Platzhirsch Award Gewinner 2014

„Hot Chick Banged“ Frontmann Lex Brown im Interview 

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Der Auftritt beim Platzhirsch Award 2014 verstört und begeistert zugleich.
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Der Auftritt beim Platzhirsch Award 2014 verstört und begeistert zugleich.
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Der Auftritt beim Platzhirsch Award 2014 verstört und begeistert zugleich.
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Der Auftritt beim Platzhirsch Award 2014 verstört und begeistert zugleich.
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Der Auftritt beim Platzhirsch Award 2014 verstört und begeistert zugleich.
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Der Auftritt beim Platzhirsch Award 2014 verstört und begeistert zugleich.

Mannheim-Neckarstadt-West – Am Wochenende wird wieder der Platzhirsch-Award vergeben. Grund genug für einen Plausch mit dem Gewinner des Jahres 2014: Lex Brown, Frontmann der Band „Hot Chick Banged“:

MANNHEIM24 trifft Lex Brown zu einem Interview in seiner„Aristokratenwohnung“ im Jungbusch, wo er mit zwei Mitbewohnern – so gar nicht „Rock'n'Roll-mäßig" – ganz schick auf 150 Quadratmetern Altbau mit Stuck an den Wänden wohnt. Ganz nebenbei erfahren wir, was ein Raketenrollstuhl ist, wer die wahren Platzhirsche des Jungbuschs sind und warum es vielleicht nicht so klug ist, sein Geld auf einem Friedhof zu vergraben...

Wieso hat sich „Hot Chick Banged“ für den Platzhirsch Award beworben? 

Lex Brown (überlegt kurz): Ja, also schon wegen dem Geld...(lacht)...aber natürlich auch aus der Verbundenheit zu Mannheim heraus – so „support your local neighbourhood"-mäßig.

Ich möchte ganz gezielt das Wort Kreativwirtschaft nicht benutzen, aber mir fällt gerade kein Synonym ein. Das bringt man eher so mit Yuppie-Wohnungen in Verbindung und Latte macchiato trinkenden Müttern, die die Studenten aus den „angesagten“ Vierteln vertreiben...Wo war ich?...Ich bin ja auch Darwinist und glaube an den „Survival of the Platzhirsch“. Wir wollten auch einfach zeigen, dass man auf Mannheimer Bühnen Unfug treiben kann und damit davon kommt.

Wie habt ihr euch gezielt auf den Platzhirsch Award vorbereitet? Ihr habt ja auch viele Pluspunkte mit einer aufwändigen Bühneninszenierung gewonnen.

Ja wir hatten ja auch Inventar aus einer Nervenheilanstalt  (grinst). Wir haben da angerufen und gefragt, ob sie vielleicht etwas Ausrangiertes rumliegen haben. Wie OP-Lampen und Lachgaskartuschen. Den Raketenrollstuhl haben wir über Umwege bekommen.

Raketenrollstuhl?

Ja, da wurde ein Schleudersitz aus einem Kampfjet auf einen Rollstuhl gebaut. Den habe ich über den Typen bekommen, der mal nachts sein komplettes Inventar in den Neckar geworfen hat, nachts um drei und geschrien hat „ALLES NEU!". Ich glaube auch, er ist eigentlich Künstler und hat schon viele Installationen ausgestellt. Jetzt arbeitet er bei einem Thai-Service...

Ach so...?

Der hat mir auch erzählt, dass er sein Geld auf dem Friedhof vergräbt. Das sei am sichersten. Ich meinte, dass das nicht so clever wäre, da auf einem Friedhof ja viel gegraben wird. Aber er meinte er kennt da ein sicheres Plätzchen...Was war die Frage nochmal?   

Ich glaube die Frage ist hinreichend beantwortet... Warum meinst du, habt ihr den Platzhirsch Award gewonnen?

Also ganz ehrlich, ich glaube einfach wir haben die meisten Leute mitgenommen...Und es hat was von Katastrophen-Tourismus. Wir locken die Leute mit „Hey, das dürft ihr nicht verpassen. Es könnte was Schlimmes passieren.“ Unser Schlagzeuger hat sich auch übel die Hand verletzt als er mich mit einer Stand-Tom (Teil eines Schlagzeugs, Anm. der Redaktion) beworfen hat. Er hat dann einfach blutüberströmt weitergespielt. Ich weiß echt nicht, wie er das gemacht hat. Das erhöht natürlich die Kredibilität... Ja Katastrophen-Tourismus... Das ist jetzt doch auch ein Trend, dass man in Problemvierteln schick essen geht, in der Hoffnung, das etwas Schlimmes passiert. Das kann man dann später ganz aufgeregt seinen Freunden erzählen.

Seid ihr nach dem Gewinn musikalischer und erfolgreicher geworden? 

Wir waren schon immer musikalisch und erfolgreich... 

Hältst du dich für den größten Platzhirsch?

Ja klar...oder nein. Ich glaube, ich muss lügen. Die größten Platzhirsche sind die Hunde aus dem Jungbusch. Sie sind die größten Reviermarkierer, also die größten Platzhirsche. Erst wenn ich jedem Hundebesitzer vor die Wohnungstür gekackt habe, bin ich der größte Platzhirsch... Ich hab auch mal gelesen, dass der Mike Patton früher regelmäßig seine Fäkalien in Hotelzimmern verteilt hat. Da haben sich die Gäste am nächsten Tag, dann die Haare mit seiner Scheiße geföhnt. Unsere Art zu markieren ist dagegen ja harmlos.... Ich sag trotzdem, ich bin der größte Platzhirsch. Denn gelebter Optimismus ist besser als gedachter Pessimismus.

Für alle, die sich selbst die Revierkämpfe ansehen wollen: Am Samstag, 27. Juni, beim Platzhirsch Award 2015 geht es auf den zwei größten Truckerbühnen Deutschlands auf dem Alten Messplatz zur Sache. Dann zeigt sich, wer von den teilnehmenden Bands das Alphatier ist.

>>>>>Hier geht's zum Platzhirsch- Award Auftritt 2014 

Mit dabei sind in diesem Jahr Grob aus Ludwigshafen, Kolor aus Mainz, die mit Deutsch-Pop an den Start gehen werden. Die Funkrocker Katinka aus Mannheim und MAS aus Stuttgart, die mit ihrem Indie-Rap noch mehr Abwechslung in das Programm bringen.

Es gibt aber nicht nur etwas auf die Ohren, sondern auch auch etwas für‘s Auge! Denn ein außergewöhnliches Bühnendesign gibt Pluspunkte bei Jury und Publikum. Diese entscheiden dann gemeinsam über den Gewinner des Preisgelds von 5.000 Euro.Los geht‘s um 16:00 Uhr

Der Eintritt ist frei!

kp 

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