Verdacht auf dreisten Betrug

Razzia in der Neckarstadt: Haben Brüder den Staat und ihre Mieter betrogen?

Polizisten in Mannheim bei einem Einsatz
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Großeinsatz in Mannheim: In einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Mannheim wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Sozialleistungsbetrugs führt das Polizeipräsidium Mannheim unter Beteiligung weiterer Behörden heute eine groß angelegte Durchsuchungsaktion durch.

Mannheim – Am Mittwochmorgen, 1. Juli, findet ein Großeinsatz der Polizei in der Neckarstadt statt. Fast 300 Polizisten durchsuchen drei Wohnobjekte in der Gutenbergstraße – und treffen dort auf verängstigte Mieter. Der Grund: 

  • Mannheim: Großeinsatz der Polizei am Mittwochmorgen (1. Juli) in der Neckarstadt.
  • Polizei Mannheim ist mit fast 300 Beamten im Einsatz.
  • Bereich in Gutenbergstraße ist großräumig abgesperrt.

Update vom 1. Juli, 17:30 Uhr: Rund 270 Einsatzkräfte der Polizei, der Stadt, der Feuerwehr und des Zolls durchsuchten am Mittwochmorgen (1. Juli) mehrere Immobilien in Mannheim-Neckarstadt. Insgesamt durchsuchten die Beamten 65 Wohnungen und Gewerbebetriebe, wo sie 72 Personen antrafen und kontrollierten. Gegen zwei dieser Personen standen Haftbefehle aus, woraufhin die Polizei sie verhaftete. Außerdem verzeichneten die Polizisten „zwei Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, zwei Verstöße gegen das Waffengesetz, vier ausländerrechtliche Verstöße, zwei Straftaten wegen Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt, ein Verstoß gegen das Mindestlohngesetz und ein Verstoß gegen die Meldepflicht“.

Bei einem Polizeieinsatz dieser Größenordnung erscheinen die verzeichneten Straftaten zunächst eher unbedeutend und man fragt sich, ob die Kosten dem Nutzen gerecht werden. Allerdings macht die Polizei in einer Pressemitteilung auch klar, dass sie bei den Durchsuchungen auch neue Fährten aufgedeckt hätten: „Die Durchsuchung führte zum Auffinden zahlreicher verfahrensrelevanten Unterlagen und Beweismittel, die weiterer Auswertungen und intensiver Ermittlungen bedürfen“, so das Polizeipräsidium Mannheim. Wann es konkrete Ergebnisse geben wird, bleibt abzuwarten.

Großeinsatz der Polizei: Haben 3 Brüder ihre Mieter und den Staat betrogen?

Der heutige Großeinsatz in Mannheim-Neckarstadt fand im Rahmen der Aktion „#SichereNeckarstadt“ statt. Vor Ort waren Beamten des Polizeipräsidiums Einsatz, der Stadt Mannheim, des Landeskriminalamts Baden-Württemberg sowie des Hauptzollamtes Karlsruhe. Federführung hatte die BAO West/#SichereNeckarstadt. Wie hoch die Kosten für den Einsatz waren, konnte zum Redaktionsschluss von der Polizei noch nicht genannt werden.

Mannheim: Großeinsatz der Polizei: Haben Brüder ihre Mieter und den Staat betrogen?

Erstmeldung vom 1. Juli, 11 Uhr: Aufregung in der Neckarstadt-Ost am Mittwochmorgen gegen 6 Uhr: Etwa 300 Polizisten des Polizeipräsidiums Mannheim und Angehörige weiterer Behörden durchsuchen drei Gebäude in der Gutenbergstraße. Die Aktion ist von langer Hand geplant gewesen, die Staatsanwaltschaft erwirkte im Vorfeld Insgesamt 60 Durchsuchungsbeschlüsse.

Der Hintergrund der Durchsuchungungsaktion: Ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Mannheim wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Sozialleistungsbetrugs gegen drei Brüder. Der Bereich um die Guttenbergestraße/Ecke Käfertalerstraße ist großräumig abgesperrt. Die Polizei Mannheim spricht in einer Pressemitteilung von einem Sondereinsatz im Rahmen der Aktion #SichereNeckarstadt.

Mannheim: Großeinsatz der Polizei – Bewohner sind verängstigt

Bei den drei durchsuchten Gebäuden handelt es sich um Mietobjekte. Zahlreiche Bewohner müssen wegen der Durchsuchung ihre Wohnungen verlassen. Schnell wird klar, dass sie dort zu Wucherpreisen wohnen. Viele von ihnen sind Arbeiter aus Osteuropa, die für ein Bett in einem winzigen Zwei-Bett-Zimmer stolze 350 Euro im Monat zahlen müssen. Ihre Leidensgeschichte wollen sie nicht öffentlich erzählen. Zu groß ist ihre Angst vor den Vermietern.

Wie die Polizei vor Ort mitteilt, wurden zwei Personen verhaftet. Diese Festnahmen stehen jedoch nicht in Verbindung mit den Durchsuchungen. Gegen 11 Uhr dürfen die Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Die verdächtigten Brüder sollen noch weitere Objekte in Mannheim besitzen, die jetzt auch im Fokus der Polizei stehen.

Die letzte „Sichere Neckarstadt“Aktion fand im März statt. Bei der Überprüfung eines Wohnobjekts ergibt sich der Verdacht des Mietwuchers und der illegalen Prostitution. (kp/pri)

Die Zustände im Neckarstadt-West sind über die Grenzen des Rhein-Neckar-Gebiet bekannt. Das ZDF berichtete über das „Problemviertel".

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