Politiker äußern sich zur Förderung des Landes

„Mehr ist Mannheim wohl nicht wert“: Stimmen zur Nationaltheater-Sanierung

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Das Land Baden-Württemberg steuert 40 Millionen Euro zur Sanierung des Nationaltheaters bei – zu wenig für manche Politiker.

Mannheim - Für die Sanierung des Nationaltheaters gibt das Land 40 Millionen Euro dazu – weniger als erhofft. Nun äußern sich regionale Politiker zu der Unterstützung:

Seit dem 24. Juli 2018 steht fest, dass das Mannheimer Nationaltheater saniert werden soll – für 200 Millionen Euro. Hinzu kommen 40 Millionen Euro für den Pfalzbau in Ludwigshafen als Ersatzspielstätte. Stadt und Bund wollen jeweils 80 Millionen Euro zu dem Umbau dazugeben.

Am Samstag (20. Oktober) wird bekannt, dass das Land Baden-Württemberg 40 Millionen Euro beitragen wird – gerade einmal die Hälfte von dem, was sich die Stadt erhofft hat! Die Reaktionen aus der Politik fallen daher eher negativ aus.

Große Aufgabe für Stadt und Bürger

Laut dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Ralf Eisenhauer sei dies eine enorme Aufgabe, die man in Mannheim nur gemeinsam lösen könne: „Nun wissen wir, woran wir sind. Während Stuttgart und Karlsruhe deutlich über 100 Millionen Euro Landesmittel erhalten, soll sich Mannheim nach dem Willen von Grünen und CDU mit lediglich 40 Millionen Euro begnügen“, sagt Eisenhauer.

Auch Thorsten Riehle, kulturpolitischer Sprecher der SPD, ist enttäuscht über die Entscheidung des Landes. Man müsse nun Stuttgart zeigen, wie wichtig das Nationaltheater für die Kulturlandschaft in Mannheim und der Region sei: „Stuttgart hätte beweisen können, dass es die Anstrengungen von Mannheim, die Sanierung gemeinsam mit dem Bund zu stemmen honoriert. Das wurde versäumt - trotz guter Haushaltslage“, erklärt Riehle.

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Grundlagen für Pläne der Sanierung

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Elke Zimmer äußert sich positiv übe das geplante Geld, da Mannheim nun in den „Genuss“ einer so hohen Sonderförderung komme. Das zeige den hohen Stellenwert des Nationaltheaters in der Kulturlandschaft des Landes: „Das Bekenntnis des Landes zum Mannheimer Nationaltheater war bereits vor der Sommerpause klar formuliert. Nun folgen den Worten auch Taten.

Für dieses Ergebnis habe sie, zusammen mit ihrem Kollegen Manfred Kern, schon vor dem Sommer geworben. Beide sind sich einig, dass die Förderung nicht hoch genug gewürdigt werden könne.

Der Bund hat geliefert, das Land nicht

Auch Dr. Stefan Fulst-Blei und Dr. Boris Weirauch von der SPD kritisieren die ungenügende Förderung: „Mehr ist Mannheim der grün-schwarzen Landesregierung offenbar nicht wert. Während die Staatstheater in Stuttgart und Karlsruhe jeweils mit deutlich über 100 Millionen gefördert werden, muss sich Mannheim wieder einmal hinten anstellen“, sagt Weihrauch.

Fulst-Blei ist enttäuscht darüber, dass das Land hinter der Förderung des Bundes zurückbleibt: „Fair wäre gewesen, wenn die Sanierung unseres historisch einzigartigen und bundesweit renommierten Theaters zwischen Bund, Land und Stadt zu gleichen Teilen gestemmt worden wäre. Der Bund hat geliefert, Grün-Schwarz bleibt im Land leider auf halber Strecke stehen.

Warum die Sanierung?

Die haus- und bühnentechnischen Anlagen des Mannheimer Theaters müssen dringend saniert werden. Außerdem bestehen laut Stadt große Defizite im Brandschutz und Arbeitsschutz. Durch die Grundsanierung sollen auch Verbesserungen für Mitarbeiter und Besucher umgesetzt werden – zum Beispiel im Kassenbereich und in der Gastronomie.

Während der Sanierung wird das Haus voraussichtlich vier Jahre geschlossen bleiben. Das Theater zieht dann in den Pfalzbau in Ludwigshafen.

pm/dh

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