MANNHEIM24 auf Baustellenbegehung

Heller, größer, bunter! SO schön wird das „Capitol“

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Mannheim - Die Modernisierung im traditionsreichen Veranstaltungshaus in der Waldhofstraße schreitet mit großen Schritten voran. MANNHEIM24 auf Baustellenbegehung mit „Capitol“-Chef Thorsten Riehle: 

Unzählige fleißige Arbeiter an jeder Ecke, hunderte Meter unverlegter Kabel am Boden, die Luft trocken vom feinen Baustaub, der sich über die altehrwürdige Stätte gelegt hat – die Modernisierung des „Capitol“ ist in vollem Gange!

Pünktlich zum Bergfest der Maßnahme lädt Thorsten Riehle (49) – „Capitol“-Boss und Vorstandsvorsitzender der gleichnamigen Kulturstiftung - zur Baustellenbegehung.

„Capitol“-Chef Thorsten Riehle führt durch die Baustelle des Veranstaltungshauses.

Aktuell befindet sich das ‚Capitol‘ in der wohl aufregendsten Zeit der vergangenen 20 Jahre“, freut sich Riehle. Die letzte große Sanierung fand nach einem Brand in den 80er Jahren statt, die aktuelle Maßnahme ist die umfangreichste in der 90-jährigen Geschichte des traditionsreichen Veranstaltungshauses.

Alles neu – und dennoch „back to the roots“

Riehle ist nicht nur von Amts wegen an der Modernisierung des Hauses interessiert, er hat auch eine große emotionale Bindung zu dem Objekt. Der gebürtige Mannheimer erinnert sich mit strahlenden Augen an die Zeit zurück, als er als Kind regelmäßig für Kinovorführungen Halt im Lichtspielhaus in der Waldhofstraße gemacht.

Und eben jener Flair aus längst vergangener Zeit soll nun wieder zurück geholt werden, das Haus wieder in altem Glanz neu erstrahlen.

Rot statt blau: Ein kleiner farblicher Vorgeschmack, wie der Eingangsbereich schon bald aussehen wird.

Eines der großen Themen dabei: der Farbanstrich!

Aufgrund der dünnen Archivlage lässt sich nicht mehr präzise sagen, wie es genau zu Beginn im „Capitol“ ausgesehen hat. Doch nach einer Analyse der aufgetragenen Farbschichten kommt heraus, dass das Haus ursprünglich gänzlich in einem Sandton gestrichen wurde.

In einer darauffolgenden Phase in den frühen 30ern kam dann ein sattes Rot vor allem im Innen- und Eingangsbereich hinzu, das dem Lichtspielhaus einen schicken Kontrast gebracht hat. Dieses Farbkonzept (von Anthrazit über Rot bis Ocker) wird nun wieder aufgegriffen – und dürfte mit der historischen Backsteinfassade wunderbar harmonieren.

Die Farbigkeit des „Capitol“ in einer der ersten Fassungen.

Im Parkettbereich sorgen neu angebrachte, kreisrund in die Decke eingelassene LED-Strahler für die perfekte Ausleuchtung – selbstverständlich dimmbar. Der Saal erhält außerdem einen neuen Zugang an der Westseite und wird mit einem neuen Boden ausgestattet.

Hier entsteht der neue Zugang zum Saal an der Westseite.

Der Keller wird zu einem Lagerraum für Kulissen ausgebaut und um einen Aufzug ergänzt, der als Hebebühne genutzt werden soll. 

Mehr Plätze in Logenbereich

Die Technikloge wird zur Besucherloge umgebaut, dazu werden die Sitzplätze neu angeordnet. Hier finden künftig rund 60 Besucher mehr Platz, auch für zusätzliche Rollstuhlplätze wird dabei gesorgt.

Zudem wird die Bühnentechnik durch die Erneuerung der Traversen komplett überholt, und auch Backstage wird großflächig erneuert und saniert.

Die beiden großen Technik-Türme auf der Bühne, die das Sichtfeld der seitlich sitzenden Gäste eingeschränkt haben, sind Geschichte.

Eine der größten Baustellen: die nicht vorhandene Brandschutztechnik! In einem mehrmonatigen Prozess wurde ein Konzept erarbeitet, das eine übergreifende Brandmeldeanlage vorsieht.

In der dritten und damit letzten Bauphase, die bis zum Frühjahr 2019 beendet sein soll, wird schließlich die Lüftungsanlage erneuert.

>>> Alle Infos zum aktuellen Stand gibt's beim Capitol-,Baublog‘

Kostenpunkt für Umbau und Sanierung: rund 2 Millionen Euro – eigentlich!

Da auch den zahlreichen Firmen aus der Metropolregion, die mit der Modernisierung des „Capitol“ beauftragt wurden, das Vorhaben am Herzen liegt, springt ein saftiger „Rabatt“ von unterm Strich 600.000 Euro rum.

Blick von der Loge.

800.000 Euro werden über die Einnahmen der immens erfolgreichen Spendenaktion des Hauses gedeckt, 200.000 Euro gibt‘s aufgrund des Status der Kulturstiftung als Mehrwertsteuer-Effekt vom Staat zurück. 

Die noch offene Position von 400.000 Euro könnte durch Fördermittel und weitere Spenden reingeholt werden. Monetär und zeitlich ist man also voll im Soll.

Capitol Stiftung kauft Capitol von Kino-König Spickert

Der großen Wiedereröffnung mit „Chako“ Habekosts letzter Vorstellung seines Programms „de Weeschwie’sch-MÄN“ am 31. August 2018 dürfte so also nichts mehr im Wege stehen!

Und für September haben Thorsten Riehle und das „Capitol“ noch ein ganz besonderes Schmankerl im Köcher – zwei waschechte ‚Monnemer‘ Stars sollen dabei gemeinsam auf die Bühne! Wer genau, wollte Riehle noch nicht verraten...

>>> Alle Infos zum „Capitol“ und deren Programm

rob

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