„Grob“ beim Meeting auf dem Minigolf-Platz

„Grobes“ Minigolfen und die Liebe unter Männern

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So sieht ein „Meeting“ bei der Pöbel-Band Grob aus. 
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So sieht ein „Meeting“ bei der Pöbel-Band Grob aus. 
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So sieht ein „Meeting“ bei der Pöbel-Band Grob aus. 

Mannheim-Neckarstadt-West – Die Platzhirsch-Gewinner Grob sprechen mit MANNHEIM24 über Liebe unter Männern, welchen Stellenwert die Toilette hat und warum Ludwigshafen ihre gefühlte Heimat ist. 

Die Jungs aus der Band Grob sind überpünktlich. (Das muss auch mal gelobt werden!) Wir treffen uns in einem Café am Alten Messplatz, nur ein paar Meter von dem Ort entfernt, an dem sie am Samstag den Sieg beim Platzhirsch-Award davon getragen haben. 

Wie habt ihr euch als Band zusammengefunden? Ihr studiert ja alle an der Popakademie.

Jakob: Ja an der Popakademie hat erst jeder so jeden ausgecheckt. Dann sind wir zusammen in den Proberaum und haben uns einen Song angehört den ich geschrieben hab. An dem haben wir dann rumgespielt. und waren ungefähr auf Wolke 8 - und schwups, haben wir uns ineinander verliebt. 

Liebe unter Männern also...

Jakob: Unsere Liebe steht über der geschlechtlichen Liebe.  

Wie habt ihr euch auf den Platzhirsch vorbereitet?

Julian: Die Vorbereitungen haben so drei Wochen vorher angefangen. Da haben wir das Konzept erstellt und dann angefangen Zeug zusammen zu suchen, zum Beispiel auch die Kunstwerke, die wir auf der Bühne hatten. 

Fred: Die Sachen hatten wir alle von „Free your stuff“. Wir sind dann in ganz Mannheim rumgefahren und haben alles eingesammelt. 

Jakob: Ja ne Woche vorher waren wir dann im Proberaum. Am Samstag hatten wir dann richtig Action, weil wir ja auch das Dixie-Klo auf die Bühne bekommen mussten. 

Wo hatten ihr das Dixie-Klo her?

Julian: Das haben wir gemietet. Und fast hätten wir noch mehr bezahlen müssen, weil die Auflage war, dass wir es unbenutzt wieder zurückgeben...

Jakob: Ja nachdem wir es kurz am Bühnenrand abgestellt hatten und es dann später abtransportieren wollten, hatten halt 8 Leute reingepisst.

Genau 8?

Jakob: So nach der Menge des Urins zu urteilen, ja...acht.

Niclas, du bist ja die ganze Zeit im Hintergrund auf der Bühne rumgeturnt und hast auch später die Shakes gemacht. Wer bist du eigentlich?

Niclas: Also ich manage die Band und hab auch an dem Platzhirsch-Award Tag von morgens bis abends das Zeug für die Bühne herumgefahren. Eigentlich sollte ein Schauspieler den Part auf der Bühne übernehmen. Der hat aber kurzfristig abgesagt. Und so habe ich das eben gemacht. Komplette Aufopferung für den Künstler! 

Jakob: Ich wollte es auch eigentlich nicht sagen, aber ich hab das so gefeiert. Du bist voll drin und weißt um was es geht. Es war perfekt!

Julian: Niclas hat auch ein Bassriff für den Song Toilette geschrieben. 

Niclas: Ich bin aber auch halt kein Musiker.

Alle lachen: Deswegen hat es ja auch so gut gepasst.

Wieso habt ihr überhaupt einen Song mit dem Thema Toilette aufgenommen?

Jakob: Die Toilette ist eben der Ort der Entspannung und der absoluten Freiheit. Wir haben ja bei den Auftritten immer den Klodeckel mit dem Hund dabei. Der verkörpert die Angst und Entspannung, die Ambivalenz die auch der Band inne wohnt. 

Warum meint ihr habt ihr den Award gewonnen? 

Jakob: Also ich hatte einfach voll Bock auf den Auftritt. Es waren ja auch ein paar Leute da. Und denen hat‘s anscheinend gefallen. 

Julian: Vieles ist ja ach aus dem Moment entstanden und war einfach improvisiert. Fixpunkt war eigentlich nur der Erdbeershake. Kann sein, dass die Leute das mochten. 

Jakob: Ich hab mir dann auch irgendwann während dem Auftritt das Kabel aus der Gitarre rausgerissen, als sich aufs Dixie-Klo gegangen bin. Habs dann gesucht und wieder reingesteckt, während Niclas drüber gestolpert ist. Klar ist es geil wenn wir alles richtig machen, aber falls nicht ist es auch nicht schlecht.

Was macht ihr mit den 5.000 Euro Preisgeld? 

Fred: Also vor allem werden wir mit dem Geld unsere erste EP fertig machen. Und zwar auf Kassette. Wir dachten das passt gut vom Stil. Und außerdem kann es auch nicht jeder raubkopieren. Außer man hat einen Rekorder mit zwei Kassettendecks...

Julian: Wir machen da aber nicht so einen richtigen Release, sondern verkaufen die Kassetten erst einmal auf Konzerten. 

Und wenn jemand keinen Kassettenrekorder hat?

Jakob: Die verkaufen wir dann gleich mit. Die Preispanne reicht von 5 Euro für Walkmans und geht bis 15 Euro für High-End-Geräte. 

Julian: Sie soll übrigens „Urlaubsauto“ heißen.

Fred: Vielleicht kaufen wir dem Jakob auch einen neuen Verstärker. Und auf jeden Fall werden wir das Geld für eine Tour zur Seite legen und für unser zweites Musikvideo.

Ihr seid aber nicht wirklich aus Ludwigshafen?

Jakob: Wir nicht, die Band aber schon. Das ist unsere gefühlte Heimat. Ludwigshafen ist so hässlich und hat einfach gar nichts, wir dachten das passt perfekt zu uns. Mannheim wird auch immer so gehypt in der Szene, wir wollten uns davon abgrenzen. Auch was den Sound angeht. Wir machen Pöbel Pop, aber das ist relativ offen. Wir wollen auch gar nicht so ein Konzept-Ding machen, das wäre unser Tod. 

Fred: Wir schreiben auch nicht für Grob, sondern aus Grob heraus.

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Weil es mit den Jungs von „Grob“ so nett war, hat die Redaktion beschlossen sie noch auf den Mini-Golfplatz zu ihrem „Meeting“ zu begleiten. Dort ist die Fotostrecke entstanden. Leider wurden sie an diesem Tag nicht wie sonst von einer Gruppe Rentnern überholt, die viel besser und schneller spielt als sie...  

>>>>Pöbel-Band Grob gewinnt Platzhirsch Award mit „Erdbeershake“

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