Rassismus oder Kunstfreiheit

Xavier Naidoo vor Gericht: Urteil gefallen!

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Xavier Naidoo gewinnt einen Prozess in Regensburg. Er darf nicht mehr als Antisemit bezeichnet werden. (Symbolfoto)

Regensburg/Mannheim - Der Sänger Xavier Naidoo (46) wehrt sich mit einer Unterlassungsklage vor dem Landgericht Regensburg gegen Antisemitismus-Vorwürfe. So hat die Richterin entschieden:

Xavier Naidoo ist den meisten Leuten als Sänger und als Mitglied der Band ‚Söhne Mannheim‘ bekannt. Doch in letzter Zeit macht er eher Schlagzeilen durch den Vorwurf antisemitischer Liedtexte.

Naidoo erwirkt daraufhin eine vorläufige Verfügung, dass diese Äußerung zu unterlassen sei. 

Am Dienstag (17. Juli) wird am Landgericht Regensburg das Urteil gefällt – Xavier Naidoo darf nicht Antisemit genannt werden! Die Richterin untersagt einer Referentin der Amadeu-Antonio-Stiftung, den Sänger als Antisemiten zu bezeichnen. Die Stiftung setzt sich gegen Rechtsextremismus ein. 

Das Benefiz-Konzert der Söhne Mannheims in der SAP Arena

Vorwurf nicht ausreichend belegt 

Er ist Antisemit, das ist strukturell nachweisbar“, sagte die Referentin im vergangenen Jahr vor einem Publikum in Straubing. Die Frau habe diesen Vorwurf nicht ausreichend belegt, erklärt Richterin Barbara Pöschl bei der Urteilsverlesung. 

Naidoo beruft sich in der Verhandlung vor drei Wochen auf die Kunstfreiheit. Er betont, dass er sich selbst gegen Rassismus einsetze. Den Vorwurf antisemitischer Ressentiments weißt er im Gerichtssaal zurück. Sein Sohn trage zudem einen hebräischen Namen. 

Die Beklagte behauptet, dass Naidoo in seinen Liedtexten auch antisemitische Codes und Chiffren verwende. Das sei dem Sänger nach eigener Aussage nicht bekannt.

jmb

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