Bilanz der Ermittlungen

Nach Eskalation am „Plankenkopf“: Keine Ermittlungen gegen Polizisten

Mannheim – Nach der Gewalt-Eskalation auf den Planken wird gegen zahlreiche Verdächtige ermittelt – auch gegen einen Polizisten?

  • Mannheim: An zwei aufeinanderfolgenden Tagen pöbeln Jugendliche am „Plankenkopf“ gegen Polizeibeamte und werden handgreiflich. 
  • Auf Instagram taucht ein Video des Polizeieinsatzes am Freitag (8.Mai) auf.
  • GdP-Chef kritisiert Video-Verbreitung scharf.
  • Im Netz rufen bislang Unbekannte zu Gewalt gegen Polizeibeamte auf.
  • Die Ermittlungsgruppe „Plankenkopf“ präsentiert Bilanz:

Update vom 23. Juni: Am 8. Mai kommt es auf dem Plankenkopf in Mannheim zu hässlichen Szenen. Nachdem die Polizei drei Jugendliche nach ihren Ausweisen fragt, gehen diese auf sie los. Die Situation eskaliert und immer mehr Menschen solidarisieren sich mit den Jugendlichen. Die Polizei muss mit 20 Streifenwagen anrücken, um die Situation in den Griff zu bekommen. Nur einen Tag später kommt es auf dem Plankenkopf wieder zu tumultartigen Szenen. Wieder weisen Polizisten auf das Abstandsgebot hin, diesmal werfen Jugendliche Böller auf die Beamten und feuern mit Schreckschusswaffen auf sie. Erst drei Stunden beruhigt sich die Lage wieder.

Im Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz kursiert auf Instagram eine kurze Videosequenz, in dem ein Beamter einen Jugendlichen überwältigt und am Boden festhält. In den sozialen Netzwerken wird dem Polizisten sofort unverhältnismäßige Gewaltanwendung vorgeworfen. Wie der Mannheimer Morgen jetzt berichtet, hat die Staatsanwaltschaft jedoch keine Gründe für die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Beamten gesehen.

Während in Stuttgart am Wochenende eine Polizeikontrolle eskaliert ist und es zu Plünderungen, Sachbeschädigungen und Gewalt gegen Polizisten gekommen ist, hat sich die Lage nach vielen Kontrollen und Ahndungen am Plankenkopf beruhigt, so ein Sprecher der Polizei. Dennoch beobachte man die Lage weiter und sei der wachsam.

Die Verhaftung eines Jugendlichen auf dem Plankenkopf wird gefilmt und ins Netz gestellt.

Nach Gewalt-Eskalation am „Plankenkopf“: Polizei präsentiert Bilanz der Ermittlungen

Update vom 28. Mai, 16 Uhr: Die Ereignisse vom 8. und 9. Mai 2020 in der Mannheimer-Innenstadt auf den Planken haben vielerorts für Empörung gesorgt. Jugendliche sich sollen den Anweisungen der Polizeibeamten bezüglich des Abstandsgebotes widersetzt haben. Es kommt zu tumultartigen Szenen und gewalttätigen Übergriffen gegen Vollstreckungsbeamte. Auch ein Gewaltaufruf gegen Polizisten taucht in den folgenden Tagen im Internet auf. 

Die vom Polizeipräsidium Mannheim eingerichtete Ermittlungsgruppe „Plankenkopf“ zieht nach Abschluss der Ermittlungen folgende Bilanz

Gegen 16 mutmaßliche Täter im Alter von 14 bis 20 Jahren wurden Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen Landfriedensbruch und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte eingeleitet. Es wurden Wohnungen durchsucht, die Polizei hat Beweismittel wie Handys und Computer sichergestellt. Außerdem konnte eine Schreckschusswaffe sowie Feuerwerks-Böller sichergestellt werden. 

Darüber hinaus wurden gegen 86 Personen Ermittlungen eingeleitet, die in verschiedenen sozialen Netzwerken Hetze und Hass gegen die Polizei im Netz verbreitet haben. Einige hatten zu Attacken gegen die Beamten aufgerufen. Auch sie gelangen bei der Staatsanwaltschaft Mannheim zur Anzeige. 

Seit diesen Vorfällen wurden am Plankenkopf mehr als 300 Personenkontrollen durchgeführt. Es wurden 20 Verstöße gegen die Corona-Verordnung festgestellt und die Beamten haben 65 Platzverweise erteilt. Durch die Stadt Mannheim wurden 6 Aufenthaltsverbote für das Gebiet von der Wasserturmanlage bis zum Paradeplatz für eine Dauer von drei Monaten ausgesprochen.“ 

Nach Angaben der Polizei Mannheim soll die Ermittlungsgruppe zum Ende der Woche aufgelöst werden.

Mannheim: Nach Gewalt-Eskalation auf den Planken – Polizei findet Waffe bei Razzia

Update vom 15. Mai, 17:15 Uhr: Im Zuge der Ermittlungen der Polizei steht ein 17-Jähriger in Verdacht, am Samstagabend (9. Mai) im Zusammenhang mit der Gewalt-Eskalation am „Plankenkopf“ Schüsse mit einer Schreckschusspistole abgefeuert zu haben. Wie die Polizei mitteilt, ist das Zimmer des Heranwachsenden in seiner elterlichen Wohnung am Freitagmorgen (15. Mai) durchsucht worden. Dabei können die Beamten sowohl die Tatwaffe als auch die zugehörige Munition sicherstellen. Auch vergleichbare Feuerwerkskörper, wie jene Böller die am Samstag aus einer Gruppe heraus auf Polizisten geworfen worden sind, haben sich im Zimmer befunden. 

Gegen den Jugendlichen wird jetzt ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch und des Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet. Außerdem erwartet auch ihn ein von der Stadt Mannheim ausgesprochenes Aufenthaltsverbot für bestimmte Bereiche der Mannheimer Innenstadt

Einige Tage später findet in Mannheim wieder eine Razzia statt, diesmal werden Wohnungen von Reichsbürgern durchsucht.

Im Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz ist in den sozialen Medien eine kurze Videosequenz aufgetaucht, worauf zu sehen ist, wie ein Polizeibeamter einen Jugendlichen überwältigt und am Boden festhält. Ein ebenfalls 17-Jähriger hat dieses Video auf Instagram veröffentlicht. Laut Polizeiangaben wird gegen ihn wegen eines Verstoßes gegen das Urheberrechtsgesetz ermittelt, da die gezeigten Personen nicht unkenntlich gemacht worden sind. Sein Smartphone und alle anderen von ihm genutzten elektronischen Geräte mit Internet-Zugang, sind seitens der Ermittler als Beweismittel beschlagnahmt worden. 

Dessen ungeachtet steht der Rechtsweg gegen vermeintlich unverhältnismäßige Polizeigewalt weiterhin offen. 

Mannheim: Nach Gewaltaufruf gegen Polizisten – zwei Verdächtige ermittelt

Update vom 14. Mai, 19:45 Uhr: Die vom Polizeipräsidium Mannheim eingesetzte Ermittlungsgruppe „Plankenkopf“ kann erste Ermittlungserfolge vermelden. So haben die Beamten weitere Beteiligte identifizieren können, die für die Tätlichkeiten gegen Beamte sowie die Flaschen- und Böllerwürfe verantwortlich sind. In diesen Zusammenhang sind insgesamt 14 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. 

Außerdem wird gegen die zwei Personen ermittelt, die im dringenden Verdacht stehen, öffentlich über die sozialen Medien zu Gewalt gegen Polizisten aufgerufen zu haben. 

Nach einem Gewaltaufruf gegen Polizeibeamte im Netz bezieht ein Streifenwagen am Wasserturm Stellung (11. Mai).

Auch sind durch die Stadt Mannheim bisher sieben Aufenthaltsverbote ausgesprochen worden. Bei Zuwiderhandlungen droht ein Bußgeld in Höhe von bis zu 5.000 Euro. Die Betroffenen dürfen für die Dauer von drei Monaten weder die Planken noch das Wasserturmgelände und den Paradeplatz betreten

Zudem gibt das Polizeipräsidium Mannheim in einer Pressemitteilung folgendes bekannt: „Die ganze Woche über und auch am Wochenende ist die Polizei gemeinsam mit der Stadt Mannheim, unter anderem mit Streetworkern und Jugendschutzstreifen im Einsatz. Gegen Störer oder Straftäter im Sinne der Gesetze und Vorschriften wird weiterhin gemeinsam mit den Ordnungskräften der Stadt Mannheim gezielt und konsequent eingeschritten.“

Mannheim: Nach Eskalation bei Corona-Streife – Schockierender Aufruf im Netz aufgetaucht

Erstmeldung vom 11. Mai: Angriffe und Böllerwürfe auf Polizeibeamte sowie Schüsse aus einer Schreckschusspistole – am „Plankenkopf“ in der Mannheimer Innenstadt spielen sich am Wochenende (8. und 9. Mai) hässliche Szenen ab. Pöbelnde Jugendliche widersetzen sich gegen das Corona-Abstandsgebot und zeigen sich gegenüber den Polizisten uneinsichtig und aggressiv. Zudem heizt ein Video-Ausschnitt, das einen vermeintlich unverhältnismäßigen Übergriff eines Polizisten zeigen soll, die Stimmung zusätzlich an. Auf der anderen Seite empört sich der Vorsitzende der Polizei-Gewerkschaft über die Verbreitung des aus dem Zusammenhang geschnittenen Videos: „Meine Kollegen in den Kommentaren zu beleidigen und die als Opfer darzustellen, die gegen Rechtsvorschriften verstoßen haben, ist unfassbar und zeigt, wie manche sich von einer Videosequenz manipulieren lassen“, so Thomas Mohr.

Mannheim: Nach Eskalation in Innenstadt – Aufruf zu Randale im Netz 

Nun scheint sich die Eskalations-Spirale immer schneller zu drehen: Offenbar wird über eine WhatsApp-Gruppe zu Randale und Gewalt gegen Polizisten aufgerufen – Rechtschreib- und Satzzeichenfehler inklusive: „An alle aus Mannheim, ihr habt sicher mitbekommen was am Freitag in der Innenstadt passiert ist, deshalb treffen wir uns (..) in der Stadt und demonstrieren/randalieren gegen die polizeigewalt. Ihr könnt Waffen aller Art mitnehmen!! Wir geben den zurück, was die uns gegeben haben! Nehmt so viele Leute mit wie ihr wollt, die Polizei ist nicht darauf vorbereitet. ACAB - Wer nicht komm ist ein Hu***ohn.“  

Die Polizei in Mannheim weiß jedoch sehr wohl von der Nachricht, die aktuell die Runde macht. Auf Anfrage von MANNHEIM24 will ein Sprecher nicht bestätigen, ob diese ernst zu nehmen ist oder es sich lediglich um einen Trittbrettfahrer handelt. Es wird auf die laufenden Ermittlungen der Gruppe „Plankenkopf“ verwiesen. Diese ist vom Polizeipräsidium Mannheim eingerichtet worden, um die Ereignisse vom Wochenende aufzuarbeiten und zukünftig vergleichbare Zustände zu verhindern. Dafür werden auch Datenanalysten für Recherchen in Sozialen Medien herangezogen. 

Mannheim: Weiterer Aufruf zur Versammlung am Wasserturm 

In einer weiteren Nachricht, die ebenfalls der MANNHEIM24-Redaktion vorliegt, wird eine Person aufgefordert sich am Montag (11. Mai) um 15 Uhr an den Wasserturm zu begeben. Ermutigt wird der Adressat mit der Ankündigung, dass bereits „140 Leute“ zugesagt haben.

Dass die Polizei Mannheim die Drohungen durchaus ernst nimmt, ist aus ihrer Reaktion abzuleiten: Zur vereinbarten Uhrzeit bezieht ein Einsatzwagen der Polizei am Wasserturm Stellung. 

Mannheim: Halbstarke sagen die „Aktion“ ab  

Ob den Initiatoren des Gewaltaufrufs das regnerische Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat? Darüber lässt sich nur spekulieren. Jedenfalls kursiert auf Instagram ein weiteres Schreiben, in dem sich der Rädelsführer der Aktion noch einmal zu Wort meldet. 

Screenshot

Mit viel Interpretationsvermögen lässt sich daraus ableiten, dass die Aktion abgesagt worden ist, die Drahtzieher aber zugleich ihr Gesicht wahren wollen. Letztendlich kann man nur eines mit Sicherheit sagen: Die Ermittlungsgruppe „Plankenkopf“ wird die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen.   

Mannheim: Eskalation auf den Planken nimmt am Freitag (8.Mai) ihrer Lauf

Erstmals brennen den am „Plankenkopf“ versammelten Jugendlichen am Freitagabend (8. Mai) die Sicherungen durch. Obgleich in Mannheim bereits umfangreiche Lockerungsmaßnahmen umgesetzt werden, verweigern viele Anwesende das Abstandsgebot einzuhalten.

Als eine sogenannte „Corona-Streife“ eintrifft, um die Corona-Verordnung durchzusetzen, werden die Beamten in Halbstarken-Manier angepöbelt und angegriffen – sogar die Seitenscheibe eines Streifenwagens geht durch einen Flaschenwurf zu Bruch. Drei Jugendliche werden wegen tätlicher Angriffe auf Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung festgenommen.  

Mannheim: Am Samstag eskaliert die Situation am „Plankenkopf“ weiter 

Am Folgetag gleicht sich das Bild: Zunächst versammeln sich am „Plankenkopf“ in den Quadraten P7/O7 rund 250 Personen. Nach Angaben der Polizei sind darunter auch 30-50 Jugendliche und Heranwachsende, die eng aneinander stehen. Wieder wird gegen die zur Coronavirus-Bekämpfung wichtigen Abstandsregeln verstoßen. 

Diesmal werden die Beamten zum „Empfang“– neben dem gewohnten Macho-Gehabe – mit Böllern beworfen. Im weiteren Verlauf des Großeinsatzes soll seitens der Jugendlichen auch eine Schreckschusswaffe abgefeuert worden sein. Insgesamt sind über 30 Streifenwagenbesatzungen im Einsatz. Drei Jugendliche werden festgenommen, wobei die jüngste Person gerade einmal 13 Jahre alt ist. 

esk 

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare