Brandstifter (30) vor Gericht

Aus Rache an Ex-Freundin? Feuerteufel legt Brände in ganz Deutschland!

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Symbolfoto

Mannheim - Nach der Trennung von seiner Freundin begeht Philipp S. gleich mehrmals schwere Brandstiftung. Bundesweit wird nach dem 30-Jährigen gefahndet – jetzt steht er vor Gericht.

  • In Mannheim, Nürnberg und Hamburg begeht Philipp S. 2017 schwere Brandstiftungen
  • Seit 2019 sitzt der Brandstifter aus Mannheim in U-Haft
  • Staatsanwaltschaft Mannheim erhebt Anklage – Prozessstart im Oktober

Philipp S. (30) aus Mannheim wird einiges vorgeworfen – unter anderem schwere Brandstiftung und Körperverletzung. Bereits im März 2015 soll er seiner Freundin mit einem Feuerzeug eine blutige Lippe verpasst haben. Mitte Dezember 2016 habe er sie mit dem Tode bedroht, wenige Tage später mit der Hand ins Gesicht geschlagen, so die Staatsanwaltschaft Mannheim. Die Schläge müssen so fest gewesen sein, dass sie starkes Nasenbluten bekommen hat. Danach trennt sich die junge Frau von dem Schläger. Doch auch danach hat sie keine Ruhe vor Philipp S..

Oft gelesen: Eine Achterbahn auf der Mannheimer Herbstmesse bleibt plötzlich stehen – nur die Feuerwehr kann die Gäste retten

Mannheim: Nach Beziehungsaus – Philipp S. legt mehrere Brände

Sie haben in Mannheim gemeinsam eine Schwimmschule geführt. Nach der privaten Trennung folgt auch die geschäftliche. Beide richten sich neu aus, gründen Firmen. Doch die Ex-Freundin des Angeklagten erhält eine neue Lizenz zur Abhaltung von Schwimmkursen und stellt zwei ehemalig gemeinsame Mitarbeiter ein. Das macht den Mann wohl wahnsinnig – und seine kriminelle Laufbahn geht erst richtig los.

Mannheim: Die Liste der Brandstiftungen – wollte Feuerteufel Rache nehmen?

  • 30. Juni 2017: Philipp S. soll gegen 2:45 Uhr die Vorderreifen am Auto seines früheren Lizenzgebers in der Nähe von Nürnberg angezündet haben – Sachschaden rund 5.000 Euro. Sein jüngerer Bruder Norman S. (24) soll ihn zum Tatort gefahren haben. Wohl wissend, dass der Angeklagte schwere Brandstiftung begehen will. Dabei hat der 30-Jährige aus Mannheim in Kauf genommen, dass das Feuer auch auf das Haus, das komplett aus Holz ist, übergreifen könnte. Nur dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr ist es zu verdanken, dass der Brand nicht das Holzhaus in Mitleidenschaft gezogen hat.
  • 2. August 2017: Philipp S. und sein Bruder sollen die Tür eines ehemaligen Mitarbeiters, der mittlerweile für seine Ex-Freundin arbeitet, angezündet haben. Nachdem die Rauchmelder in der Wohnung in Mannheim ausgelöst haben, bemerkt das Opfer den Brandanschlag und kann ihn selbst löschen. Sachschaden: 1.000 Euro.
  • 7. Oktober 2017: Der 30-Jährige aus Mannheim soll in die Wohnung einer Ex-Mitarbeiterin in Hamburg einen pyrotechnischen Gegenstand geworfen haben. Durch den starken Rauch habe die Frau das schnell gemerkt und diesen aus dem Fenster werfen können. So ist glücklicherweise nur Schaden am Boden in Höhe von 1.500 Euro durch die Brandstiftung entstanden.

Auch in Waibstadt ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung – doch mit Todesfolge! Hier sollen zwei Teenager absichtlich eine Obdachlosenunterkunft angezündet haben.

Mannheim: Polizei fahndet 1,5 Jahre nach Brandstifter – dann die Festnahme

Die Polizei fahndet seit 2017 bundesweit nach dem Brandstifter. Mehrere Medien veröffentlichen das Fahndungsfoto des damals 29-Jährigen. Die Polizei vermutet zu dem Zeitpunkt, dass Philipp S. sich in Bremen oder Frankfurt in der linken Szene aufhält. Am 3. Januar 2019 wird er schließlich in Frankfurt festgenommen, sitzt seit dem in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft Mannheim erhebt Anklage gegen Philipp S. und seinen Bruder.

Ab dem 14. Oktober müssen sich die Beiden unter anderem wegen schwerer Brandstiftung vor dem Landgericht Mannheim verantworten. Angesetzt sind sieben weitere Termine bis Ende Oktober. 

Ein dramatischer Vorfall ereignet sich in Neudenau im Landkreis Heilbronn: Bei einem Hausbrand kommen zwei Bewohner ums Leben, nach einer dritten Person wird gesucht.

jab/StA/pol

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