Von gefährlich bis kurios

Türsteher packen aus: Die besten Geschichten von ‚der Tür‘

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Als Türsteher hat man es wirklich nicht leicht...

Mannheim – Türsteher haben es nicht leicht. Denn im Gegensatz zum Bar-Personal können sie nicht flüchten, wenn sie in eine unangenehme Situation kommen. Wir hören uns ein paar Geschichten an: 

Türsteher haben es nicht leicht: Entgegen dem leider oft gängigen Bild, besteht ihre Aufgabe nicht darin den ganzen Abend, in sadistischer Selbstüberschätzung, Leuten willkürlich den Einlass zu verweigern. Sie haben dafür zu sorgen, dass vor und im Laden nicht die völlige Anarchie ausbricht. Sei es Lärm, Vandalismus, Schlägereien, Schutz von Minderjährigen, aber auch einfach dass keine Flaschen mit hinaus genommen werden, welche dann die Straße mit glitzernden Scherben bedecken. Natürlich müssen sie auch an der Tür selektieren, so bringt ein total betrunkener Junggesellenabschied, bei dem der Bräutigam to-be der Disko oder der Kneipe meist mehr Ärger als Umsatz. 

Gerade dadurch, dass sie es hauptsächlich mit Betrunkenen zu tun haben erleben Türsteher in ihrer Rolle als Wächter der Nacht so Einiges. 

Wir haben ein paar verrückte und lustige Geschichten aus Mannheim gesammelt.  

Das war‘s – ich schaufel' mir mein Grab!

Türsteher S., abwechselnd in Mannheim und Heidelberg im Einsatz, ist eigentlich immer tiefenentspannt und hat mit seinem schwarzen Humor immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Aber bei diesem nächtlichen Vorfall rutscht ihm das Herz fast in die Hose.

Denn eines nachts fordert ein Mann Einlass, den S. aber nicht in den Club lassen will. Der Mann wird wütend und zückt plötzlich ein Messer! S. reagiert schnell und schlägt es ihm mit solch einer Wucht aus der Hand, dass er befürchtet die Hand des Angreifers gebrochen zu haben. Der Angreifer flüchtet – S. atmet durch.

Etwa drei bis vier Stunden später – S. arbeitet immer noch an der Tür – kommt ein dicker Audi mit schwarzgetönten Scheiben vorgefahren. S. ahnt nichts Gutes... Die Türen öffnen sich, zwei aufgepumpte Stiernacken steigen aus – hinter ihnen ein Mann mit einem Gipsarm! Das Herz rutsch S. in die Hose. Er denkt sich: „Okay, das war‘s jetzt... ich schaufel‘ mir mein eigenes Grab!“    

Einer der großgewachsenenen und furchteinflößenden Männer tritt an ihn heran und fragt: „Hascht du meinem Bruder die Hand g‘broche?“ 

S. bleibt trotz einem Anflug von Panik, wie immer eine ehrliche Haut: „Ja...es war aber auch mein erster Tag!“ Der Bruder des Verletzten wird kurz stutzig und kommt noch ein Stück näher. Er holt mit der Hand aus – S. hat schon mit seinem Leben abgeschlossen – und will ihm die Hand schütteln! Völlig baff gibt S. sie ihm und weiß nicht was das soll. „Ich wollte dir die Hand geben!“, so der Bruder. „Aber warum?“, fragt S. perplex. „Mein Bruder is grad auf Bewährung raus. Danke, dass du nicht die Bullen gerufen hast! Bist echt korrekt!“ „Aber du...!“, dreht er sich zu dem verletzen und sehr geknickten Ex-Knacki um: „Bist ein Vollidiot! Wie dumm kann man sein?“, brüllt er ihn an und verpasst ihm sogar noch eine Ohrfeige!

„Das war echt hart...Mann, Mann, Mann!“, erinnert sich S. kopfschüttelnd.

Kostenloser Striptease 

So ein Türsteherleben hat aber auch seine schönen Seiten. Viele Gäste halten sich lange und gerne beim Türsteher auf, um mit ihm zu plaudern. Meist ist das für ihn nicht besonders angenehm, da die ‚etwas‘ betrunkenen Gäste gerne schier nicht endend wollende Monologe ohne viel Inhalt von sich geben.

Doch nicht so in diesem Fall: Der Türsteher einer Shotbar, I., wird vom amüsierten Barpersonal dabei beobachtet, wie sich ihm eine schöne dunkelhaarige Frau nähert. Sie trägt ein weißes, weit ausgeschnittenes und bauchfreies Oberteil. I. scheint sehr angetan zu sein. Nach einem kleinen Geschäkere kommt die schöne Unbekannte an die Bar und fragt nach einem Glas Leitungswasser. 

Es wird ihr natürlich sofort gewährt. Mit diesem Glas in der Hand nähert sie sich dem Türsteher und tanzt ihn in einer Art und Weise an, dass Dirty Dancing dagegen Kindergartengehüpfe ist. Zur Krönung kippt sie das Glas Wasser lasziv über sich – ihr weißes Oberteil wird ganz durchsichtig wird und man erkennt, dass sie darunter gar keinen BH an hat! Sie reibt ihren nassen Oberkörper an der Lederjacke des Türstehers.

Natürlich hat das Barpersonal das Arbeiten mittlerweile komplett eingestellt und beobachtet das Schauspiel. Der Türsteher und die Unbekannte flüstern noch kurz miteinander, dann stürmt I. zum Ladenbesitzer an der Bar und fragt ihn mit hochrotem Kopf: „Also ich würde heute früher Feierabend machen, wenn es ok ist? Also...vielleicht jetzt?!“ Der Feierabend wird ihm lachend gewährt. 

Noch Jahre später erinnert sich das Barpersonal lachend an diese Nacht in der alle einvernehmlich das Arbeiten einstellten. I. selbst hatte diese Episode schon fast wieder vergessen, meint aber dann: „Könnte mir ruhig öfter passieren!

Ganz heimlich und unauffällig...

Wer kennt sie nicht? Die ‚All you can drink‘-Partys am Montag im Miljöö. Das meist ziemlich junge Publikum schoss sich vor der Schließung im Jahr 2012 trotz langer Warteschlagen an der Bar fast bis zur Besinnungslosigkeit ab und benahm sich natürlich auch dementsprechend. So auch an dem Abend als der Türsteher unseres Vertrauens J. mit seinem Kollegen D. in den Club hinein geht, um ein Auge auf die sehr betrunkenen Gäste zu werfen. Dabei haben beide immer Blickkontakt, dass sie dem anderen, falls eine Situation eskalieren sollte, zu Hilfe eilen können.

Dabei beobachtet J. einen männlichen Gast an der Bar, der so aussieht als müsste er dringend auf die Toilette. Doch dann hätte er ja seinen Platz an der Bar aufgeben müssen! Da hat er sich wohl gedacht, dass ihn eh niemand sieht, stellt er sich ganz dicht an die Bar, macht seine Hosenschlitz auf und lässt unauffällig ein wenig Wasser ab. Dabei beobachtet er verängstigt und vorsichtig den Türsteher D.  

Doch der hat schon Lunte gerochen und schiebt die Gäste links und rechts von sich zur Seite und bahnt sich den Weg zu dem dem Pinkler. D. kann es nicht fassen: da pinkelt jemand einfach in den Club hinein!   

Als D. wutentbrannt bei ihm ankommt, vergisst der Gast vor Schreck seinen Reisverschluss zuzumachen und dreht sich in dem Moment schockiert zum Türsteher Kollegen und pinkelt ihm auch noch auf die Füße.

Da brennen bei D. die Sicherungen durch und er verpasst dem Pinkler eine Ohrfeige.

Der Gast fällt auf den Boden und will nicht mehr aufstehen. Auch die anderen Gäste drehen sich jetzt nach ihm um. Seine Hände und Arme sind mit Urin bespritzt. Er muss raus, aber der Türsteher ekelt sich ein bisschen. So packt der zwei Meter große Bodybuilder den jungen Mann am Hosenbund und schleppt ihn vor die Tür. Dabei steigt er sogar 15 steile Stufen hoch. Für allgemeine Erheiterung sorgt der Versuch des jungen Mannes sich vor der Tür per Handschlag zu entschuldigen. Erst nach der Androhung die Polizei zu rufen, lässt er sich dazu bewegen den Heimweg anzutreten... 

„Wir haben und fast nicht mehr eingekriegt vor Lachen. Wie einen Müllsack hat er ihn herausgetragen!“, erinnert sich J.

Eine teure Taxifahrt

Wie stur und unlogisch manche Nachtschwärmer sind, beweist diese Geschichte vor einer Diskothek in der Industriestraße. Ein Gast fährt, nachdem er den Laden verlassen hat, wieder mit dem Taxi zurück und fragt lautstark und schwankend mit einem Ladekabel in der Hand nach dem Handy, welches er angeblich im Laden vergessen hätte. Doch die Türsteher lassen ihn nicht mehr rein, mit der Begründung, dass er viel zu betrunken sei. Außerdem vermuten sie, dass er sich mit dieser Ausrede nur wieder in den Club hinein schleichen will. Sie bitten ihm jedoch an, am nächsten Tag anzurufen und beim Barpersonal nachzufragen, ob sein Handy gefunden wurde.

Dann ist erst einmal Ruhe. 15 Minuten später kommt wieder ein Taxi angefahren. Der betrunkene Mann steigt wieder aus, er hat wieder (oder besser gesagt immer noch) ein Ladekabel in der Hand und verlangt erneut Einlass. „Aber mein Handy ist da drinnen!“, verkündet er lallend und schwankend. Sein vereinsamtes Ladekabel schleift dabei traurig auf dem Boden herum. Doch auch diesmal hat er keinen Erfolg. Der Türsteher hat so langsam keine Geduld mehr mit ihm. „Wenn es noch da ist, ist es sicher aufgehoben – wenn es jemand geklaut hat, dann ist es weg, sorry!“

Er scheint aufzugeben – es kehrt Ruhe ein... Doch nur für weitere 15 Minuten. Das Taxi kommt wieder angefahren – der Taxifahrer muss sich an diesem Fahrgast eine goldene Nase verdient haben – und wer steigt aus? Unser sturer Freund, das Ladekabel traditionell hinter sich her schleifend. Die Türsteher können sich vor Lachen kaum mehr an sich halten. Aus E. platzt es dann heraus: „Für des Geld, was du für das Taxi ausgegeben hast, hättest du dir locker ein neues Handy kaufen können!“

kp

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