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Schlachthof in Mannheim: Aus nach Insolvenz – Zahlreiche Beschäftigte arbeitslos

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Von: Peter Kiefer

Der Regio Schlachthof in Mannheim hat Insolvenz angemeldet. (Symbolfoto)
Der Regio Schlachthof in Mannheim hat Insolvenz angemeldet. (Symbolfoto) © picture alliance / dpa

Mannheim – Aus und vorbei! Bei der Regio Schlachthof GmbH im Fahrlach sind nach nur vier Jahren endgültig die Lichter ausgegangen. Die Hintergründe der Insolvenz:

Erst ist der kommunale Fleischversorgungszentrum (FVZ) Schlachthof im Jahr 2017 von der Stadt geschlossen worden, weil er sich schlichtweg nicht mehr rentiert hat, jetzt hat es den Nachfolger an gleicher Stelle erwischt. Seit Samstag (31. Juli) ist der Regio Schlachthof, eine Vereinigung privater Fleischgroßhändler aus der Pfalz, Südhessen und Baden, dicht, wie der Mannheimer Morgen unter Berufung auf den als Generalbevollmächtigten eingesetzten Rechtsanwalt Martin Wiedemann von der Kanzlei Ernestus in Mannheim berichtet. Somit sind am Freitag letztmals Schweine auf dem Fahrlach-Gelände (Stallkapazitäten für rund 500 Schweine) geschlachtet worden. Seitdem stehen Knochensägen und Förderbänder still.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl310.658 (Stand: 31. Dez. 2019)
Fläche144,96 km²
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Hintergrund der Schlachthof-Schließung: Die Zahl der geschlachteten Tiere ist zuletzt schlichtweg nicht ausreichend gewesen, um den Betrieb mit 27 Beschäftigten wirtschaftlich weiterführen zu können. Benötigt hätte man wöchentlich etwa 3.000 Schweine – die Realität waren zuletzt aber nur halb so viele. Zum Vergleich: Laut Eigenangaben hat der Betrieb zu Höchstzeiten hat der Betrieb über 5.000 Ferkel, Scheine und Mutterschweine geschlachtet.

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Mannheim: Kein Sanierungskonzept – Insolvenz in Eigenverantwortung vor Aufhebung

Dadurch habe man die Preise nicht mehr halten können: „Die Kunden haben sich nicht dazu bekannt, dass sie alle Kosten decken wollen“, so Anwalt Wiedemann zum Mannheimer Morgen. Sprich Landwirte, Metzger und Viehhändler wollten nicht mehr Geld für die Ware bezahlen. Darüber hinaus seien die Instandhaltungs- und Energiekosten sowie die Fleischbeschaugebühren für die Betreiber zu hoch gewesen.

Weil man nicht mehr kostendeckend arbeiten konnte, hatte die Regio Schlachthof GmbH vor rund drei Monaten (Ende April) eine Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Seitdem ist es nicht gelungen ein rettendes Konzept zur Sanierung zu stemmen. Inzwischen habe man bei Gericht den Antrag gestellt, diese Eigenverwaltung wieder aufzuheben, so Experte Wiedemann. Damit werde dann das Regelinsolvenzverfahren eröffnet.

Schlachthof-Aus in Mannheim: Keine Einigung mit Großmarktgesellschaft

Vielleicht hätte eine Änderung der Vertragsmodalitäten mit der Großmarktgesellschaft, einer Tochtergesellschaft der Stadt Mannheim, den Schlachthof noch vor dem Aus retten können. Doch es konnte keine Einigung mit der Vermieterin erzielt werden.

Leidtragende der Schlachthof-Schließung sind aufgrund wesentlich längerer Transportwege und-kosten außer den Bauern und Direktvermarktern aus der Rhein-Neckar-Region vor allem auch die Schweine. (pek)

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