Student in Wohnung getötet

Mannheim: Mord-Prozess Neckarstadt-West beginnt – so schrecklich lief die Tat ab

Brutaler Mord in der Neckarstadt-West (Archivfoto)
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Brutaler Mord in der Laurentiusstraße in Mannheim (Archivfoto)

Mannheim - Die brutale Tat erschütterte im Juli 2020 die Neckarstadt. Nach dem Mord an Gabriel V. erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 33-Jährigen – und nennt schreckliche Details.

Update vom 4. Januar 2021: Am 4. Februar beginnt der Mordprozess gegen Husam A. Er steht im Verdacht, Gabriel V. in Mannheim getötet zu haben. Am 7. Juli 2020 wollte der 33-jährige Angeklagte bei dem Studenten übernachten. Allerdings erlaubte der 35-jährige Mannheimer dies nicht, woraufhin A. wütend wurde. Er schlug mit einer Sektflasche gegen den Kopf des am Tisch sitzenden Opfers. Dadurch erlitt Gabriel V. eine stark blutende Verletzung und mehrere Brüche am Gesicht.

Als der Tatverdächtige die Schwere der Verletzungen erkannte, griff er erneut zu Flasche und schlug mehrfach zu. Laut einem Pressesprecher des Landgerichts Mannheim habe Husam A. zwischen den einzelnen Schlägen „wiederholt einen längeren Zeitraum verstreichen lassen, um die Leiden des Geschädigten zu verlängern. Das Opfer sei den Verletzungen am Tatort erlegen.“ Der Angeklagte machte sich nach der schrecklichen Tat mit Geld und Gegenständen aus dem Staub. Laut dem Sprecher habe Husam A. ein Parfüm gestohlen, um sich hierdurch seinen Lebensunterhalt zu finanzieren.

Der Prozess beginnt um 9 Uhr am Landgericht Mannheim. Es sind sechs weitere Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird am 4. März erwartet.

Mannheim: Mord in der Neckarstadt-West – Gabriel V. (†35) in eigener Wohnung getötet

Meldung vom 17. November 2020: Am Morgen des 13. Juli 2020 wird die Leiche des 35-jährigen Gabriel V. in seiner Wohnung in der Neckarstadt-West gefunden. Schnell ist den Ermittlern klar, dass in Mannheim ein schreckliches Gewaltverbrechen geschehen sein muss. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft einen 33-jährigen Mann wegen Mordes, gefährlicher Körperverletzung, Diebstahl und Unterschlagung angeklagt. Die Staatsanwaltschaft sieht die Mordmerkmale Grausamkeit und Verdeckungsabsicht erfüllt. Der schreckliche Fall im Rückblick:

Wie die BILD im August berichtete, lernte das 35-jährige Mordopfer Gabriel V. den angeklagten 33-Jährigen bereits 2019 an einem Schwulen-Treff im Mannheimer Schlosspark kennen. Laut Staatsanwaltschaft Mannheim begibt sich dieser am Nachmittag des 7. Juli 2020 zur Wohnung von Gabriel V. in einem Mehrfamilienhaus in der Laurentiusstraße (Neckarstadt-West), um dort zu übernachten. „Als ihm Gabriel V. mitteilte, dass dies entgegen einer vorherigen Absprache doch nicht möglich sei, soll der Angeschuldigte aus Verärgerung hierüber eine – in der Wohnung vorhandene – volle und ungeöffnete Sektflasche genommen und Gabriel V. mit voller Wucht gegen die linke Kopfseite geschlagen haben“, so die Staatsanwaltschaft Mannheim weiter.

Mannheim: So grausam wurde Gabriel V. ermordet – „erhebliche Schmerzen und Qualen“

Gabriel V. erlitt bei dem brutalen Angriff schwerste Kopfverletzungen. Laut Staatsanwaltschaft habe sich der Angeklagte dann zur Tötung seines Opfers entschlossen, „um eine Entdeckung der vorangegangenen Körperverletzung zu verhindern bzw. diese zu verdecken.“ Er habe zudem insbesondere beabsichtigt, seinem Opfer dabei „erhebliche Schmerzen und Qualen“ zu bereiten und Gabriel V. mehrfach mit der Sektflasche gegen den Kopf geschlagen, bis er zu Boden ging. Um das Leiden seines Opfers zu verlängern und „den Todeseintritt hinauszuzögern“ habe der 33-Jährige zwischen den einzelnen Schlägen jeweils kurze Zeit gewartet.

Mannheim: Gabriel V. in Neckarstadt-West getötet – 33-Jähriger wegen Mordes angeklagt

Gabriel V. starb aufgrund seiner schweren Verletzungen noch in seiner Wohnung in der Neckarstadt-West. Im Anschluss an den Mord soll der Angeklagte die Wohnung seines Opfers durchsucht und Wertgegenstände wie zum Beispiel einen Laptop, eine Soundbox und ein Mobiltelefon mitgenommen haben. Erst Tage nach der Tat wurde die Leiche in der Wohnung in Mannheim gefunden. Das Polizeipräsidium Mannheim richtete die 45-köpfige Sonderkommission „Lorbeer“ ein, die dem 33-Jährigen schließlich durch einen Schuhabdruck am Tatort auf die Spur kam.

Der Angeklagte, ein irakischer Staatsbürger, der in Deutschland keinen festen Wohnsitz hat, wird neben des Mordes an Gabriel V. auch noch beschuldigt, in einem Drogeriemarkt in Ludwigshafen einen Ladendiebstahl begangen zu haben und beabsichtigt haben, sich durch verschiedene Diebstähle eine fortlaufende Einnahmequelle zu verschaffen. Wann das Mordverfahren gegen den Angeklagten eröffnet wird, entscheidet nun die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Mannheim. (kab)

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