„In unseren Herzen wird sie für immer weiterleben“

Sie starb in den Armen ihrer Mutter: Mira (†3) verliert Kampf gegen Krebs

Mira M. vor der Blutkrebs-Diagnose
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Mira M. vor der Blutkrebs-Diagnose

Mannheim - Zwei Jahre lang hat Mira gekämpft, ihre Familie gehofft. Doch nun hat die 3-Jährige den Kampf gegen den Krebs verloren:

  • Vor zwei Jahren erhielt Mira und ihre Familie die schockierende Nachricht: Das Mädchen ist an Leukämie erkrankt.
  • Nach einer Stammzellenspende bricht erneut der Krebs bei Mira aus.
  • Die 3-Jährige stirbt zu Hause in den Armen ihrer Mutter.

Update vom 11. Mai 2020: Mira war erst ein Jahr alt, als bei ihr Leukämie festgestellt wurde. Zwei Jahre lang kämpfte das Mädchen gegen die Krankheit. Durchlebte zusammen mit ihrer Familie Hochs und Tiefs. Doch nun ist Mira in den Armen ihrer Mutter gestorben. „Sie war immer so tapfer. Doch in den letzten Wochen haben sie wohl ihre Kräfte verlassen. Mira starb zu Hause in den Armen ihrer Mutti“, sagt Bekir M., Vater von Mira, zur Bild-Zeitung. Bis zum Schluss hat die Familie gehofft, dass das an Leukämie erkrankte Mädchen noch einen Stammzell-Spender erhält. Zwar hatte sie im vergangenen Jahr einen Spender gefunden, jedoch kam nach wenigen Monaten der Krebs wieder zurück. 

Mira ist auf dem Hauptfriedhof in Mannheim beerdigt worden. An ihrem Grab wacht nun ihr Teddybär, den sie bis zum Schluss bei sich getragen hat. „In unseren Herzen wird Mira aber für immer weiterleben“, verspricht der Vater unter Tränen.

„​Mama, klebst du mir meine Haare wieder an?​": Das Leben der todkranken Mira (2) in der Uniklinik

Update vom 16. April 2019: Die kleine Mira ist auf dem Weg der Besserung. Am 20. März hat sie eine Knochenmarkspende bekommen. Noch trägt sie eine Magensonde, in einigen Tagen wird sich zeigen ob Mira die Transplantation gut überstanden hat

Update vom 1. Februar 2019: Die kleine Mira (2) darf das Krankenhaus verlassen. Doch nur neun Tage später, bekommt sie einen Virus und muss wieder in die Klinik! Warum die Eltern dennoch hoffen können, dass ihre Tochter wieder ganz gesund wird.

Dezember 2018: Das Leben der kleinen Mira im Krankenhaus 

„Wir haben doch noch Glück", sagt Meryem M., die Mutter von Mira (2), „Leukämie ist heilbar. Das muss ich mir immer sagen und einfach weiter auf einen passenden Spender hoffen“. Auf der Krankenstation in der Kinderabteilung der Mannheimer Klinik gibt es nämlich auch unheilbare Fälle.

Allerdings braucht Mira auch noch eine Portion extra Glück, damit ihr persönlicher Stammzellenspender gefunden wird. Ansonsten hat sie keine Überlebenschance. Auch mit Spende stehen ihre Chancen nur bei 80 Prozent, es gibt immer eine Anzahl, die es dennoch nicht schafft. 

Mira M. vor der Blutkrebs-Diagnose

Das Schlimmste steht dem kleinen tapferen Mädchen nämlich noch kurz vor der Transplantation bevor: Ihr Immunsystem wird fast völlig zerstört, damit ihr kleiner Körper die fremden Stammzellen akzeptiert. 

MANNHEIM24 darf das Mädchen und ihre Familie im Krankenzimmer besuchen. Normalerweise dürfen nur 1 bis 2 Personen zu ihr. Dazu muss ich vorher Schutzkleidung anziehen: einen brombeerfarbenen Schutzanzug, himmelblaue Gummihandschuhe und eine Gesichtsmaske. Weil das Immunsystem der Kleinen nach zwei Chemotherapien stark geschwächt ist, dürfen auf gar keinen Fall Keime zu ihr vordringen. Das Kleinkind lebt seit sechs Wochen isoliert in einem Zimmer von circa 15 Quadratmetern.

Mira M. vor der Blutkrebs-Diagnose

Als ich eintrete, zappelt und quietscht das kleine Mädchen gerade vor Freude. Ein Krankenhaus-Erzieherin, Frau K. ist bei ihr am Bett und spielt mit ihr ein Puzzle-Spiel. „Seit drei Tagen geht ihr es wieder besser, nach der Chemo lag sie einfach nur ganz still da“, erklärt Miras Mutter. Da kommt Papa Bekir mit selbstgemachtem Essen herein. Mira klatscht vor Freude in die Hände.

„Mira versteht noch nicht, in welcher Gefahr sie schwebt.“

„Die Haare hat sie vor zweieinhalb Wochen verloren“, sagt die Mutter. ‚Mama, klebst du sie mir wieder an, bitte?‘, hat sie mich gefragt. Da tut mir das Herz so weh.“ Aber Miras Eltern müssen stark sein. Sie sehen sich im Moment gerade einmal 10 Minuten täglich und zwar wenn sie sich halbtäglich am Krankenbett abwechseln. 

Mira M. vor der Blutkrebs-Diagnose

Dem älteren Bruder (5) fällt es inzwischen schwer, die Schwester zu besuchen. Es gibt nur wenige Spielzeuge und das Mädchen ist schnell müde. Sie war immer die Aufgeweckte, hat Spiele angeregt, er der Schüchterne. Jetzt ist sie schnell müde oder kann nur liegen. Dabei vermisst er die „alte“ Mira so sehr.

„Mira versteht noch nicht, in welcher Gefahr sie schwebt,“ erklärt die Mutter, „sie ist noch zu klein, um die Tragweite ihrer Krankheit zu begreifen.“

Das Zimmer ist jetzt ihr ganzes Leben. Mira hat sich dort eingerichtet: Einen Schrank zu ihrem Zauberschloss gemacht. Vier Puppen, zwei Kuscheltiere, ein Luftballon. Die ständige Blutabnahme zu einem Spiel gemacht: linker Arm vor, rechter Arm vor.

Typisierungsaktion am 2. Dezember in Ludwigshafen

Im Kindergarten der beiden haben die Eltern Flyer für die Typisierungsaktion am 2. Dezember ausgelegt: „Mama, warum ist denn das Foto meiner Schwester darauf?“ fragt der Bruder. Auch er ist noch ganz Kind. Auch ein weiteres Mädchen liegt momentan im Krankenhaus in der Nähe: Bahar (22)

Am Sonntag in Ludwigshafen sind erwachsene Menschen gefragt. Die wissen, wie schrecklich es ist, wenn das Leben vorzeitig endet. Ab 11-16 Uhr findet eine große Registrierungsaktion der DKMS im Carl Bosch-Gymnasium 67059 Ludwigshafen, Jaegerstraße 9, statt.

Eine gute Tat für uns – gegen ein geschenktes neues Leben.

kpo

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