Nach SPD-Antrag

Stadt prüft Einrichtung eines Raums für Drogenabhängige!

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In einem Drogenkonsumraum können Abhängige ihre mitgebrachten Drogen unter hygienischen Bedingungen einnehmen. 

Mannheim - Die Stadt prüft aktuell, ob in Mannheim ein Drogenkonsumraum realisiert werden kann. Was diese Anlaufstelle für Drogenabhängige bedeuten würde: 

In einem Antrag an den Gemeinderat hatte die SPD-Fraktion bereits vergangene Woche einen Drogenkonsumraum für Mannheim gefordert. Am Mittwoch teilt eine Sprecherin der Stadt Mannheim mit, das ein hohes Interesse an einer solchen Anlaufstelle bestehe.

Was ist ein Drogenkonsumraum?

Darunter versteht man einen geschützten Raum, in dem Menschen, die schwerst drogenabhängig sind, ihre mitgebrachten Substanzen unter hygienischen Bedingungen einnehmen können. Drogen wie Heroin und Kokain werden in solchen Räumen unter Aufsicht genommen. Lebensgefährliche Überdosierungen sowie die Übertragung von Infektionskrankheiten - etwa HIV - können dadurch vermieden werden.

Der Drogenverein Mannheim (DVM) begrüßt das Vorhaben der Stadt. „Alle wissenschaftlichen Untersuchungen zu Drogenkonsumräumen haben sowohl den Nutzen für die Konsumenten als auch für die Bevölkerung gezeigt", teilt DVM-Geschäftsführer Philip Gerber mit. Ihm zufolge würde der Verein einen Konsumraum nicht nur unterstützen, sondern auch realisieren.

Wer trägt die Kosten eines Drogenkonsumraums?

„Die Verwaltung prüft aktuell, wie unter den Rahmenbedingungen des Landes die Einrichtung eines Drogenkonsumraums in Mannheim realisiert werden kann", so die Sprecherin der Stadt. 

Die Kosten für solche Räume müssen die Kommunen tragen. Die grün-schwarze Landesregierung will Drogenkonsumräume in Städten mit mehr als 300.000 Einwohnern zulassen. Neben Stuttgart und Karlsruhe kommt auch Mannheim in Betracht. 

Ein Sprecher des Sozialministeriums sagte, man gehe davon aus, dass die entsprechende Rechtsverordnung Anfang 2019 in Kraft tritt. Sie soll zunächst auf drei Jahre befristet sein. In dieser Zeit soll die Arbeit in den Einrichtungen auf kommunaler Ebene wissenschaftlich bewertet werden. 

dpa/kab

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