bis zu 10 Jahren wegen schwerer Körperverletzung erwarten. Das Amtsgericht kann maximal 4 Jahre verhängen, danach kann die Anklage über das Landgericht laufen.

Die leibliche Mutter des misshandelten Kindes tritt in dem Fall als Nebenklägerin und als Zeugin auf.

Kind von Pflegeeltern gequält und misshandelt: Paar in Mannheim vor Gericht

Erstmeldung vom 4. Februar: Wochenlang soll ein 3-jähriges Kind gequält und misshandelt worden sein – nun müssen sich seine Pflegeeltern vor Gericht verantworten. Wie das Mannheimer Amtsgericht am Montagnachmittag (4. Januar) mitteilt, soll sich das Ehepaar zu Beginn der Pflege ordnungsgemäß um den Jungen gekümmert haben.

Jedoch im Juli 2017 soll der 44-jährige Vater sein Pflegekind mindestens einmal geschlagen haben. Ab diesem Zeitpunkt habe die gleichaltrige Ehefrau ihren Sohn gequält und misshandelt. Sie soll ihm für mehrere Wochen kein oder nur unzureichendes Essen gegeben haben. Als Strafmethode habe sie den 3-Jährigen mit kalten Wasser geduscht und ganze Haarbüschel herausgerissen. Dem Mann soll dies bekannt gewesen sein und durch Unterlassen gefördert haben.

Von Pflegeeltern misshandelt: Kind weist viele Verletzungen vor

Der Junge sei unterernährt, mit mehreren Hämatomen und Verletzungen, einem Schlüsselbeinbruch sowie einer Leberprellung ins Mannheimer Universitätsklinikum eingeliefert worden. Aufgrund der Verletzung habe das Kind zehn Tage stationär behandelt werden müssen“, so Dr. Gunter Carra, Pressesprecher des Mannheimer Amtsgerichts.

Kind misshandelt: Prozessstart Mitte Februar

Die beiden Angeklagten müssen sich wegen gefährlicher Körperverletzung mit Misshandlung von Schutzbefohlenen am Dienstag, den 12. Februar um 9 Uhr im Amtsgericht verantworten. 

Fortsetzungstermine: Dienstag den 19. Februar, 9.00 Uhr und Dienstag den 28. Februar, 9.00 Uhr

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jol/cet/pm

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