Angst vor neuem Ausbruch

Mannheim: PETA fordert Corona-Test in Fleischfabrik – so reagiert die Stadt

Mannheim - PETA fordert Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz auf, alle Schlachthof-Mitarbeiter regelmäßig und wiederholt auf das Coronavirus testen zu lassen.

  • Die Tierrechtsorgansiation PETA fordert Corona-Tests in Mannheimer Fleischbetrieb.
  • Die Stadt Mannheim nimmt Stellung zur Forderung von PETA.
  • Stadt Mannheim sieht „kein erhöhtes Infektionsrisiko" im Fleischversorgungszentrum (FVZ) Mannheim.

Die Fleischindustrie steht nicht gut da in der Corona-Krise. In den vergangenen Wochen entpuppt sich ein Schlachtbetrieb nach dem andern als Corona-Hotspot. Allen voran die Infektionswelle im Betrieb Tönnies zeige PETAs Ansicht nach, wie die Verantwortlichen der Fleischkonzerne und Schlachtereien Arbeiter ausbeuten und Bürger gefährden. Der Fall Tönnies mit über 1.500 Erkrankten und anschließendem „Lockdown“ der Landkreise Gütersloh und Warendorf im Juni 2020 hatte ein hohes Medienaufsehen erregt.

NamePETA (People for the Ethical Treatment of Animals)
Gründungsjahr1980
SitzNorfolk, Virginia, USA
SchwerpunktTierschutz, Tierrechte

Mannheim: PETA fordert regelmäßige Corona-Tests in Schlachthof

„Selbst nachdem die Masseninfektionen aufgedeckt wurden, kooperierte die Tönnies-Unternehmensführung nur widerwillig mit den Landkreisbehörden“, bemängelt PETA und stellt eine Forderung: Behördenverantwortliche und auch Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz sollen unverzüglich veranlassen, sämtliche Mitarbeiter des Schlachthofs des FVZ Mannheim regelmäßig auf das Coronavirus testen zu lassen. Zudem erwartet die Tierrechtsorganisation, dass die Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter geprüft sowie die Einhaltung der Tierschutz- und Tierhygienebestimmungen streng kontrolliert werden.

 
„Aufgrund der systematischen und offenbar vorsätzlich herbeigeführten menschenverachtenden Arbeits- und Lebensbedingungen in dem Tönnies-Betrieb in Rheda-Wiedenbrück ist zu befürchten, dass bei anderen Schlachthöfen ähnliche Bedingungen und womöglich COVID-19 Erkrankungen vorherrschen“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA. „Wir erwarten, dass die Behörden jetzt hart durchgreifen und nicht länger wegschauen.“

PETA befürchtet schlimme Bedingungen nicht nur bei Tönnies.

Kontrollen in Schlachtbetrieb? Stadt Mannheim: „Erhöhtes Infektionsrisiko wird nicht gesehen“

Bei der Stadt Mannheim verweist man auf die Corona-Verordnung, die in Baden-Württemberg die Tests in Schlachtbetrieben regelt. „Die Beschäftigten haben sich vor der erstmaligen Arbeitsaufnahme und danach zweimal wöchentlich einer Testung durch geschultes Personal auf den Coronavirus durch PCR-Verfahren zu unterziehen, wenn die Betriebsstätte im Schlacht- und Zerlegebereich über mehr als 100 Beschäftigte verfügt“ heißt es darin. Die Stadt Mannheim weist darauf hin, dass der Schlachthof Mannheim deutlich unter dieser Zahl läge.

Pressereferentin der Stadt Mannheim Beate Klehr-Merkl betont außerdem, dass die Gefahr zu einem erheblichen Teil in den Unterkünften der Arbeiter läge. Die Regio Schlachthof GmbH habe bestätigt, dass dort keine Arbeiter beschäftigt seien, die in Wohngruppen zusammenleben.

Darüber hinaus sieht die Stadt Mannheim auch kein erhöhtes Infektionsrisiko aufgrund der geringeren Größe und Infrastruktur im Fleischversorgungszentrum Mannheim. Man verweist dabei auf folgenden Vergleich: In Großschlachthöfen in Niedersachsen werden rund 30.000 Tiere pro Woche geschlachtet, in Mannheim sind es knapp 3.000. (akm)

 

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt

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