Staatsanwaltschaft Mannheim bestätigt Ermittlungen

Mannheim: Kriegsverbrecher stirbt in U-Haft – jetzt erhebt seine Anwältin schwere Vorwürfe! 

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Ignace M. (†55) wurde im sogenannten Ruanda-Prozess wegen Rädelsführerschaft in Tateinheit mit Beihilfe zu vier Kriegsverbrechen zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren verurteilt.

Mannheim - Weil er aus der Ferne ruanische Rebellen im Ostkongo befehligt haben soll, stand ein Mann vor Gericht. Jetzt ist er in U-Haft gestorben – und seine Anwältin erhebt schwere Vorwürfe: 

Der ruandische Rebellenführer Ignace M. ist in deutscher U-Haft gestorben. Seine Anwältin hat nun nach eigenen Angaben Anzeige wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleitung oder fahrlässiger Tötung erhoben. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat den Eingang der Anzeige gegen Unbekannt bestätigt. Er sei ein Todesermittlungverfahren eingeleitet, sagt ein Sprecher am Dienstag in Mannheim. Die Obduktion des Leichnams sei angeordnet.

Rebellenführer stirbt im Gefängnis: Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelt 

Die Anwältin des Verstorbenen hat im Namen seines 15-jährigen Sohnes Anzeige erstattet. Ignace M. war in Deutschland als Rädelsführer einer ausländischen Terrorvereinigung „Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas" (FDLR) im Ostkongo zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Am 16. April starb der 55-Jährige in einer Klinik in Mannheim. Der Gesundheitszustand des Mannes habe sich nach Angaben des Oberlandesgerichts Stuttgart am 11. April in der U-Haft plötzlich verschlechtert. Die Anwältin berichtet hingegen von einer längeren Erkrankung ihres Mandanten, auf die nicht angemessen reagiert worden sei. 

Terrorist stirbt in U-Haft in Mannheim: Wurde er nicht richtig medizinisch behandelt?

Die Anwältin schildert, dass ihr Mandant das Mannheimer Gefängnis bereits Mitte März darüber informiert habe, dass er wegen einer Erkrankung an der Wirbelsäule seit vier Wochen das Bett nicht mehr verlassen könne. Mindestens drei Mal habe er sich mit der Bitte um externe Behandlung an die Anstalt gewandt. Auch das OLG sei informiert gewesen. Eine vom Orthopäden empfohlene Durchleuchtung sei wegen des Defekts des Röntgengeräts in dem Mannheimer Gefängnis auf die lange Bank geschoben worden, kritisierte die Anwältin. Der Mann habe neun Jahre und fünf Monate lang bei strikter Isolation in U-Haft gesessen. Es stelle sich die Frage, wie diese - aus ihrer Sicht völlig unnötigen - verschärften Haftbedingungen sich auf seinen allgemeinen Gesundheitszustand ausgewirkt hätten.

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Erst kürzlich wird ein Mann wegen eines brutalen Angriffs auf einen Rentner am Landgericht Mannheim verurteilt. Er soll einen 68-Jährigen im Juni 2015 am Friedrichsring in Mannheim so brutal geschlagen haben, dass der Mannheimer später im Krankenhaus verstarb. 

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dpa/kab

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