Halsbandsittiche

Grün, laut & verfressen! Die wilden ‚Monnemer‘ Papageien 

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Der Halsbandsittich lässt es sich in einer Eibe den roten Samenmantel schmecken.

Mannheim-Oststadt – Sie sind grün, sie sind laut! Und die Halsbandsittiche sind gefühlt die einzigen Vögel, die im Winter noch in der Metropolregion herumfliegen. Und hinterlassen Spuren:

Wo sich andere Vögel in deutlich wärmere Gefilde verziehen, twitschern und flattern ausgerechnet die frechen Halsbandsittiche vor allem durch die Oststadt...

Und wenn man sie nicht sieht, hört man sie meist, denn Halsbandsittiche (Psittacula krameri) gelten unter Ornithologen als besonders ‚schwatzhaft‘. Auf gut Deutsch: Sie kreischen in einer Tour.

Die neongrünen Papageien (ursprünglich aus Indien) bleiben den Winter über in Mannheim, haben sich längst akklimatisiert und fühlen sich speziell im Luisenpark pudelwohl. Seit über 40 Jahren machen sich die Exoten lautstark in der Metropolregion breit – ihre Zahl wird auf über 4.000 geschätzt.

Da kann es schonmal passieren, dass man von kleinen Ästen und Früchten ‚bombardiert‘ wird, wenn man etwa unter der Eibe in der Erzbergerstraße vorbeiläuft. Und wer unter ihren Schlafbäumen parkt, kriegt noch was ganz anderes ab...

Weil die Sittiche bevorzugt Knospen, Früchte und Samen fressen, raschelt und knuspert es trotz frostigen zwei Grad in den Baumwipfeln über einem, sitzt ein halbes Dutzend auf den nadeligen Zweigen und lässt es sich schmecken.

Wilde Halsbandsittiche hinterlassen ihre Spuren

Zumindest ‚verdrängen‘ die Halsbandsittiche nicht heimische Vogelarten. Schon deshalb, weil sie zum Brüten (einmal pro Jahr, 2-6 Eier) andere Baumarten bevölkern und sich gerne auf den am Rhein verbreiteten Platanen niederlassen.

Trotzdem sind sie Vielen ein Dorn im Auge: Die Papageien rupfen oft die Wärmedämmung aus Hausfassaden! Sie höhlen diese entweder aus, um darin ihre Eier zu legen oder aber nehmen die Dämmungmaterialien mit in ihre Nester.

Warum sind die Papageien überhaupt in der Region?

Der ‚Legende‘ nach soll ein Heidelberger Biologe die Vögel im Rahmen seiner Doktorarbeit für ein Forschungsprojekts zu uns gebracht haben. Dummerweise seien ihm einige ausgebüxt...

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sich Viele die hübschen Papageien in den 70er Jahren nach Hause in einen Käfig geholt haben, doch ihrer schnell überdrüssig waren – und sie ‚auswildert‘ haben.

Es wurden zwar bereits 1962 die ersten Exemplare im Heidelberger Zoo gesichtet, die haben jedoch nicht gebrütet. Erst 1974 im Schlosspark Neckarhausen wurden sie dann heimisch und gelten als ‚Urväter‘ der heutigen Population. Ein Jahr später drehten sie dann auch am Mannheimer Waldpark ihre Runden.

Fakt ist: Die Papageien ziehen immer weitere Kreise bis nach Speyer und Zweibrücken, wo sogar schon einer von einer Radarfalle geblitzt wurde (WIR BERICHTETEN).

Europäische ‚Lieblingsländer‘ der Papageien sind jedoch England, die Niederlande und Belgien – vor Deutschland mit laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) insgesamt rund 8.500 wilden Halsbandsittichen, wo sich die Vögel außer im Rhein-Neckar-Gebiet auch im Rheinland um Köln tummeln. Im dortigen Zoo waren sie bereits 1874 beheimatet.

Und es werden immer mehr! Denn der Ausbreitungsverlauf sei laut BfN „expansiv“. Unsere gefiederten Freunde werden uns somit wohl noch seeehr lange erhalten bleiben...

>>> Polizei blitzt Papagei

pek

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