Nach Hygiene-Skandal

Für steriles OP-Besteck! Uniklinikum strukturiert um 

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Das Uniklinikum Mannheim organisiert Hygiene-Prozesse neu.

Mannheim - Als Folge des massiven Hygiene-Skandals organisiert das Universitätsklinikum seine Prozesse der Reinigung und Desinfektion von OP-Besteck komplett um. Der Plan.

Der Hygiene-Skandal am renommierten Uniklinikum Mannheim. Nach dem Rücktritt von Ex-Chef Alfred Dänzer (66) Ende Oktober und der Ernennung einer neuen Doppel-Spitze soll jetzt die nächste Maßnahme zur Rettung des Klinik-Rufes ‚fruchten‘. 

Denn um für die kommenden Jahre bestens gerüstet zu sein, organisiert das Uniklinikum den gesamten Prozess der Sterilgut-Aufbereitung um – und ordnet entsprechende Abteilung unmittelbar der Geschäftsführung zu.

OB Dr. Peter Kurz und Prof. Dr. med. Frederik Wenz bei der Verkündung des Rücktritts von Klinik-Chef Alfred Dänzer.

Ziel sei es, eine Sterilgutaufbereitung vorweisen zu können, die Vorbildcharakter hat. „Nur durch ein Neuaufsetzen der Prozesse können wir verlorenes Vertrauen wieder zurückgewinnen“, ist die Überzeugung von Dr. Jörg Blattmann und Professor Dr. med. Frederik Wenz, den beiden neuen Geschäftsführern des Universitätsklinikums. 

Dies beziehe sich nicht nur auf die Öffentlichkeit, sondern auch auf die eigenen Mitarbeiter. 

Unter das Leitmotiv „Neubeginn“ fällt die Reorganisation aller Arbeitsabläufe. Grund hierfür waren die massiven Beanstandungen des Regierungspräsidiums Karlsruhe (WIR BERICHTETEN MEHRFACH).

Ein weitgehend zentralisierter Betrieb zur Wäsche, Desinfektion und Sterilisation der Instrumente soll optimale Rahmenbedingungen schaffen.

Doch dies geht nicht ohne Umbaumaßnahmen: Dieser Tage werden Geräte aus vormals dezentralen Bereichen in die zentrale Aufbereitungseinheit integriert. Dies soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden. 

Ergänzend dazu wird bis Mitte 2015 in einem anderen Klinik-Gebäude eine weitere zentrale Einheit zur Aufbereitung von Medizinprodukten eingerichtet – und parallel dazu werden aktuell Transportwege überarbeitet.

Die sogenannten ‚OP-Siebe‘ mit chirurgischen Instrumenten werden von den jeweiligen medizinischen Fachbereichen gemeinsam mit Fachleuten der Herstellerfirmen geprüft und neu zusammengestellt. Im Zweifelsfall werden Instrumente dabei gegen fabrikneue ausgetauscht. 

OP-Saal (Symbolfoto).

Mehr Siebe mit jeweils weniger, noch spezifischer zusammengestellten Instrumenten, lautet dabei das Prinzip. Zudem soll der Umlauf künftig erhöht werden – sprich die Zeitspanne verkürzt werden, innerhalb der ein OP-Besteck nach einer Operation aufbereitet und für die nächste Operation versandt wird.

Laut Klinik-Angaben lasse sich ein solches „Aufgabenbündel“ aufgrund der Umbaumaßnahmen nicht von einem Tag auf den anderen bewältigen. 

Um der Maxime „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“ gerecht zu werden, hat die Neugestaltung beim Reinigungs- und Sterilisationsprozess der OP-Instrumente Vorrang. Die OP-Kapazität, derzeit 30 bis 40 Eingriffe pro Tag, wird deswegen nur verhalten ‚hochgefahren‘. Dies lässt sich steuern, indem die einzelnen Fachbereiche ihren Bedarf anmelden und eine definierte Anzahl an OP-Sieben zugewiesen bekommen.

pek

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