Dreijähriger Hengst auf Rennstrecke gestorben

Nach tödlichem Pferde-Drama in Mannheim: Ermittlungsverfahren eingeleitet!

+
Am 28. April stirbt schon wieder ein Pferd auf der Rennbahn in Mannheim-Seckenheim. (Archivfoto)

Mannheim - Der Tod eines Pferdes überschattet ein Pferderennen in Seckenheim - es ist nicht das erste Mal, dass hier ein Tier gestorben ist. Nun wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Update vom 10. Mai: Nach dem tödlichen Vorfall Ende März auf der Pferderennstrecke in Mannheim-Seckenheim, bei dem der dreijährige Hengst „Radmaan“ nach einem Zusammenstoß mit einer Streckenbegrenzung eingeschläfert werden musste, hat die Staatsanwaltschaft Mannheim ein Ermittlungsverfahren gegen den Halter und Reiter des getöteten Pferdes eingeleitet. Das bestätigte der Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechtsabteilung bei der Tierschutzorganisation PETA, auf Anfrage von MANNHEIM24.

Darüber hinaus wirft die Organisation dem Badischen Rennverein Mannheim-Seckenheim e. V., der das Rennen veranstaltet hatte, vor, „Pferde im Rahmen der Rennen systematisch zu überfordern und ihr Leben für eine Freizeitveranstaltung billigend aufs Spiel zu setzen.“ Auch hier wurde durch PETA Anzeige erstattet – ob auch gegen den Verein ermittelt wird, kann die Staatsanwaltschaft Mannheim am Freitagmittag nicht bestätigen.

Ende März 2019 kommt es ebenfalls auf der Rennstrecke in Seckenheim zu einem weiteren tödlichen Tier-Drama: Aufgrund eines Schulterbruchs musste das Pferd „Hyper Hyper“ eingeschläfert werden. Auch in diesem Fall hat die Tierschutzorganisation Anzeige gegen Badischen Rennverein und den Halter und Reiter des Pferdes erstattet.

Update vom 2. Mai: Der Tod des dreijährigen Hengstes „Radmaan“ überschattet am 28. April das Badenia-Jagdrennen auf der Pferderennstrecke im Mannheimer Stadtteil Seckenheim. Das Tier wurde von einem anderen Pferd, das aufgrund eines gebrochenen Steigbügels gleich zu Beginn des Rennens reiterlos wurde, abgedrängt und prallte schließlich gegen eine Streckenabgrenzung – „Radmann“ muss daraufhin eingeschläfert werden.

Wie Herbert Rückert, Vorsitzender des Mannheimer Tierschutzvereins, gegenüber dem MM erklärt, müsse nun geprüft werden, ob sich der Badische Rennverein mit einem Verstoß gegen Paragraph 17 des Tierschutzgesetztes strafbar gemacht habe: „Es besteht der Verdacht auf Tierquälerei.“ Der Tatbestand könne auch dann erfüllt sein, wenn es aus Nachlässigkeit zu dem Unglück gekommen war. Jeder Halter, so Rückert, habe dafür zu sorgen, dass sein Tier geschützt sei.

Und wie steht der Rennverein den schweren Vorwürfen gegenüber? Stephan Buchner, der Präsident des Badischen Rennvereins, ist sich sicher, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft eingestellt werden. „Was wir hier machen, ist keine Tierquälerei und wir tun alles dafür, die Sicherheitsstandards einzuhalten“, so Buchner gegenüber dem MM. Einen solchen Unfall hätte man nicht verhindern können. „Wir achten sehr auf unsere Pferde“, so Buchner weiter.

Pferd stirbt auf Rennbahn in Mannheim: „Peta“ erstattet Anzeige

Auf dem Badenia-Jagdrennen auf der Renntstrecke in Mannheim-Seckenheim wird ein Pferd namens „Sansa Stark“ gleich zu Beginn reiterlos - und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Das Pferd drückt den heißen Favoriten „Radmaan“ an der Spitze gegen eine Hecke, woraufhin auch sein Reiter Lukas Delozier zu Boden stürzt und mit Verdacht auf Rippenbruch ins Krankenhaus eingeliefert wird. Für das verletzte Pferd „Radmaan“ kommt jede Hilfe zu spät. Das Tier muss eingeschläfert werden.

Die Tierschutzorganisation „Peta“ hat nun Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Mannheim sowohl gegen die Veranstalter des Rennens „German Racing“ und gegen den Halter und Reiter des getöteten Pferdes erstattet. Das berichtet die Tierrechtsorganisation in einer Pressemitteilung am Dienstag (30. April). 

Denn es ist nicht das erste Mal, dass auf der Pferderennbahn in Mannheim ein Tier stirbt. Bereits am 31. März wird das Pferd „Hyper Hyper“ wegen eines Schulterbruchs auf der Rennbahn getötet und auch 2017 wird der Saisonauftakt vom Tod eines Pferdes überschattet

„In Mannheim werden Pferde für Geldpreise und aus Prestigegründen immer wieder in den Tod geritten. Aus Angst vor dem nächsten Peitschenschlag rennen die Tiere regelrecht um ihr Leben“, so Jana Hoger, Fachreferentin bei „Peta“. Dabei betont die Tierschutzorganisation vor allem, dass es insbesondere in Mannheim immer wieder zu Todesfällen komme.

Mehrere Pferderennen im Rahmen des Maimarkt-Turniers

Alleine im Zeitraum von 2011 bis 2013 sind in Deutschland laut „Peta“ mehr als 750 Pferde, die an Galopp- und Trabrennen teilgenommen haben, gestorben. „Oftmals werden schon zwei- oder dreijährige Pferde an den Start geschickt, obwohl sich die Tiere noch im Wachstum befinden“, so „Peta“. Häufige Folgen seien Sehnenschäden und Knochenbrüche, weil der Bewegungsapparat noch nicht richtig ausgebildet ist.

Auch im Rahmen des Maimarkts Mannheim finden zahlreiche Pferderennen statt. Das Hauptrennen findet am Dienstag statt. Da geht es um den großen Preis „Die Badenia“, der mit 65.000 Euro dotiert ist.

jab/pm

Mehr zum Thema

Kommentare