Prozess am Landgericht Mannheim

Mannheim: Urteil im Sektflaschen-Mord gefallen – Lange Strafe für Killer

Der wegen Mordes angeklagte Husam A. (34) beim Prozessauftakt im Landgericht Mannheim.
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Der wegen Mordes angeklagte Husam A. (34) beim Prozessauftakt im Landgericht Mannheim.

Mannheim - Prozessauftakt am Landgericht im Falle des brutal ermordeten Studenten Gabriel V. (†35): Gegen Täter Husam A. ist nun das Urteil gefallen.

  • Auftakt am 4. Februar im Mordprozess am Landgericht Mannheim.
  • Opfer Gabriel V. (†35) in seiner Wohnung grundlos getötet und Kopf zertrümmert.
  • Oberstaatsanwältin bezeichnet Täter als „gefühllos“ und „grausam“.
  • Das Urteil gegen Husam A. (34) ist gefallen.

Update vom 25. Februar: Vor etwa acht Monaten ermordet Husam A. seinen Bekannten Gabriel V. mit einer Sektflasche. Heute ist das Urteil gegen den 34-Jährigen gefallen. Wie der Mannheimer Morgen berichtet, hat das Landgericht Mannheim ihn wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die Schwurgerichtskammer hat zudem die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Mord in Neckarstadt-West: Student mit Sektflasche getötet – lebenslange Haft für Täter?

Update vom 4. Februar: Der wegen eines brutalen Mordes angeklagte Husam A. (34) muss sich seit Donnerstag (4. Februar) vor dem Landgericht Mannheim verantworten. Der Iraker hatte am 7. Juli 2020 einem Bekannten in dessen Wohnung in der Laurentiusstraße in der Neckarstadt-West mit einer Sektflasche erschlagen.

Laut Staatsanwaltschaft sei der geständige Angeklagte bei seiner Horror-Tat „gefühllos“ und „grausam“ vorgegangen, als er dem 35-jährigen Deutschen aus nichtigem Grund den Schädel völlig zertrümmert hat. Vielmehr habe Husam A. sein Opfer bewusst gequält und den Sterbeprozess dadurch verlangsamt, dass er sich zwischen den einzelnen Schlägen extra Zeit ließ, um das Leid noch zu erhöhen.

Der unfassbare Grund für diese Schreckenstat: Linguistik-Student Gabriel V. habe seinen wohnsitzlosen Bekannten, anders als zunächst versprochen, nicht bei sich übernachten lassen wollen.

Brutaler Mord in der Laurentiusstraße in Mannheim (Archivfoto)

Wie Oberstaatsanwältin Jeanette Zipperer gegenüber der Schwurgerichtskammer ausführte, sei die dann folgende Tat eine Aneinanderreihung von Brutalitäten gewesen: Aus Verärgerung über die verweigerte Übernachtungsmöglichkeit habe der Angeklagte dem am Tisch sitzenden 35-Jährigen mit voller Wucht eine ungeöffnete Sektflasche gegen die linke Kopfseite geschlagen!

Doch statt von dem Schwerverletzten abzulassen, entschließt sich Husam A. seinen furchtbar blutenden Bekannten zu töten, um ihn damit abzustrafen und die Tat zu verschleiern. Danach soll der Leiharbeiter noch Wertgegenstände wie Handy, Laptop und eine Soundbox seines toten Opfers geklaut haben.

Besonders makaber: Der Täter hat seinem mit zerschmettertem Schädel am Boden liegenden Opfer die Hose heruntergezogen, um den Verdacht auf eine Tat im Schwulen-Milieu zu lenken.

Mannheim: Ermittler der Polizei überführen Täter dank Fußabdruck am Tatort

Die schrecklich zugerichtete Leiche von Gabriel V. ist erst Tage nach der Bluttat, am 13. Juli, in seiner Wohnung entdeckt worden.

Nach dem Mord an dem Student der Uni Heidelberg ist 45-köpfige Sonderkommission „Lorbeer“ der Mannheimer Polizei dem Täter anhand des Fußabdruck eines Turnschuhs auf die Schliche gekommen. Das auffällige Profil der Sohle hatte Husam A. schließlich überführt, als die Ermittler die Kontaktpersonen des Opfers überprüft hatten. Im hessischen Homberg klickten letztendlich die Handschellen.

LandgerichtMannheim
PräsidentMartin Maurer
BezirkOberlandesgericht Karlsruhe
ZuständigkeitZivil- und Strafsachen (erstinstanzlich), Berufungs- und Beschwerdeinstanz

Mannheim: Welche Strafe droht dem Täter?

Und was sagt der mutmaßliche Mörder vor Gericht? Nicht viel. „Ich bin ein ruhiger Mensch. Bis zur Tat hatte ich nie Probleme mit jemandem“, versuchte sich Husam A. in ein gutes Licht zu rücken. Zudem hat er dem Gericht geschildert, wie er als Flüchtling über die Türkei nach Deutschland gelangt war. Nach der Trennung von seiner Freundin sei er Alkohol und Drogen verfallen, habe seine Wohnung verloren. Sein massiver Alkoholkonsum habe ihn viele Freundschaften gekostet.

Da die Mannheimer Staatsanwaltschaft eindeutige Mordmerkmale wie Grausamkeit sowie die Verdeckungsabsicht in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung als gegeben sieht, droht dem beschuldigten eine lebenslange Haftstrafe. Was ihm zusätzlich zur Last gelegt wird: Husam A. wird beschuldigt, in einem Drogeriemarkt in Ludwigshafen einen Ladendiebstahl begangen und geplant zu haben, sich durch verschiedene Diebstähle eine fortlaufende Einnahmequelle zu verschaffen.

Es sind weitere sechs Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird am 4. März erwartet. (pek/dpa)

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