Staatsanwaltschaft Mannheim

Zugunglück am Hauptbahnhof: Anklage gegen Lokführer

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Das Zugunglück am 1. August 2014.

Mannheim-Schwetzingerstadt - Im August 2014 kracht ein Güterzug in einen mit hunderten Passagieren besetzten Eurocity. Jetzt wird der Lokführer zur Verantwortung gezogen:

Am 1. August 2014 kommt es um 20:51 Uhr zu einem heftigen Zug-Unfall am Mannheimer Hauptbahnhof. An einer Weichenverbindung vor der Einfahrt in den Bahnsteigbereich stößt ein Güterzug mit einem Personenreisezug zusammen. 

Das Triebfahrzeug des Güterzugs kracht gegen den ersten Reisewagen unmittelbar hinter dem führenden Steuerwagen des EC216. Der erste und zweite Wagen kippt um, das Triebfahrzeug und zwei Containerwagen des Güterzugs entgleisen ebenfalls. 

Viele Verletzte! Güterzug rammt Eurocity

Der Tag nach dem Zugunglück in Mannheim

Im Eurocity sind zu diesem Zeitpunkt 250 Passagiere, 110 von ihnen in den umgekippten Waggons. Wie die Staatsanwaltschaft Mannheim erklärt, sollen sich im Zuge der nach dem Unglück geführten Ermittlungen 14 Verletzte gemeldet haben. Die meisten von ihnen haben Prellungen erlitten. Am schwersten verletzt wurde eine Person, die sich das Schlüsselbein gebrochen hat. 

Die Unglücksstelle eine Woche danach

Auch nach vier Wochen stehen die Waggons des Zugunglücks noch am Hauptbahnhof

Der Verdacht der Ermittler richtet sich schnell gegen den Lokführer. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Mannheim gegen den 62-jährigen Zugführer Anklage wegen des Verdachts der Gefährdung des Bahnverkehrs und der fahrlässigen Körperverletzung erhoben. 

Nach dem Untersuchungsbericht der Eisenbahnunfalluntersuchungsstelle des Bundes (EUB) soll die Kollision keine technischen Ursachen gehabt haben. Sie soll aus dem Fehlverhalten des Triebfahrzeugführers auf dem Güterzug resultiert haben. Dieser Bewertung hat sich die Staatsanwaltschaft nach eigener Sachprüfung angeschlossen.

Der Angeklagte soll sich irrigerweise an den links seines Fahrwegs befindlichen Signalen orientiert und deshalb ein Haltesignal überfahren haben. Die automatische Zwangsbremsung wurde eingeleitet. Der Güterzug kommt zum Stillstand. Ohne sich – wie zwingend vorgeschrieben – wegen der Zwangsbremsung mit der Fahrdienstleitung im Hauptbahnhof in Verbindung zu setzen, soll der Angeklagte die Zwangsbremsung aufgehoben und die Fahrt fortgesetzt haben. Dadurch soll es zu der Kollision gekommen sein.

Die Schäden an den Fahrzeugen betragen insgesamt über 1,8 Millionen Euro, die Schäden am Bahnhof belaufen sich auf über eine halbe Million Euro. 

>>> Alles zum Thema Zugunglück am Mannheimer Hauptbahnhof

StA/mk

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