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B-Tight präsentiert in der Alten Seilerei sein neues Werk.

„Retro“-Party 

Mit seinem Opa? B-Tight rappt Alte Seilerei platt

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    Nils Wollenschläger
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Mannheim-Neckarau – Rapper B-Tight bringt am Samstagabend die Alte Seilerei zum Beben und liefert dem begeisterten Publikum mit seiner „Retro“-Show Gangsta-Rap vom Feinsten.

Schauspieler, Rapper, Familienvater. Robert Edward Davis, besser bekannt als B-Tight, hat wahrlich viele Facetten. 

Am Samstagabend können sich seine Fans in der Alten Seilerei in Mannheim von seinem neuesten musikalischen Werk überzeugen.

Und man merkt, dass B-Tight endgültig erwachsen geworden ist. Er betrachtet seine Vergangenheit wie ein lieb gewordenes, aber in die Jahre gekommenes Fotoalbum. Statt Joint und Muskeln zählen jetzt seine Ehefrau, die drei Kinder, das Häuschen im Grünen. 

Doch was macht plötzlich der Opa im blauen Jogginganzug mit Krückstock auf der Bühne? Er greift zum Mikro und rappt munter und gar nicht altersschwach mit.

Hintergrund: Der Opa stellt den auch im Alter pöbelnden B-Tight selbst dar – in seinem Video „Wer will was machen?“

B-Tight rappt Alte Seilerei platt

Mit „Retro“ back to the Roots

Zwei Jahre nach seinem letzten Album „Drinne“ präsentiert der 35-Jährige in der Quadratestadt nun sein neuestes Werk. „Retro“ heißt es und ist genau das: eine Hommage an die gute alte Gangster-Zeit.

Mit „Retro“ setzt er nun auf Bewährtes: Er feiert seine Reimkunst und zitiert sich selbst. Gleich im ersten Track „Nummer Einz“ stellt er zum klimpernden Rhythmus fest: „Wer ist der Coolste? Wer rockt die Bude?“ Na, wer wohl...

B-Tight nimmt sich selbst nicht allzu ernst. Seine Lieder machen Spaß, sie lassen einen mitnicken. Und sie dürften bei Rap-Fans Zeilen ins Gedächtnis rufen, die sie längst begraben dachten. 

 „Retro“ erinnert stark an die „Ansage“-Alben aus den frühen 2000er-Jahren, und dennoch ist der Klang synthetischer, sind die Texte raffinierter. 

B-Tight transportiert bei seiner Show Erinnerungsfetzen und Anekdoten aus seinem Musikerleben über meist schnellen, atemlosen Beats. 

Kritisch und humorvoll

Er verteilt Seitenhiebe und zieht ab und zu sogar kritisch Bilanz des eigenen Schaffens, um dann wieder in scheinbar unendlicher Selbstverliebtheit mit der eigenen Potenz zu prahlen. 

So viel Schalk tut gut im sonst so humorlosen Geschäft der ganz harten Jungs, die auf den Plattencovern böse unter ihrer Kapuze hervorblicken...

db/nwo

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