Eigentümer wegen Brandstiftung verurteilt 

,Altes Relaishaus‘ steht nach Feuer leer: Wird die Brandruine vor dem Verfall gerettet?

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Das ,Alte Relaishaus‘ nach dem Brand.

Mannheim-Rheinau - Seit einer Brandstiftung im Oktober 2015 steht das ‚Alte Relaishaus‘ leer. Nun soll sich das ändern. Wie die SPD nun gegen den Verfall des Gebäudes kämpfen will:

  • Am 21. Oktober 2015 steht der Dachstuhl vom ‚Alten Relaishaus‘ in Mannheim-Rheinau komplett in Flammen
  • Es entsteht ein Schaden von 250.000 Euro
  • Schnell stellt sich heraus: Es war Brandstiftung.
  • Am 20. Januar 2016 verhaftet die Polizei den Eigentümer des ‚Relaishauses‘ und drei seiner Angestellten. 
  • Sie sollen das Feuer gelegt haben, um Geld von der Versicherung bekommen.
  • Der Hauptangeklagte Peter M. wird zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

Update vom 22. Mai 2019: Um die Frage zu klären, was mit dem ,Alten Relaishaus' passiert, hat die SPD einen Antrag im Gemeinderat eingereicht. Die Partei will das Gebäude vor weiterem Verfall retten und es für die Bevölkerung nutzbar machen. Eine Unterschriftenaktion gab es dazu bereits auch schon. 

Wir wollen einmal mehr öffentlich machen, dass die Situation so nicht länger hinnehmbar ist. Eine Brandruine mitten im Zentrum von Rheinau ist sicherheitspolitisch wie städtebaulich ein gravierendes Problem, das jetzt gelöst werden muss“, so Thorsten Riehle, Rheinauer Stadtrat. Man wolle alle Möglichkeiten eines Aufkaufs prüfen. Pläne dafür liegen bereits vor. 

Aber für was könnte man das Relaishaus nutzen? Laut der SPD würde sich die Bevölkerung unter anderem vorstellen können, dass das Gebäude als Treffpunkt für ältere Menschen oder Vereine genutzt werde. Stadtrat Dr. Boris Weirauch hat die Idee eingebracht, den Polizeiposten Rheinau im Alten Relaishaus unterzubringen.

Weirauch sieht auch durchaus Chancen, den jetzigen Zustand, in dem das Gebäude immer weiter verfällt, zu verändern – zum Beispiel über das Baugebot im Baugesetzbuch. Dieses könne dann zur Anwendung kommen, wenn ein Eigentümer seine Immobilie bewusst und über eine längere Zeit verwahrlosen lässt. „Wir wollen deshalb wissen, ob die Stadtverwaltung eine Möglichkeit sieht, über eine Anwendung des Baugebots den Eigentümer zu veranlassen, das Gebäude zu sanieren oder - bei einer Verweigerung - einen Verkauf zu erzwingen. Möglicherweise kann die Stadt auch die Zwangsvollstreckung in das Gebäude im Zuge der Geltendmachung offener Forderungen der Stadt Mannheim oder Dritter in die Wege leiten. Das wollen wir jetzt geklärt haben.“ 

Nach Brandstiftung: Was wird aus dem ‚Alten Relaishaus‘ in Mannheim-Rheinau?

Update vom 12. März 2019: Was soll mit dem ‚Alten Relaishaus‘ in der Relaisstraße passieren, das seit dem Feuer im Oktober 2015 leersteht? In dieser Frage hat sich SPD-Landtagsabgeordneter und Mannheimer Stadtrat Boris Weirauch (SPD) an die Staatssekretärin für Denkmalschutz, Katrin Schütz (CDU), gewandt. In seiner Anfrage will Weirauch wissen, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, dass die Stadt Mannheim das Grundstück übernehmen kann. „Der wegen der Brandstiftung verurteilte Eigentümer verweigert offenbar jegliche Kooperation mit der Stadt, damit das Haus renoviert und zukünftig wieder im Sinne der Allgemeinheit genutzt werden kann“, so der Politiker. Nach der im Juni 2018 kurzfristig abgesagten Zwangsversteigerung des ‚Relaishaus‘ habe der Eigentümer nicht in denErhalt des Gebäudes investiert.

„Wir können dem Verfall des Gebäudes mitten in Rheinau nicht weiter zusehen, alle Optionen müssen auf den Tisch“, so Weirauch. Von Katrin Schütz erhoffe sich der Abgeordnete Hinweise, ob mit Maßnahmen des Denkmalschutzes der Druck auf den Eigentümer erhöht werden könne. Weirauch hatte bereits gegenüber Innenminister Thomas Strobl (CDU) ins Gespräch gebracht, den Polizeiposten Rheinau aus dem Casterfeld in das ‚Alte Relaishaus‘ in Rheinau zu verlegen. „Dieses Trauerspiel muss endlich ein Ende haben.“

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,Altes Relaishaus‘ in Mannheim: Keine Zwangsversteigerung nach Feuer möglich

Update vom 20. Juni 2018: Das ,Alte Relaishaus‘ in Mannheim-Rheinau wird doch nicht zwangsversteigert. Somit sind auch die Pläne, aus ihm eine Polizeistation zu machen, über den Haufen geworfen.

Der Schuldner kam unerwartet auf andere Weise seinen Verpflichtungen nach“, so Rico Fischer, Pressesprecher der Sparkasse Rhein-Neckar-Nord. Eine Zwangsversteigerung durch die Bank sei somit nicht mehr nötig – beziehungsweise rechtlich gar nicht mehr möglich. Eine Entwicklung, so Fischer weiter, die man nicht vorhergesehen habe.

Das denkmalgeschützte Haus, das 2015 von seinem Eigentümer, Peter M., und drei seiner Mitarbeiter abgefackelt wird, trägt bei dem Brand einen Schaden von 250.000 Euro davon. Der Marktwert der Immobilie, so Fischer auf Anfrage von MANNHEIM24, liege bei 120.000 Euro.

Was nun mit dem Gebäude passieren wird, ist ungewiss. „Das liegt im Ermessen des Eigentümers“, so der Pressesprecher.

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Brandstiftung: ‚Altes Relaishaus‘ in Mannheim-Rheinau durch Feuer zerstört

Am 21. Oktober 2015 brennt es gegen 2 Uhr im ‚Alten Relaishaus‘. Der Dachstuhl steht komplett in Flammen, 20 Personen müssen aus dem Nachbarhaus evakuiert werden. Der Schaden: 250.000 Euro. Peter M.s Forderung von der Versicherung: 500.000 Euro.

Relaisstraße: Großeinsatz für Feuerwehr

Auf Nachfrage äußert sich die Staatsanwaltschaft am 11. November 2015 zur Ursache des Brandes: „Wir warten noch auf das Ergebnis des Gutachters, aber wir gehen von Brandstiftung aus“, sagt eine Sprecherin. 

Am 20. Januar 2016 verhaftet die Polizei den Eigentümer und drei seiner Angestellten – sie sollen das Feuer gelegt haben, um Geld von der Versicherung zu bekommen! Der Besitzer Peter M. hat zu dem Zeitpunkt fast eine Million Euro Schulden.

Arbeiten an ‚Relaishaus-Ruine‘ beginnen

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‚Altes Relaishaus‘ in Rheinau abgebrannt: Urteil gegen Brandstifter gefallen 

Ein Jahr später, am 25. Oktober 2016, fällt das Urteil gegen das Quartett. Der Hauptangeklagte Peter M. muss für acht Jahre ins Gefängnis. Auch seine Komplizen erwarten saftige Haftstrafen

Heinz Dieter W. bekommt fünf Jahre, Michael D. erhält eine Jugendstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und Laura H. ein Jahr und drei Monate auf Bewährung.

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gs/dh

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