Üben für den Ernstfall

Selbstbehauptungstraining: Polizei macht Frauen stark! 

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Beim Selbstbehauptungstraing der Polizei in Sandhofen geht es zur Sache.

Mannheim-Sandhofen – Ein dunkler Weg, eine unheimliche Begegnung. Wie reagiert man da am besten? MANNHEIM24 probt den Ernstfall im Selbstbehauptungskurs der Polizei:

Es ist 18 Uhr, elf Teilnehmerinnen unterschiedlichsten Alters haben sich auf der Polizeiwache in Sandhofen eingefunden. Jugendliche, ältere Damen, Mütter, Töchter, Freundinnen, Einzelpersonen.

Die Stimmung ist ausgelassen und positiv. Alle freuen sich auf den Kurs.

Sportbekleidung tragen wir alle nicht – Schließlich weiß man nie, wann man in eine missliche Lage gerät. Ich bin in einer steifen Jeans, einem T-Shirt und unbequemen Schuhe gekommen.

Selbstbehauptungstraining: Frauen üben für den Ernstfall

Selbst lautes Schreien will gelernt sein

Dann geht es los. Spielerisch nähern wir uns den Themen Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. Wir lassen Luftballons zerplatzen, trauen uns ein erstes Mal laut zu sein. Dann geht es auch schon zur Sache: Wir sollen richtig schreien.

Und ich stelle fest: Gar nicht so leicht. Ich dachte immer, in der Not würde ich sicher losschreien oder mich wehren. Eigentlich klinge ich aber wie eine Maus. Was ich machen soll, weiß ich auch nicht. Jetzt denke ich – zum Glück bin ich hier.

Spielerisch testen wir unsere Stimmen, bringen sie an die Grenzen. Dann sollen wir auch unsere Kräfte einbringen.

Angreifer aus Stoff

Wir üben an einem Kissen und geben dem Stoff-Angreifer ordentliche Ohrfeigen. Dann auch Schläge und Tritte. Alles natürlich nach der Anleitung von Polizeioberkommissar Christoph Kunkel und seinen Kollegen.

Obwohl ich darauf vorbereitet bin, dass gleich geschlagen und geschrien wird, schrecke ich oft zusammen. Genau das ist es, was einen Täter im Ernstfall abschreckt. Sicherlich will er kein Opfer, das laut ist, das sich wehrt.

Während der Übungen kommen die Frauen richtig aus sich heraus. Und ich bin wirklich überrascht, wie laut auch ich sein kann. Das bin ich von mir nicht gewohnt, aber mit der Zeit fühlt es sich ganz normal an. Auch im Schlagen mache ich mich ganz gut – und bin überrascht, über die Kraft, die in mir steckt. Und das sogar noch so spät am Abend – nach Feierabend.

Training am lebenden Objekt

Am Ende üben wir auch, die Schreckenssekunde zu überwinden. Mit geschlossenen Augen stehen wir im Raum. Trainer Christoph Kunkel trägt nun einen Schutzanzug. Sobald er uns angreift, heißt es: schreien, treten, schlagen – und den Angreifer überwältigen.

Insgesamt dauert der Kurs sechs Stunden lang. Drei Stunden Theorie, drei Stunden Praxis. Am Ende sind wir alle heiser, haben Luftballons zerstört, einen Mann geschlagen. Hier stehen keine Opfer, hier stehen Frauen, die sich wehren können – und das im Ernstfall auch werden.

Mein Fazit: Ich fühle mich tatsächlich sicherer. Ich habe das Gefühl stärker zu sein, habe verborgene Kräfte entdeckt und vor allem Techniken gelernt, mit denen ich mich schützen kann.

Würde mich jetzt jemand angreifen – ich würde zumindest um mein Leben schreien – und wissen, dass ich diesmal auch gehört werde. Ganz verschwunden ist die Angst nicht – Das war jedoch auch nicht Ziel der Übungen.

Die Kurse sind kostenlos und finden etwa zwei Mal im Monat statt. Wer Interesse hat, daran teilzunehmen, kann sich per E-Mail an kunkelc1@polizei.bwl.de bei Polizeioberkommissar Christoph Kunkel melden.

mk

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