Knapp 20.000 Unterschriften

Kampf für Baumerhalt am Rheindamm: Tausende Mannheimer unterschreiben Petition!

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Bürger kämpfen um Baumerhalt am Rheindamm (Archivfoto)

Mannheim-Neckarau/Lindenhof - Der Hochwasserschutz am Rheindamm würde nicht nur mehrere Millionen Euro sondern auch hunderten Bäumen das Leben kosten. Das will die BIG mit einer Petition verhindern:

Lassen Sie Alternativen zu der geplanten Vernichtung von mehreren tausend Bäumen durch einen unabhängigen Gutachter auch unseres Vertrauens prüfen!“ – mit dieser Bitte richten sich am Dienstag (24. Juli) Ulrich Holl und Wolf-Rainer Lowack von der Bürger-Interessen- Gemeinschaft (BIG) Lindenhof an Oberbürgermeister Peter Kurz. Mit dabei haben sie ellenlange Unterschriftenliste.

Fast 22.000 Mannheimer wollen nämlich für den Baumschutz am Rheindamm kämpfen. Rund Tausend Bäume sollen dort möglicherweise gerodet werden, damit das Ufer vor Hochwasser gesichert werden kann.

Mit der Vernichtung von mehreren tausend Bäumen würde ein Naturschutz- und Naherholungsgebiet von unschätzbarem Wert unwiderruflich geschädigt werden“, heißt es unter anderem von Seiten der BIG. 

Kritik gegen ,DIN‘-Norm

Vor allem die sogenannte ,DIN 19712‘-Vorschrift, die das Regierungspräsidium Karlsruhe als Begründung für die Rodung nennt, sieht die BIG sehr kritisch. Laut dieser Norm dürfen auf der Dammkrone und rechts und links vom Dammfuß auf jeweils zehn Metern Breite keine Bäume stehen.

Nach Auskunft des Deutschen Institut für Normung e.V. (DIN) haben die Normen nur Empfehlungscharakter, es sei denn, sie seien gesetzlich verankert, was hier nicht der Fall ist", schreibt die BIG in einer Mitteilung.

Suche nach Alternativen

Es gibt realistische Chancen, den Baumbestand auf unserem Damm zu erhalten, ohne Kompromisse bei der Sicherheit zu machen. Es wäre töricht und verantwortungslos, diese Chancen nicht zu nutzen", so Wolf-Rainer Lowack. Daher wolle man, dass OB Kurz die BIG mit ins Boot holt und bei Auswahl, Briefing und Begleitung des Gutachters einbindet. 

Und was sagt OB Peter Kurz?

Kurz kann die Forderung nachvollziehen. „Wo mein Herz schlägt, ist völlig klar." Allerdings müsse bei jeder Lösung der Hochwasserschutz garantiert sein. Über dessen Ausgestaltung dürfe nicht politisch, sondern müsse fachlich entschieden werden. Einem neuen Gutachten schließe Kurz nicht aus.

Übrigens: Seit Bau des Dammes 1901 habe es nur ein größeres Hochwasser 1955 gegeben. Das habe aber den Damm nicht übertreten, sondern die Dammkrone noch deutlich unterschritten.

dpa/pm/jol

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