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Mannheim: Nach Razzia in Lupinenstraße – Mitarbeiterin (48) des Bauamts weiterhin in U-Haft

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Von: Peter Kiefer

Razzia im Mannheimer Stadtteil Neckarstadt-West.
Razzia im Mannheimer Stadtteil Neckarstadt-West. © MANNHEIM24/PR-Video/Priebe

Mannheim-Neckarstadt - Ein krasser Fall von Bestechung erschüttert das städtische Bauamt! Im Mittelpunkt steht eine 48-jährige Sachbearbeiterin. Sie sitzt seit Wochen in U-Haft:

Update vom 11. Mai: Weil gegen eine 48-jährige Mitarbeiter des städtischen Bauamts weiterhin „ein dringender Tatverdacht“ bestehe, sitzt die Frau noch immer in U-Haft, wie der „Mannheimer Morgen“ unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtet. Auch die beiden 28- und 41-jährigen Männer sind weiterhin im Gefängnis. Den drei Verdächtigen werden Bestechlichkeit bzw. Bestechung vorgeworfen. In 18 Fällen habe die Sachbearbeiterin Geld sowie wertvolle Geschenke im Wert von mehreren Tausend Euro angenommen, um Bauamt-Internas weiterzugeben – in einem Fall soll sie sogar unrechtmäßig eine Baugenehmigung erteilt haben.

Zusätzliche Beschuldigte innerhalb oder außerhalb der Stadtverwaltung seien im Zuge der Ermittlungen nicht ins Visier der Behörde geraten. Die Beschuldigte habe sich im Rahmen der „sehr komplexen Ermittlungen“ laut Staatsanwaltschaft „umfangreich“ zu den Vorwürfen geäußert. Am heutigen Dienstag steht der Bestechungsskandal auf der Agenda des Hauptausschusses im Mannheimer Gemeinderats.

Unfassbar: Bestechungs-Skandal erschüttert Mannheimer Bauamt – Razzia in Lupinenstraße

Erstmeldung vom 17. März: Schwerer Schlag gegen die Kriminalität in Mannheim: Nach monatelangen verdeckten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mannheim, Abteilung für Betäubungsmitteldelikte und Organisierte Kriminalität und des Polizeipräsidiums Mannheim, hier der BAO West/Aktion Sichere Neckarstadt und des Dezernates für Organisierte Kriminalität der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg, konnten am heutigen Mittwoch (17. März) eine Frau (40) wegen des Verdachts des Handels mit Betäubungsmitteln sowie zwei Männer (28/41) und eine Frau (48) wegen des Verdachts der Bestechung bzw. der Bestechlichkeit festgenommen werden.

Die beiden 28 und 41 Jahre alten Männer werden beschuldigt, die 48-jährige Tatverdächtige, eine Sachbearbeiterin im städtischen Bauamt, seit Mitte März 2019 mit Geld und anderen „materiellen Zuwendungen im Wert von mehreren Tausend Euro“ bestochen zu haben. Zudem hat das Duo der städtischen Angestellten kostenlose Reisen, ein hochwertiges Motorrad und viele weitere Dinge in Aussicht gestellt. Im Gegenzug soll die Frau den beiden Männern für Bauvorhaben in Mannheim in 19 Fällen unrechtmäßig u.a. eine Baugenehmigung erteilt sowie für die Planung von weiteren Projekten nicht öffentlich zugängliche Informationen aus dem Bauamt und dem Bereich der Stadt Mannheim zugespielt haben.

StadtMannheim
StadtteilNeckarstadt-West
Einwohnerzahl22.388 (31. Dez. 2015)
Fläche9,94 km²
Bevölkerungsdichte2.252 Einwohner/km²

Im Verlaufe der Ermittlungen hat sich zudem ein Tatverdacht gegen eine 40 Jahre alte Frau erhärtet, die heute ebenfalls festgenommen worden ist. Ihr wird im Zeitraum März bis November 2020 der Handel mit Betäubungsmitteln in Mannheim vorgeworfen.

Razzia im Mannheimer Stadtteil Neckarstadt-West.
Razzia im Mannheimer Stadtteil Neckarstadt-West. © MANNHEIM24/PR-Video/Priebe

Mannheim-Neckarstadt: Mit 250 Polizisten – Groß-Razzia in 44 Objekten

Insgesamt wurden 44 Objekte unter anderen in Lupinenstraße und Ackerstraße durchsucht. Am Einsatz waren rund 250 Beamte beteiligt, darunter auch Kräfte des Polizeipräsidiums Einsatz und des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg. Es wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, das jetzt weiter ausgewertet werden muss.

Die beiden Männer sind noch heute dem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Mannheim vorgeführt worden, der die bereits im Vorfeld erlassenen Haftbefehle wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Vollzug gesetzt hat. Die Tatverdächtigen sitzen jetzt in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten. Gegen die beiden tatverdächtigen Frauen sind ebenfalls bereits Haftbefehle erlassen worden. Sie sollen am Freitag (18. März) vorgeführt werden. Die weiteren Ermittlungen dauern an. (pol/pek)

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