Warnung an PS-Prolls

Polizei gegen Poser in Mannheim: „Gespräch reicht da nicht aus“

Mannheim - Die Chefs der Polizeibehörde der Quadratestadt werden nicht müde den Posern den Kampf anzusagen. Doch trotz Verbote und Kontrollen, die PS-Prolls gefährden weiterhin Unbeteiligte.

Illegale Autorennen auf einer längeren Strecke, ein Beschleunigungswettkampf von Ampel zu Ampel oder auch das Rennen allein gegen die Uhr – mit diesem Proll-Verhalten sehen die Poser in Mannheim offensichtlich eine unterhaltsame Möglichkeit, die PS-Stärke ihrer Autos unter Beweis zu stellen. Das Polizeipräsidium Mannheim registriert in den ersten Monaten dieses Jahres über zwanzig Fälle, in denen Raser ohne Rücksicht auf Verkehrsregeln ihre Kräfte messen. Dabei entstehen immer wieder Situationen, bei denen Unbeteiligte rücksichtslos gefährdet werden. Alleine in diesem Jahr verursachen haben Poser auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mannheim drei Verkehrsunfälle verursacht.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl309.370 (Stand: 2019)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Mannheim: Mehrere Unfälle bereits im diesem Jahr

Im Januar tragen ein Audi A4 und ein BMW Mini auf der A5 ein Rennen aus. Beim Verlassen der Autobahn an der Anschlussstelle Dossenheim kollidieren beide Fahrzeuge miteinander.

Im März stößt eine Mercedes Benz E-Klasse in den S-Quadraten in der Mannheimer Innenstadt mit einem 3er BMW zusammen. Der Fahrer des Benz kann wegen überhöhter Geschwindigkeit nicht mehr rechtzeitig abbremsen und missachtet die Vorfahrt des BMW.

Während eines verbotenen „Geschwindigkeits-Kräftemessens“ auf der A 659 in Höhe des Viernheimer Kreuzes kommt es im April zu einem Zusammenstoß zwischen einem Mercedes Benz Sprinter und einem BMW Coupé.

Mannheim: Polizeivizepräsident warnt Poser

Auf unseren Straßen akzeptieren wir keine rücksichtslosen Raser. Wer sich und andere gefährdet wird konsequent zur Anzeige gebracht,“ so Polizeivizepräsident Siegfried Kollmar.

Wir nutzen alle uns rechtlich zur Verfügung stehenden Maßnahmen. Das heißt, wir beschlagnahmen Führerscheine und auch Fahrzeuge. Bei einem verbotenen Rennen ist das Kraftfahrzeug zwangsläufig immer das Tatmittel und unterliegt somit den Beschlagnahmemöglichkeiten des Strafgesetzbuches“, so Kollmar weiter. Alleine in diesem Jahr hat die Mannheimer Polizei vier hochmotorisierte Fahrzeuge sowie ein Motorrad beschlagnahmt.

Mannheim: Bis zu zehn Jahren Gefängnis drohen

In einer Pressemitteilung der Polizei heißt es: Solche illegalen Autorennen, bei denen grob verkehrswidrig und rücksichtslos die geltenden Verkehrsregeln missachtet werden, gelten als Straftat. Nicht nur derjenige, der an einem illegalen Autorennen teilnimmt, wird bestraft, sondern auch derjenige, der zu einer solchen Verkehrsgefährdung – ohne an einem Rennen mit anderen teilzunehmen – aufruft.

Melden Sie ein verbotenes Rennen der Polizei!

Alexander Ulmer, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Mannheim

Das Strafmaß reicht demnach von einer Geldstrafe und einer Freiheitstrafe von bis zu zwei Jahren bis hin zu fünf oder sogar zehn Jahren, wenn Menschen schwer verletzt werden oder sogar zu Tode kommen. Wer aufgrund eines illegalen Autorennens verurteilt wird, dem wird in der Regel die Fahrerlaubnis entzogen.

Die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer wird im Rausch der Geschwindigkeit einfach in Kauf genommen. Ein eindringliches verkehrserzieherisches Gespräch reicht da nicht aus. Wir werden den Kontrolldruck beibehalten und appellieren an jeden: Melden Sie ein verbotenes Rennen der Polizei!“, fordert der Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Mannheim, Alexander Ulmer auf. (pol/esk)

Rubriklistenbild: © MANNHEIM24/Andreas Schink

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