Bauwerk droht Abriss

Rettung für die Multihalle? Mannheim bewirbt sich für Förderprogramme

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Das Schicksal der Multihalle im Herzogenriedpark ist noch ungewiss. (Archivfoto)

Mannheim-Neckarstadt-Ost - Weiterhin ist die Zukunft der Multihalle im Herzogenriedpark unklar. Zwei Förderprogramme sollen nun helfen, genug Geld für eine Restauration des Bauwerks zu erhalten: 

Die Multihalle im Herzen des Herzogenriedparks war einst eines der Highlights der Bundesgartenschau im Jahre 1975. Seitdem ist es dem Bauwerk aber nicht gut ergangen – es steht sogar kurz vor dem Abriss

Grund: Die größte freitragende Holzgitterschalenkonstruktion der Welt, gestaltet von Architekt Frei Otto (†89), ist porös. Seit 2008 wird das Dach sogar von einem Stützgerüst gehalten, damit es nicht einstürzt. Zudem ist die Halle seit 2011 aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Eine Restauration in Höhe von etwa 14,2 Millionen Euro ist der Stadt zu teuer, weshalb die Zukunft des Bauwerks noch offen steht. Bis Ende des Jahres muss die Stadt genug Geld zusammenbekommen, um das Kulturdenkmal zu retten. Dafür wird extra der Verein „Multihalle e.V.“ gegründet.

Das ist die marode Multihalle im Herzogenriedpark

Zwei Förderprogramme sollen Halle retten

Am 16. Oktober wird der Hauptausschuss über eine mögliche Lösung beraten, der Gemeinderat soll am 23. Oktober darüber entscheiden. Zwei Förderprogramme könnten eine nötige Finanzspritze hinzugeben. Dabei handelt es sich zum Einen um „Nationale Projekte des Städtebaus“, das vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat vergeben wird. 

Zum Anderen geht es um „Europäisches Kulturerbejahr SHARING HERITAGE“, das von der Europäischen Kommission ausgegeben wird, um das Kulturerbe zu stärken. Das Baudezernat der Stadt Mannheim hat den Antrag „Eutopia Mulithalle“ eingereicht. Der wurde bereits mit einer Summe von150.000 Euro bewilligt.

Fertigstellung bis zur nächsten BUGA

Falls die Bewerbung erfolgreich ist, wären ein Drittel des ersten Bauabschnitts gedeckt. In diesem wird das Tragwerk saniert und der Betoneinbau teilweise zurückgebaut. 

Der Erhalt der Multihalle hat eine überaus positive Entwicklung eingeschlagen. Bei der Bewerbung um Aufnahme in das Programm Nationale Projekte des Städtebaus zum Erhalt dieses einzigartigen Kulturerbes setzen wir auch auf die Abgeordneten der Regierungskoalition“, erklärt Baubürgermeister Lothar Quast.

Das gesamte Projekt würde sich dadurch bis ins Jahr 2019 ziehen, wenn im März das Ergebnis bekanntgegeben wird. Die Fertigstellung ist für die BUGA 2023 geplant. 

Sollte der Plan nicht aufgehen, droht der Multihalle der Abriss, was mit 1 Million Euro zwar günstiger wäre, der Stadt aber einen unbezahlbaren Teil ihrer Geschichte nehmen würde.

pm/dh

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