Hauptverhandlung eröffnet

Schwerer Raub! ‚Teenie-Bande‘ vor Gericht

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Nur sechs der sieben Vorgeladenen erscheinen zum Prozess. 

Mannheim-Innenstadt – Raubüberfälle, Schlägereien, Diebstahl – die Latte der Vergehen der sieben Angeklagten ist lang. Prozess-Auftakt am Landgericht wegen schwerer Jugendkriminalität.

Einer der ‚glorreichen Sieben‘ glänzte direkt durch Abwesenheit...

Erster Verhandlungstag im Prozess gegen sieben Teenager wegen Verdachts des gemeinschaftlichen schweren Raubes – so lautet neben anderen Delikten der Haupt-Tatvorwurf.

Zusammengefasst: Diebstahl bei „Peek & Cloppenburg“ (Wert der Beute über 1.000 Euro), Raubüberfälle auf mehrere Passanten mithilfe von Messern, Schusswaffen, Pfefferspray und fliegenden Fäusten sowie Diebstahl von diversen Smartphones, Kreditkarten und Bargeld. 

Das Alles geht in einem Zeitraum von nur vier Wochen – in verschiedenen Konstellationen – auf die Konten der sieben Nachwuchs-Ganoven. 

Dafür müssen sie sich seit Dienstag vor dem Mannheimer Landgericht verantworten. Die Kammer hatte am 7. Januar beschlossen, die Verfahren aufgrund der Verbindung der Angeklagten zusammenzuführen. 

So sitzen also sechs der sieben Täter gemeinsam im Saal – Suleyman O. (18) erscheint gar nicht. Es wird vermutet, dass er sich ins Ausland abgesetzt hat.

Bogdan U. (19) und Kevin K. (18) werden in Handschellen in den Verhandlungssaal geführt. Nach einer Verhandlung im Vorfeld wurden beide zu U-Haft verknackt – der Rest der Truppe ist auf Bewährung. 

Bedenkt man, dass die beiden Inhaftierten schon mehrere Monate hinter Gittern verbringen mussten, wirken sie nahezu entspannt. Einer winkt seinen Kumpels unter den Prozess-Beobachtern sogar freudig zu. 

Dann wird´s der Richterin zu bunt: „Was denken Sie eigentlich, was das hier ist? Das ist ein Strafverfahren, kein Musikantenstadl!"

Sie beginnt mit der Befragung über die Vergangenheit und prompt spulen alle Angeklagten das Gleiche ab: Drogen? – Ja. Alkohol? – Ja. Einsicht? – Aber natürlich!

Die Erklärungsversuche sind alle gleich: Falsche Freunde, falsche Schule, zu viel Zeit und Langeweile. Die Lebensläufe nicht gerade aussagekräftig. Aber: Man habe sich ja jetzt gebessert!

Die 15- bis 19-Jährigen scheinen allesamt einen wundersamen Wandel vollzogen zu haben, suchen beherzt Ausbildungsstellen, sind fast alle clean und versprechen Besserung.

„Wir haben alle nur einen kurzen Film geschoben. Wir dachten, wir machen das, holen uns Geld...", versucht sich Dogan U. zu entschuldigen, der das erbeutete Geld mit einigen seiner Mittäter in einen Bordell-Besuch steckte.

Die Richterin sieht das etwas kritischer und ordnet einen Blut- und Urintest vor Ort an. In den kommenden Tagen wird sich herausstellen, wer sich tatsächlich an seine eigenen Vorsätze gehalten hat.

Am 12. Februar wird die Verhandlung fortgesetzt.

kab

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