Milliardenprojekt

Für pünktlichere Züge: Bahn-Knotenpunkt Mannheim soll ausgebaut werden!

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Ausbau den Bahn-Knotenpunkts Mannheim (Archivfoto)

Mannheim - Überlastete Bahnhöfe und verspätete Züge stellen vor allem die Geduld der Pendler auf die Probe. Der Ausbau der wichtigsten Eisenbahn-Knotenpunkte soll nun Abhilfe schaffen:

Mit dem Ausbau der wichtigsten Knotenpunkte sollenEngpässe beseitigt, Fahrzeiten verkürzt und der Zugverkehr vor allem in Ballungsräumen attraktiver gemacht werden. Daneben sind der Aus- und Neubau sowie die Elektrifizierung von Bahnstrecken vorgesehen. Es geht es konkret um Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Mannheim und München. Probleme an solchen Knotenpunkten seien nach Ansicht von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zum Großteil für Verspätungen im Zugverkehr verantwortlich. 

Scheuer spricht am Dienstag in Berlin von einem „Riesenschritt“. Zahlreiche Bahnprojekte werden jetzt im Bundesverkehrswegeplan in die Top-Kategorie hochgestuft. Das bedeutet, dass diese Vorhaben nun vordringlich geplant und umgesetzt werden. Dabei geht es um Milliardenprojekte, die mittel- und langfristig angelegt sind. Der Verkehrsminister betont, dass es dabei nicht schon „morgen“ einen Spatenstich gebe – es werde bei den konkreten Planungen noch erhebliche Diskussionen geben.

Schnelleres Zugfahren durch ‚Deutschlandtakt‘  

Die Hochstufung von Bahn-Projekten in den sogenannten „Vordringlichen Bedarf“ dient auch der Umsetzung des geplanten ‚Deutschlandtakts‘. Für Bahnkunden soll in den nächsten Jahren ein grundlegend neues System mit besser abgestimmten Umsteige-Verbindungen aufgebaut werden. Das Zugfahren soll so pünktlicher und schneller werden, das Erreichen der Anschlüsse direkter und verlässlicher. Die Bundesregierung strebt an, die seit Jahren diskutierte engere Verzahnung von Nah- und Fernverkehr bis 2030 umzusetzen - mit Knotenbahnhöfen, an denen Züge gebündelt eintreffen und kurz danach wieder abfahren sollen. 

Mehr Güterverkehr in Mannheim

„Es ist gut, dass der Ausbau des Bahnknotens Mannheim nun in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen ist“, äußert sich der Mannheimer Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel (CDU) zur den Plänen aus Berlin. „Eine reibungslose, möglichst optimale Abwicklung der Bahnverkehre, die über und durch Mannheim führen, ist im Interesse unserer Stadt.“ Löbel kritisiert aber auch, dass in der gutachterlichen Untersuchung zur Ertüchtigung des Bahnknotens Mannheim ein zweigleisiger Ausbau der östlichen Riedbahn vorausgesetzt wird – das würde eine erhebliche Zunahme von Güterverkehr durch das Stadtgebiet bedeuten. „Wir erwarten, dass wir die Planungen für eine Sonderlösung für maximalen Lärmschutz gemeinsam und im Sinne der vielen in Mannheim betroffenen Bürger vorantreiben.“

Auch Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) und die Landtagsabgeordnete Elke Zimmer (Grüne) fordern wegen des vorgesehenen Ausbaus der östlichen Riedbahn einen optimalen Lärmschutz für Mannheim. Die Stadt hat angekündigt, die Ergebnisse der Knotenstudie genau zu prüfen und gegebenenfalls ein eigenes Gutachten erstellen zu lassen.

pm/dpa/kab

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