Nach Unfall mit zwei Toten 

Gericht verurteilt A6-Todesfahrer (38)!

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In diesem Opel Corsa starben am 12. Juni 2015 zwei Menschen auf der A6.

Mannheim-Sandhofen – Weil er im Sommer 2015 auf der A6 ungebremst ins Stau-Ende rast, sterben zwei Menschen in ihrem Kleinwagen. Jetzt steht der Todesfahrer (38) vor Gericht:

Es ist ‚nur‘ einer von vielen schrecklichen Unfällen auf der A6 zwischen Autobahndreieck Viernheim und der Ausfahrt Mannheim-Sandhofen...

Das Verhängnisvolle: Oft sind tonnenschwere Lkw beteiligt, die in einen Stau krachen und für Verwüstung sorgen – so auch am 12. Juni 2015 als zwei Frauen in ihrem Auto zerquetscht werden.

Am Montag (9. Oktober) nun der Prozessauftakt gegen den 38-jährigen Lkw-Fahrer wegen fahrlässiger Tötung am Amtsgericht Mannheim. Fünf Nebenkläger sind zugelassen. Nach der Verlesung der Anklage und der Anhörung mehrerer Zeugen sowie eines Sachverständigen, fällt noch am gleichen Tag das Urteil! 

Wegen fahrlässiger Tötung wird der 38-Jährige zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt! 

Das Gericht verurteilte den Mann zudem zur Zahlung von 3.000 Euro an eine soziale Einrichtung. Der Richterspruch ist noch nicht rechtskräftig. Beide Seiten haben eine Woche Bedenkzeit.

Lkw kracht in Stau-Ende! Zwei Menschen sterben in Opel

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft

Laut Anklageschrift soll der Beschuldigte Marius-Ionel V. am 12. Juni 2015 gegen 15:35 Uhr mit einem Sattelzug auf der A6 in Höhe Sandhofen ungebremst ins Stau-Ende gekracht sein!

Der schwere Lkw schiebt mit rund 90 Stundenkilometern auf der rechten Spur einen mit zwei Personen besetzten Opel Corsa auf einen Mercedes Atego – beide hatten laut Gutachten verkehrsbedingt auf Tempo 22 abgebremst.

Da V. zu wenig Abstand gehalten und die langsamer werdenden Autos nicht bemerkt haben soll, hat er keine Chance mehr, rechtzeitig auszuweichen oder zu bremsen.

Vor Gericht schildert der Mann jedoch, der sich reumütig mit leiser Stimme bei den Angehörigen der Opfer entschuldigt, dass er sehr wohl den Stau bemerkt habe! Doch plötzlich sei der Opel von links neben ihm vor ihn herübergezogen – dies habe zum Zusammenstoß geführt.

Fakt ist jedoch leider: Seine tonnenschwere Zugmaschine schiebt den Kleinwagen auf den Atego, quetscht den Opel auf nur noch ein Drittel seiner Länge. Die beiden Insassen sind sofort tot!

Die beiden Leichen können nur unter Einsatz einer Rettungsschere auf einem angrenzenden früheren US-Militärgelände aus dem Wrack befreit werden.

Der Unfallverursacher sowie der 65-jährige Atego-Fahrer werden leicht verletzt. Da auch noch ein Toyota Aygo auf der linken Fahrbahn erheblich am Heck beschädigt wird, entsteht ein Sachschaden von rund 40.000 Euro.

Lkw kracht in Stau-Ende! Zwei Tote und 14 Verletzte

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dpa/pek

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