„Unflätige Worte der Gossensprache“

Kurioser Dauereinsatz: Betrunkener hält Polizei die ganze Nacht auf Trab

Mannheim: Betrunkener wählt die ganze Nacht den Notruf 110 (Symbolbild/Fotomontage).
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Mannheim: Betrunkener wählt die ganze Nacht den Notruf 110 (Symbolbild/Fotomontage).

Mannheim-Neckarau – Als Polizisten in der Nacht auf Samstag eine Wohnung wegen einer Ruhestörung aufsuchen, ahnen sie nicht, dass sich daraus ein kurioser Dauereinsatz entwickeln wird. 

Es ist Freitag (9. Oktober) 3 Uhr in der Nacht. In Mannheim-Neckarau beschweren sich Anwohner über Lärm aus einer Wohnung in der Nachbarschaft – soweit nicht ungewöhnlich. Auf den ersten Blick scheint es ein Routineeinsatz für die Polizisten zu werden. Ein 41-jähriger Mann hat offenbar zu tief ins Glas geschaut. In der Folge wird die Geduld der Beamten jedoch gehörig auf die Probe gestellt. Gegen 4:40 Uhr klingelt es in der Funkleitstelle des Polizeipräsidiums Mannheim. Auf der anderen Seite der Leitung ist der betrunkene Mann aus Neckarau, der zuvor den Einsatz wegen Ruhestörung provoziert hat. Soviel vorweg: Es sollte nicht der letzte Anruf gewesen sein.

Mannheim: Betrunkener wählt missbräuchlich den Notruf 110

Obgleich der Alkoholisierte 110 gewählt hat, liegt kein Notfall vor. Trotzdem wählt der Mannheimer in der folgenden Stunde immer wieder den Polizeinotruf und stört so den Dienstbetrieb.

Um 6 Uhr suchen die Beamten abermals die Wohnung des Mannes in Mannheim-Neckarau auf. Die anwesenden Polizisten fordern den offensichtlich betrunkenen Mann auf mit dem grundlosen Daueranrufen aufzuhören, andernfalls wird er festgenommen – vergebens!

Wenig beeindruckt von der Ansage der Beamten zeigt sich der 41-Jährige vollkommen uneinsichtig und zieht den ganzen Fall sogar ins Lächerliche.

Mannheim: Polizei nimmt Telefon-Pöbler nach dutzenden Anrufen fest

Nachdem die Beamten wieder abziehen, wählt der Mann wieder missbräuchlich die 110 – bis 7 Uhr Morgens ganze 25 Mal! Dabei beleidigt er eine Polizeibeamtin, die einen der Anrufe entgegengenommen hat, „mit unflätigen Worten der Gossensprache“, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei Mannheim.

Schließlich wird der Telefon-Pöbler verhaftet und auf das Polizeirevier Mannheim-Neckarau gebracht. Dort kann er dann bis in den Nachmittag hinein seinen Rausch ausschlafen und wird anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ohne Konsequenzen wird der Vorfall für den Mann jedoch nicht bleiben. Die Mannheimer Beamten ermitteln gegen ihn wegen Missbrauch von Notrufen sowie Beleidigung gegen Polizisten. (esk/pol)

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