SNP-Chef wird neuer Eigentümer

RNF ist gerettet: Heidelberger Unternehmer übernimmt TV-Sender

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Beim RNF geht der Betrieb weiter – dank eines millionenschweren Mäzens. (Symbolbild)

Mannheim – Die schweren Zeiten für Rhein-Neckar Fernsehen scheinen der Vergangenheit anzugehören – SNP Gründer und Chef, Andreas Schneider-Neureither, wird neuer Eigentümer. Das hat er mit dem Sender vor:

  • Rhein-Neckar Fernsehen steckt derzeit in einem Insolvenzverfahren
  • Geschäftsführer Ralph Kühnl erklärt, wie es mit dem Sender derzeit aussieht
  • Fördermittel und Entlassungen bringen finanzielle Verbesserung 
  • Das RNF ist gerettet – Heidelberger Unternehmer kauft Rhein-Neckar-Fernsehen

Update vom 15. Januar: So schnell kann es gehen! Eben noch ist das Rhein-Neckar-Fernsehen unmittelbar von der Pleite bedroht, jetzt dürften in den Redaktionsräumen wohl die Sektkorken knallen. Wie die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet, wird der regionale TV-Sender vom Heidelberger Unternehmer Andreas Schneider-Neureither aufgekauft. Der Gründer und Vorstandschef der Heidelberger IT-Firma SNP, die jetzt auch Namensgeber der neuen Großsporthalle in Heidelberg werden soll, will das RNF aber nicht in seine Firma integrieren – bei dem Kauf handelt es sich um eine private Investition. Bezüglich der Motivation für den Kauf des insolventen Senders gibt sich der erfolgreiche Unternehmer idealistisch: „Gerade in Zeiten, in denen die Entwicklung von Medien, speziell im regionalen nicht vorherzusehen ist, braucht es diese stabile Säule - auch im Bezug auf die politische Willensbildung in der Bevölkerung", so Schneider-Neureither gegenüber der RNZ

Die knapp 400.000 Zuschauer dürfen sich über das Fortbestehen des bewährten RNF-Programms freuen, denn trotz Übernahme soll sich zunächst nichts ändern. Jedoch plant der alte und neue Geschäftsführer Ralph Kühnl mittelfristig neue Formate einzuführen. Die Schwerpunkte sollen dabei auf dem regionalen Sport, Musik regionaler Künstler und diversen Freizeittipps liegen.

Trotz Insolvenz: So will das RNF die Wende schaffen

Erstmeldung vom 3. Januar: Zwei anstrengende Jahre liegen hinter den Mitarbeitern des Rhein-Neckar Fernsehens. Erst die Insolvenz im Jahr 2018, dann die Übernahme durch die Mediengruppe Dr. Haas, die im September 2019 die Unterstützung aber wieder eingestellt hat – wodurch ein neuerliches Insolvenzverfahren beginnt. Doch den Kampfgeist und die Hoffnung verliert das RNF nicht, sondern sendet immer weiter. Im Gespräch mit MANNHEIM24 erklärt Geschäftsführer Ralph Kühnl am Freitag (3. Januar), wie es mit dem RNF weiter gehen soll. 

Mannheim: RNF-Insolvenz – diese Hoffnungen gibt es für den Sender

Derzeit würden er und Insolvenzverwalter Steffen Rauschenbusch von der Mannheimer Anwaltskanzlei Ernestus an einer stabilen Lösung arbeiten. Er könne aber noch nicht genau ins Detail gehen, was derzeit alles verhandelt werde. Es gebe allerdings Interessenten, die den großen Wert eines regionalen Fernsehsenders wie RNF sähen, so Kühnl weiter. 

Ein Lichtblick könnte zudem aus der Politik kommen. Für den neuen Doppelhaushalt 2020/21 hat das Land Baden-Württemberg insgesamt 4,2 Millionen Euro für den privaten Rundfunk im Bundesland eingeplant. Dieses Geld soll an die Landesanstalt für Kommunikation in Stuttgart überwiesen und von dort an die Sender verteilt werden. Ralph Kühnl rechnet nun mit 800.000 Euro, die an das RNF gehen sollen. 

Mannheim: RNF-Insolvenz fordert weitere Entlassungen

Ein Ende sei aber noch nicht in Sicht: „Wir senden einfach weiter“, erklärt Kühnl lachend. Man arbeite nun daran, das strukturelle Defizit des letzten Jahres auszugleichen – dabei müssen aber auch harte Entscheidungen getroffen werden. 

So hat RNF mittlerweile nur noch 18 feste Mitarbeiter und 12 bis 13 studentische Hilfskräfte, um das Programm aufrechtzuerhalten. Im Dezember 2019 ist zudem eine Gesellschaft mit dem Namen „Rhein-Neckar-Fernsehen und TV-Produktion GmbH“ gegründet worden, in welche die verbleibenden Angestellten gewechselt sind. Durch die Verkleinerung des Teams von 31 auf 18 Mitarbeiter würden nun Fixkosten gespart werden. 

Mannheim: RNF hat alle Möglichkeiten des Insolvenzrechts genutzt

Wir sind froh, dass wir mit dieser Konstruktion ins neue Jahr gekommen sind“, sagt Kühnl. Das sei aber nur möglich gewesen, weil der Insolvenzverwalter Steffen Rauschenbusch alle Möglichkeiten des Insolvenzrechts genutzt hätte. 

Durch die Kombination der Fördermittel und der Senkung der Fixkosten bestehe nun die Möglichkeit, an eine Fortführung des RNF zu denken. Bleibt abzuwarten, was sich sonst noch im Laufe der nächsten Monate für den Privatsender ergibt. 

Mannheim: Hintergrund der RNF-Insolvenz

Im Jahr 1986 ging das RNF auf Sendung. Zunächst nur als Fensterprogramm auf RTL, ab 1996 dann sogar als 24-Stunden-Sender RNFplus. Die Zusammenarbeit mit RTL spülte 1,4 Millionen Euro in die Kassen. Doch 2016 endete diese Zusammenarbeit und das RNF konzentrierte sich mehr auf das Online-Programm. 

Völlig unerwartet wurde im Juli 2018 die Insolvenz beim Amtsgericht Mannheim eingereicht. Kurz darauf übernahm die Mediengruppe Dr. Haas den Sender – bis die Unterstützung im September 2019 wieder eingestellt wurde. Nun sieht das Rhein-Neckar Fernseher wieder einer unklaren Zukunft entgegen. 

dh/esk 

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