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Mannheim: Der Hit! Diese Monnemer Sängerin kriegt eigenes Musical

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Von: Peter Kiefer

Mannheim – Ehre, wem Ehre gebührt! Einer der größten Stimmen Mannheims wird mit einem eigenen Musical geehrt. Um wen es sich handelt und was die BUGA 23 damit zu tun hat:

Sie ist DAS Monnemer Original schlechthin und gilt als DIE Tochter Mannheims. Jetzt erfährt Soul-Star Joy Fleming (72) posthum eine riesige Ehre und kriegt ein musikalisches Vermächtnis – ihr eigenes Musical! Denn die Mannheimer Runde produziert mit der BUGA 23 als Weltpremiere das Musical, das dem Leben der am 27. September 2017 überraschend verstorbenen Ausnahme-Sängerin gewidmet ist, die in den 1970er Jahren mit dem Hit „Neckarbrückenblues“ berühmt wurde. Als Teil des Kulturprogramms „BUGA 23: Lebenskunst“ findet die Uraufführung auf der Hauptbühne des Spinelli-Geländes im Rahmen der Bundesgartenschau Mannheim 2023 statt.

Weltpremiere des Joy Fleming-Musicals dank Mannheimer Runde: Stefan Kleiber, Michael Schnellbach, Kirsten Batzler, Thorsten Riehle, Bernd Fleming und Fabian Burstein.
Weltpremiere des Joy Fleming-Musicals dank Mannheimer Runde: Stefan Kleiber, Michael Schnellbach, Kirsten Batzler, Thorsten Riehle, Bernd Liebenow und Fabian Burstein. © BUGA 23/ Go7

„Der gesellschaftliche Schulterschluss ist ein Thema, das mir für die BUGA 23 besonders am Herzen liegt. Mit einem Musical über unsere Mannheimer Original Joy Fleming werden wir diesem Anspruch auf vielen Ebenen gerecht. In der Entstehung bauen wir auf die Expertise und Unterstützung unseres Mittelstands in Gestalt der Mannheimer Runde. In der Umsetzung verknüpfen wir das Werk und Wirken von Joy Fleming mit den Leitthemen der Bundesgartenschau. Und im Resultat bekommt das vielschichtige Publikum der BUGA 23 eine Welturaufführung, die mit maximalem Identifikationspotenzial ausgestattet ist“, beschreibt Michael Schnellbach, Geschäftsführer der Bundesgartenschau Mannheim 2023 gGmbH, die strategische Bedeutung des Projekts. 

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Joy Fleming-Musical: Die BUGA 23 feiert das Mannheimer Original

„Als die Idee eines Musicals inspiriert von Joy Fleming an uns herangetragen wurde, waren wir sofort begeistert. Indem Unternehmen aus unserem Kreis die Patenschaft für 15 Abende übernehmen, kann das Publikum der BUGA 23 ohne zusätzliche Kosten einen hochkarätigen Musicalabend erleben, der das Gemeinschaftsgefühl in unserer Stadt mit Hilfe einer Mannheimer Legende heraufbeschwört. Wir leisten damit einen Beitrag für breite kulturelle Teilhabe“, umreißt Stefan Kleiber, erster Vorsitzender der Mannheimer Runde, das Engagement des Vereins.

Joy Fleming
Die Sängerin Joy Fleming, wie sie ihren vielen Fans unvergessen bleibt: Voller Inbrunst singend. © picture-alliance/dpa

„Mit dem Tod von Joy Fleming hat unsere Stadt eine Mannheimer Ikone, eine künstlerische Botschafterin und eine gesellschaftliche Integrationsfigur verloren. Ich persönlich musste mich von einer engen Freundin und vertrauten Weggefährtin verabschieden. Umso mehr war es mir ein Anliegen, das Andenken an Joy auf eine neue Ebene zu heben. Mit einem eigenen Musical inspiriert von ihrem Leben und ihren Songs steht Joy Fleming fortan in eine Reihe mit Größen wie Udo Jürgens oder Rainhard Fendrich. Mit einer Welturaufführung auf der BUGA 23 und 15 Vorstellungen für die Besucherinnen und Besucher schaffen wir einen Rahmen, der überregional strahlt. Ich bin glücklich, dass diese Vision, die ich schon länger mit mir herumtrage, dank der Mannheimer Runde und der BUGA 23 Realität wird. Und ich bin dankbar, dass die Erben uns das Vertrauen schenken, dieses Projekt umzusetzen“, erklärt Thorsten Riehle, 2. Vorsitzender der Mannheimer Runde und Initiator des Musical-Projekts.

Mannheim: Musical über Joy Fleming – Das sagt ihr Sohn dazu

Von Anfang an in die Überlegungen zum Projekt eingebunden war Joy Flemings Sohn, Bernd Liebenow: „Mir war immer bewusst, dass die Lieder und das ganze Wesen meiner Mutter im Laufe der Jahrzehnte zu einem tief verwurzelten Kulturgut des Mannheimer Alltags geworden sind. Umso wichtiger war mir nach ihrem schmerzlichen Tod, dass wir eine Form der Würdigung und Fortführung ihres künstlerischen Erbes finden, die auf einer großen künstlerischen Vision beruhen. Dazu gehört auch, dass die zeitlosen Interpretationen von Joy Fleming mit einer neuen Aktualität aufgeladen werden. Ein eigens produziertes Musical mit einer Story zu drängenden Themen des Hier und Jetzt gepaart mit der Einbindung von Erlebnissen und Liedern meiner Mutter und das alles auch noch auf der großen Bühne einer Bundesgartenschau: das ist ein Rahmen, der sie bestimmt stolz gemacht hätte.“

Im Jahr 1975 vertrat Joy Fleming Deutschland beim Grand Prix mit dem Song „Ein Lied kann eine Brücke sein“ – und belegte damit im schwedischen Stockholm den 17. Platz. Über 40 Jahre lebte die Blues-Röhre auf einem Bauernhof in Hilsbach bei Sinsheim bei Mannheim mit ihrem französischen Lebenspartner Bruno Masselon.

Musical über Joy Fleming: Der Inhalt von „Ein Lied kann eine Brücke sein“

Es sind die Tage nach dem Krieg. Durch Mannheim fahren amerikanische Jeeps. Das Leben erhebt sich langsam wieder aus den Ruinen und auch die Musik kehrt zurück in die Stadt. In den Clubs, die die G.I.s schnell improvisieren, läuft Jazz, Swing und Blues. Ein junges „deutsches Fräulein“ schlägt sich durch die Clubs. Zunächst als Kellnerin, bald schon als Sängerin, die die ideale Stimme für diese bluesige Musik hat. Von den Nachbarn und Eltern misstrauisch beäugt, geht sie ihren eigenen Weg – zwischen den Trümmern des alten Deutschlands und einer neuerwachenden Zeit. Zwischen den musikalischen Genres und zwischen den Kulturen. Sie wird eine unabhängige Frau, die aneckt – denn sie weiß, was sie will.

In unseren Tagen. Eine junge unabhängige Frau, die weiß, was sie will, eckt an. Gerade auch mit ihrer Musik, die sie in Mannheim macht. Einmal zu viel angeeckt, wird sie zu Sozialstunden im Pflegeheim verdonnert und lernt dort eine Gruppe von alten Menschen kennen, die scheinbar in Lethargie versunken sind. Stur und frustriert versieht sie ihren Pflichtdienst. Doch die Musik führt die junge Frau und die Alten zusammen. Ihr neuer Mannheimer Sound und die Songs der Nachkriegszeit verschmelzen zu einem anderen Lebensgefühl. Sie sind Rettung aus der Lethargie und neue Perspektive. Und am Ende strahlt im neugegründeten Chor eine alte, unabhängige Frau, die schon in den Clubs der G.I.s gesungen hat. (PM/pek)

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