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Mannheim: Irrsinn! Benz-Poser rast in Rettungsgasse hinter Polizei her

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Von: Eliran Kendi

Die sogenannte „Poser-Szene“ in Mannheim sorgt immer wieder für Negativschlagzeilen (Archivbild).
Die sogenannte „Poser-Szene“ in Mannheim sorgt immer wieder für Negativschlagzeilen (Archivbild). © MANNHEIM24/Andreas Schink

Mannheim - Ein Poser (32) rast am Donnerstagabend in der Oststadt einem Polizeiauto durch eine Rettungsgasse hinterher. Bei der Kontrolle setzt der Fahrer noch einen drauf.

Die Spezialisten der Einsatzgruppe „Poser“ gehen unermüdlich gegen rücksichtslose Auto-Rowdies vor. Zuletzt sind am Wochenende (10./11. Juli) wieder massive Kontrollen gegen die Poser in Mannheim durchgeführt worden. Dennoch scheinen die Maßnahmen auf einige unverbesserliche PS-Prolls keine Wirkung zu zeigen, wie ein dreister Fall vom Donnerstagabend (15. Juli) zeigt: Auf der Augustaanlage in Mannheim macht sich ein 32-jähriger Mercedes-AMG-Fahrer einen Polizeieinsatz zunutze, um durch die Rettungsgasse zu rasen. Eine nachfolgende Motorradstreife kann den Raser schließlich stellen.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Fläche144,96 km²
Einwohnerzahl310.658 (Stand: 31. Dez. 2019)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Mannheim: Motorradstreife verfolgt Poser durch Augustaanlage

Zuvor ist den Motorad-Cops der Poser gegen 22 Uhr am Friedrichsplatz in Mannheim aufgefallen, als er dort wiederholt mit quietschenden Reifen stark beschleunigt und wieder abbremst hatte.

Die Beamten folgen daraufhin dem Mercedes-AMG bis der Fahrer an der Kreuzung Augustaanlage/Werderstraße an der roten Ampel anhalten muss. Dann folgt eine überraschende Wende: Zeitgleich nähert sich ein ein weiteres Polizeifahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn, das zu einem Einsatzort in Friedrichsfeld unterwegs ist. Vorbildlich schaffen die wartenden Autos freie Bahn.

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Mannheim: Poser rast rücksichtlos durch Rettungsgasse

Das wiederum scheint der Poser für seine Zwecke auszunutzen: Als das Einsatzfahrzeug den 32-Jährigen in seinem Mercedes passiert, schert dieser unvermittelt auf, beschleunigt stark und setzt sich hinter das Polizeiauto.

Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120 Stundenkilometern rast er rücksichtslos dem Streifenwagen hinterher, heißt es im Polizeibericht. Diese Dreistigkeit setzt der Poser durch die gesamte Augustaanlage in Mannheim fort.

Bei der gefährlichen Aktion soll er laut Polizeiangaben mindestens 25 Autos und sämtliche Einmündungen und Kreuzungen der Augustaanlage passiert haben. Zudem wird dem Poser vorgeworfen, nicht auf möglichen querenden Verkehr geachtet zu haben.

Mannheim: Poser wird von Polizisten gestellt

An der Ampelanlage an der Kreuzung zur Schubertstraße in Höhe des Planetariums können die Verfolger den 32-jährigen PS-Protz schließlich noch in Mannheim stoppen und kontrollieren.

Diesen Umstand verdanken die Polizisten einem Blitzer: „Offenbar war ihm bewusst, dass die dortige Ampelanlage rotlichtüberwacht ist“, vermuten die Beamten.

Doch der Gipfel der Dreistigkeit ist damit noch lange nicht erreicht, denn bei der Kontrolle kann der Poser weder einen Ausweis noch seinen Führerschein vorweisen. Auch die beiden im Fahrzeug befindlichen Begleiter machen widersprüchliche Angaben zum Verhalten des 32-Jährigen und wollen von der Fahrt durch die Rettungsgasse nichts mitbekommen haben, berichten die Beamten.

Mannheim: Mercedes-AMG zur Beschlagnahmung eingezogen – Zeugen gesucht

Das alles scheint dem 32-Jährigen Poser nicht zu helfen: Zur Vorbereitung der Einziehung wird nämlich der Mercedes AMG seitens der Polizei Mannheim beschlagnahmt. Da der Führerschein des Mannes nicht aufzufinden ist, wird die Fahrerlaubnis zur Beschlagnahme in den polizeilichen Fahndungssystemen ausgeschrieben. Weitere Ermittlungen sollen klären, ob der dreiste Poser überhaupt einen Führerschein besitzt.

Gegen den Verkehrsrowdy wird nun wegen Teilnahme an einem verbotenen Autorennen ermittelt. Da er in der zurückliegenden Zeit bereits mehrfach wegen beharrlichen Verkehrsverstöße aufgefallen ist, muss er dauerhaft um seine Fahrerlaubnis bangen: Die zuständige Fahrerlaubnisbehörde wird nun seine „charakterliche Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen“ überprüfen.

Abschließend bittet die Polizei Mannheim in ihrem Bericht um die Mithilfe weitere Zeugen: „Verkehrsteilnehmer, die durch das Verhalten und die Fahrweise des Mercedes-Fahrers gefährdet wurden sowie Zeugen, die sachdienliche Angaben machen können, werden gebeten, sich bei der Verkehrspolizei Mannheim, Tel.: 0621/174-4222 zu melden“. (esk/pol)

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