In Alter Seilerei

Multimedia-Konzert: Laibach begeistert Fans! 

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Die slowenische Band Laibach beim Konzert in der Alten Seilerei.

Mannheim-Neckarau – Die nicht ganz unumstrittene Band „Laibach“ gibt sich in der Alten Seilerei die Ehre. Und 250 Fans kamen, um bei 3D-Projektionen und düsteren Klängen abzufeiern.

If you don’t like our Music, turn around for 360 degrees and go!“ – so das klare Statement, das Laibach seinen Fans weiß auf schwarz auf die T-Shirts druckt. 

Gut 250 Fans waren am Freitagabend in die Alte Seilerei nach Neckarau gepilgert, um sich das Konzert anzusehen – und anzuhören.

Stampfend düster ging es los mit dem „Olav Trygvasson Poem“ bei dem sich in der Hintergrund-Projektion die 3D- Grafik eines Wikinger-Boots aufbaute. Zum tiefen Gesang von Milan Fras kamen noch viel tiefere Frequenzen aus den drei Synthesizern, rhythmisch untermalt durch das Schlagzeug, sodass das Hallen-Inventar ganz ordentlich in Schwingungen versetzt wurde. 

Fast schon freundlich klangen dagegen „Eurovision“ oder „No History“ im 80er-Jahre-Gewand, bei dem die Stimme von Synthesizer-Frau Mina Spiler mit ihrem Klargesang eine wunderschöne Ergänzung war. Überhaupt war das ganze Konzert sehr Spectre-lastig darunter „Whistleblowers“, eine Nummer die irgendwie so klingt, als würden die Pet Shop BoysIm Frühtau zu Berge“ spielen.

Multimedia-Konzert: Laibach begeistert Fans! 

Laibach-Konzerte sind bis ins Detail durchchoreografiert, ein Charakteristikum der „Neuen Slowenischen Kunst“ einem Künstlerkollektiv, deren musikalisches Aushängeschild Laibach ist. 

Jeder trägt seinen Teil dazu bei: Was zählt, ist das Gesamtwerk. So kommt es dass die Begrüßung „Hello Europe – we are so happy to be here“ vom Band eingespielt wird und Milan Fras ansonsten nur durch Gesten und Verneigungen mit dem Publikum kommuniziert. Dafür läuft im Hintergrund auf der Leinwand eine Show, die exakt auf die Musik abgestimmt ist: Das wogende Meer, fliegende Tauben, Symbole aller Art, Schriftzüge, Filmausschnitte…

Sogar die Pause wurde von der Milan-Fras-Tonbandstimme eingeläutet: „Take a break – just cool down“, dazu Walzermusik und ein Countdown, der zehn Minuten rückwärts zählte. Und natürlich wurde die Pause mit der Tonband-Stimme wieder beendet: „Now something completely different“ – auch Monty Python wird also adaptiert. Doch so viel anders war es nach der Pause gar nicht, wie auch, es stand ja immer noch die gleiche Band auf der Bühne.

Grandios die Projektion zu „B Mashina“, mit Ausschnitten aus dem Weltraum Film „Iron Sky“ mit bewusst überzeichneten Maschinen und Soldatenaufmärschen, der seinerseits auch von Laibach-Musik untermalt ist. Oder „Eat Liver“ bei dem Mina Spiler gesanglich so richtig aufdrehen konnte.

You are a fantastic audience“ eine Aussage, die eigentlich so oder so ähnlich bei keinem Konzert fehlen darf kam – wen wundert’s – natürlich auch vom Band, ebenso der Stimmungsmacher „Say ho, ho, ho“, was verständlicherweise nicht so gut geklappt hat, wie wenn der Sänger direkt zum Publikum spricht, aber das war wohl auch nicht das Ziel des Ganzen – eher um dieser Ritual zu persiflieren.

Zum Abschluss gab es dann noch als Zugabe eine der großartigsten Adaptionen die Laibach gemacht hat: „Geburt einer Nation“. Dazu wurde „One Vision“ von Queen musikalisch „verlaibacht“, mit neuem, deutschen, Text versehen und wurde somit – typisch Laibach.

Musikalisch ist die sloweniische Band schwer einzuordnen: Die alten Platten sind am ehesten dem Industrial zuzuordnen, die neueste („Spectre“) hat viele Synthie-Pop-Elemente. Alle möglichen Stile werden adaptiert, ebenso die Musik vieler bekannter Bands und so klingt Laibach nie gleich, aber immer nach Laibach. Nicht zuletzt durch den tiefkehligen, fast schon gutturalen Gesang von Milan Fras der neben seiner markanten Stimme seine eigenwillige Kopfbedeckung als Markenzeichen hat.

chr

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