Rätselhafter Todesfall

Was geschah mit Pinguin „Nummer 53“ – viele Fragen weiter ungeklärt

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Der Pinguin „Nummer 53“ wird im Februar 2017 tot auf einem Parkplatz nahe des Luisenparks gefunden (Archivfoto)

Mannheim - Tagelang bangen Tierfreunde um einen verschwundenen Pinguin. Dann wird der Vogel aus dem Luisenpark tot gefunden. Die Frage nach dem Täter ist für viele weiter ungeklärt... 

Für die Behörden war es wohl die rätselhafteste Ermittlung des Jahres: Ein Pinguin verschwindet im Februar aus dem Luisenpark – und wird später tot entdeckt.

Getöteter Pinguin (10 Monate) auf Parkplatz gefunden

Auch zehn Monate nach dem mysteriösen Fall grübeln viele der Beteiligten, was mit „Nummer 53“ wohl geschehen sein könnte. Der Name „53“ kommt von der Flügelmarke des Vogels.

Zwar hat die Staatsanwaltschaft die Angelegenheit zu den Akten gelegt, doch fragt man die Polizei, so beschäftigt die Frage, was damals wirklich passiert ist, einige Beamten immer noch.

Rückblick

Entsetzt stellt die Verwaltung des Luisenparks, wo etliche Tierarten leben, bei einer Zählung fest, dass einer der Humboldt-Pinguine fehlt. Das Verschwinden aus dem Gehege am 11. Februar löst eine breite Reaktion aus. Die Leitung des Parks ist traurig und schockiert, die Polizei ermittelt, im Internet spekulieren Tierfreunde über die Hintergründe. Ein Dummejungenstreich? Eine Wette? Gar gewerbsmäßiger Diebstahl? 

Was für viele wie ein Filmstoff klingt, ist Experten zufolge Realität. Oft stecken reiche Auftraggeber hinter dem illegalen Handel mit gestohlenen Tieren, und die Kanäle führen meist ins Ausland. „Besonders begehrt sind hochbedrohte Arten, vor allem im Vogel- und Reptilienbereich“, sagt Geschäftsführer Volker Homes vom Verband der Zoologischen Gärten (VdZ). Auch der Humboldt-Pinguin gilt als gefährdete Art. 

Begehrter Vogel

Jeweils drei Exemplare wurden 2015 in Dortmund und viele Jahre zuvor in Heidelberg gestohlen. Was die Behörden in Mannheim irritiert: Es gibt keine Kampfspuren. Das wäre bei einem Angriff etwa durch einen Fuchs oder einen Greifvogel wohl zu erwarten. Zudem wird das Gehege mit den mehr als zehn Pinguinen von einem unter Strom stehenden, niedrigen Zaun vor Wildtieren geschützt. 

„Wir haben uns gegen eine Erhöhung des Zauns entschieden, weil das wie ein Hochsicherheitstrakt wirkt. Das wollen unsere Besucher sicher nicht“, sagt Luisenpark-Chef Joachim Költzsch. Seit Juni 2017 überwachen aber zwei Kameras das Pinguin-Gehege. 

Videoüberwachung an Pinguin-Gehege im Luisenpark!

Diebstahl nicht auszuschließen

Dass jemand aus Übermut über den niedrigen Zaun gegriffen und das fünf Kilogramm schwere Tier in eine Tasche gesteckt haben könnte, wollen die Behörden nicht ausschließen. 

Fünf Tage nach dem Verschwinden wird „Nummer 53“ tot gefunden - nicht allzu weit vom Tatort entfernt, am Rande eines Parkplatzes, ohne Kopf. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt in Karlsruhe teilt nach der Obduktion mit, der Vogel könnte von einem Fuchs oder einem Hund getötet worden sein. Nur: Wie kam das Tier an seinen Fundort? 

„Es lässt sich weder ein Diebstahl ausschließen, noch dass er bereits im Gehege einem Wildtier zum Opfer gefallen war“, heißt es aus Reihen der Polizei. Wie der Pinguin (wissenschaftlicher Name: Spheniscus humboldti) verschwunden ist, wird wohl nie offenbar. 

Am Gehege erinnert heute auch eine hölzerne Pinguinstatue an „Nummer 53". Im Frühjahr brannten Kerzen davor, Kinder legten Zeichnungen nieder. Klar ist in Mannheim, dass ein solch mysteriöses Verschwinden mit blutigem Ende nicht mehr passieren soll. 

>>> Hier geht's zur Übersicht aller Berichte zum getöteten Luisenpark-Pinguin

Wolfgang Jung/dpa/kab

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